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Zahl der Parteien im Stadtrat hat sich verdoppelt / Vorhersehbare Koalitionsbestrebungen bei SPD und Grünen

Bunter, aber nicht aufregender

veröffentlicht am 12.09.2016 um 19:35 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

Das Minus der alteingesessenen Parteien zwischen 1,43 und 3,89 Prozent ist marginal. SPD, CDU und Grüne geben jeweils einen Sitz ab, in die Lücke stoßen drei Neue: Gabriele Müller von der FDP, Dorothee Stenvers von den Unabhängigen und der noch junge Felix Mönckemeyer von den Linken, dem eine gute Wahlkampfstrategie bescheinigt wird. Unter den Anwärtern der neuen Parteien hat er die meisten Stimmen bekommen (325).

Auch Bürgermeister Harald Krüger spricht von einem wenig überraschenden Ergebnis – und meint damit nicht nur etablierten Parteien, sondern schließt auch die Tendenz „weg von den großen, hin zu kleinen Parteien“ ein. Wäre in Hessisch Oldendorf ein Kandidat der AfD angetreten, hätte der, ähnlich wie auf Kreisebene, wohl um die zehn Prozent bekommen mutmaßt er.

Das Ziel der CDU, sich von 12 um mindestens zwei auf 14 Sitze plus X zu verbessern, um mit einem Koalitionspartner – vorzugsweise der FDP – aus der Oppositionsrolle herauszukommen, hätten die Christdemokraten „leider“ verpasst, bedauert der Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Gottschalk. Der Nachwuchs habe den Wegfall der gestandenen Christdemokraten Otto Deppmeyer, Werner Buchmeyer, Hans Joachim Grote und Horst Jeske nicht kompensieren können. Eine Ausnahme sei das besonders erfreuliche Ergebnis von Michael Kipp in Fischbeck (für den Stadtrat 697, für den Ortsrat sogar 7 Stimmen), den er als „unwahrscheinlich geradlinig und aktiv“ bezeichnet. Auch der parteilose Jochen Huch, der in Hessisch Oldendorf für die CDU angetreten war, habe für den Stadtrat ein tolles Ergebnis (660 Stimmen) eingefahren. Anscheinend habe er aber nicht, wie erhofft, Claus Clavey (SPD) Stimmen abgenommen, sondern wohl CDU-Wähler für sich eingenommen. Stimmen, die vielleicht Sebastian Hoffmann gefehlt haben, von dessen magerem Ergebnis (126 Stimmen) Gottschalk enttäuscht ist. Dass Grüne und CDU koalieren, wie es vor der letzten Wahl im Gespräch war, glaubt Karlheinz Gottschalk nicht – die Grünen hatten sich dagegen ausgesprochen. „Ich gehe stark davon aus, dass SPD und Grüne die Mehrheit bilden.“ Dass die CDU mit einem der Einzelkämpfer, vorzugsweise der FDP-Kandidatin, aus praktischen Gründen eine Gruppe bilde, sei vorstellbar.

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  • Wieder mal erfolgreich: Sozialdemokrat Claus Clavey.
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  • Torsten Schulte und Waltraut Brümmer (Grüne) rechnen.

Die SPD ist nach Aussage des Fraktionsvorsitzenden Dirk Adomat zufrieden mit ihrem Ergebnis: Die Strategie, auf die Ortsbürgermeister zu setzen, sei aufgegangen. Neben Stimmenfänger Nummer eins, Hessisch Oldendorfs Ortsbürgermeister Claus Clavey, habe auch Klaus Brzesowsky ein hervorragendes Ergebnis. Dr. Dieter Claus, Jost Beckmann, Sven Sattler oder Astrid Hücker hätten ebenfalls „abgeliefert“. Die Stärke der SPD liege in der „Mannschaftsleistung“. Und mit Sarah Schneider hat man sogar eine Nachwuchspolitikerin im Stadtrat.

Bei den Grünen war der vergleichsweise große Verlust für Torsten Schulte wegen Fukushima vorhersehbar. Vielleicht sei auch mehr Profilschärfe nötig, doch insgesamt sei man zufrieden. Das Ergebnis wertet er als klaren Auftrag, die Zusammenarbeit von Rot-Grün fortzuführen. Persönlich haben die verbliebenen Kandidaten im Vergleich zu 2011 ähnliche Verluste hinnehmen müssen, nur Waltraut Brümmer kam als stellvertretende Bürgermeisterin an ihr Ergebnis knapp heran. Torsten Schulte hat dafür im Kreistag ein sehr gutes Ergebnis eingefahren.

Und die FDP, die nach zwei Wahlperioden mit Gabriele Müller das erste mal wieder dabei ist? Die Kandidatin, die knapp ein Mandat für den Stadtrat bekommen hat, ist glücklich, die FDP als Alternative in Hessisch Oldendorf überhaupt platziert zu haben. Ob sie sich einer Gruppierung anschließt, weiß sie noch nicht, „ich habe mit allen guten Kontakt, da will ich mich noch nicht festlegen.“ Die Nennung der Bewerber, die sich um ein Mandat im Orts- oder Stadtrat beworben, aber nicht genug Stimmen bekommen haben, verzögert sich leider, wird aber nachgeholt.



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