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Nur 10 von 32 Mitgliedern ziehen per Liste in den Rat ein

Bekannt zu sein, ist entscheidend

veröffentlicht am 12.09.2016 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 10.10.2017 um 10:50 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite

Nur 10 der künftigen 32 Ratsmitglieder haben ihr Mandat über die Liste ihrer Partei oder Wählergemeinschaft gewonnen. Alte politische Haudegen wie Rudi Leinhard (CDU) oder Hans-Herbert Webel (SPD) waren auf ihre Listenplätze nicht angewiesen.

Interessant ist ein Blick auf die jeweiligen Spitzenkandidaten bei CDU und SPD, Ursula Körtner und Matthias Schlüter. Körtner gewann ihr Mandat direkt, 968 Stimmen reichten ihr dafür, auch wenn das gegenüber der Wahl vor fünf Jahren ein deutlicher Dämpfer ist. Dafür war Matthias Schlüter, neuer Vorsitzender der Pyrmonter Sozialdemokraten, auf Platz eins der SPD-Liste angewiesen, um in den Rat einzuziehen. 246 Stimmen reichten nicht für eine Personenwahl. Beste Sozialdemokratin ist Sieglinde Patzig-Bunzel mit 713 Stimmen.

Drei bisherige Mitglieder der CDU-Fraktion haben den Wiedereinzug nicht geschafft: Jürgen Drescher, Walter Kuhlmann und Brigitte Ansbach. Die SPD wird künftig auf Brigitte Schrank verzichten müssen, für die der achte Listenplatz nicht reichte.

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  • CDU-Spitzenfrau Ursula Körtner hat ihr Ratsmandat trotz ihres schlechten Abschneidens per Personenwahl gewonnen. Foto: yt
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  • SPD-Chef Matthias Schlüter ist stattdessen auf die Liste seiner Partei angewiesen. Foto: yt

FDP-Chef Oliver Steinwedel gelang per Personenwahl nach einer Pause von fünf Jahren die Rückkehr in den Rat. Erwischt hat es dafür den bisherigen Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Klaus Muchow, der dem Rat seit 2001 angehörte. Der Sprecher der Pyrmonter Grünen ist draußen. Für ihn kommt Ute Michel, zweite Sprecherin der Grünen, die es per Listenwahl in den künftigen Rat geschafft hat. Von den insgesamt fünf WIR-Kandidaten schafften es aus dem Stand drei, auf direktem Weg ein Ratsmandat zu gewinnen.

Ganz so gut wie die Beteiligung an der Briefwahl hatte hoffen lassen, war die Wahlbeteiligung nicht. 53,43 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimmzettel ab, vor fünf Jahren waren es 48,85 Prozent. Landesdurchschnitt diesmal: 55,5 Prozent.

Das Wahlverhalten der Wähler ist bemerkenswert. Rein rechnerisch hätten CDU und WIR in 9 von 19 Wahlbezirken in der Kernstadt (also ohne Ortsteile) gemeinsam die absolute Mehrheit. Im Wahllokal in der Grundschule Holzhausen überholte WIR die CDU sogar. Der Alternative für Deutschland gelang mit 14 Prozent im Wahllokal im Rathaus ihr bestes Ergebnis. Wahlhelfer berichten von kuriosen Stimmabgaben. In einem Fall hatte ein Wähler oder eine Wählerin ihre Stimmen auf Webel (SPD), Körtner (CDU) und Dr. Reichbach (AfD), in einem anderen auf WIR und einen AfD-Kandidaten verteilt, von deren drei Bewerbern nur Reichenbach der Sieg per Personenwahl gelang.

Willi Waidelich (Die Linke) und Johannes Güse (Bürgersinn) vertreten ihre Partei beziehungsweise Wählergemeinschaft als einzige Ratsmitglieder – Waidelich per Listenwahl, Güse per Personenwahl.

In Hagen gingen 64 Prozent der Einwohner zur Wahl und bescherten der CDU einen deutlichen Zuwachs. Im Ortsrat stellt sie künftig vier statt drei von fünf Mitgliedern, Andreas Müller kann Ortsbürgermeister bleiben. In Löwensen verteidigte die SPD ihre Mehrheit und stellt erneut drei Ortsratsmitglieder. Sieglinde Patzig-Bunzel kann Ortsbürgermeisterin bleiben. (mit ti)



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