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Patt im Stadtrat: CDU und SPD suchen das Gespräch mit FDP

Alles blickt auf Hauke Fickert

BODENWERDER. Schwarz-Gelb, Rot-Gelb? Noch sind die Mehrheitsverhältnisse im neuen Rat der Münchhausenstadt völlig offen. Wie berichtet, liegen SPD und CDU gleichauf, haben jeweils acht Sitze. Die Sozialdemokraten haben ihre absolute Mehrheit verloren, sehen sich nun mit einer Patt-Situation konfrontiert.

veröffentlicht am 12.09.2016 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 11:04 Uhr

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Matthias Aschmann

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Matthias Aschmann Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Die Union hat dagegen ihren seit zehn Jahren andauernden Abwärtstrend gestoppt. Am Ende fehlten 49 Stimmen, um mit der SPD gleichzuziehen.

Während bei den Christdemokraten am Sonntagabend die Sektkorken knallten, war den Sozialdemokraten weniger zum Feiern zumute. Das lag allerdings nicht nur am Ergebnis der Stadtratswahl. Auch im Samtgemeinderat und im Kreistag hat die SPD kräftig Federn lassen müssen.

Schon am Wahlabend bekundeten Vertreter von SPD und CDU, für den Stadtrat das Gespräch mit Hauke Fickert suchen zu wollen. Der Liberale hat als Einzelkämpfer souverän den Sprung in den Stadtrat geschafft, ist jetzt das Zünglein an der Waage – der Mehrheitsbeschaffer für die eine oder die andere Seite.

Nach eigenen Angaben hat Fickert bereits erste Anrufe erhalten, aber noch gebe es keinen Gesprächstermin. Der selbstständige Unternehmer hatte es ohne großen Wahlkampf geschafft, aus dem Stand 7,36 Prozent der Stimmen zu holen. Das Ergebnis, räumt der 32-jährige gebürtige Bodenwerderaner ein, habe ihn durchaus überrascht. Mit dieser großen Zustimmung habe er nicht gerechnet. Jetzt werde er alles daran setzen, dem Wählervotum auch gerecht zu werden.

Fickert sieht den Gesprächen mit SPD und CDU gelassen und entspannt entgegen. Er werde sich keiner der beiden Parteien verschließen, am Ende zählten Argumente und Positionen. Er selbst habe ein klares Ziel, von dem er auch nicht abrücken werde: die Verbesserung der Wirtschaftsförderung in der Stadt und in der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle. Das sei für ihn ein entscheidender Punkt für eine politische Zusammenarbeit.

Er sei in die Politik gegangen, um etwas zu verändern, etwas zu bewegen – in der Stadt und in der Samtgemeinde. Er sei gespannt, welche politischen Schwerpunkte CDU und SPD nun für die Münchhausenstadt setzen und werde alles auf sich zukommen lassen. Es müsse nichts übers Knie gebrochen werden.

CDU-Spitzenkandidatin Tanya Warnecke sieht den Gesprächen mit Hauke Fickert zuversichtlich entgegen. Persönlich freue sie sich, dass mit der FDP eine dritte Partei im Stadtrat vertreten ist. Sie habe sogar gehofft, dass die FDP in den Rat einzieht. Die Liberalen seien schließlich nicht so weit weg von den Vorstellungen und Zielen der CDU. Nicht nur deshalb sehe sie den Gesprächen mit Hauke Fickert optimistisch entgegen, sondern auch, weil das Thema Wirtschaftsförderung zu ihren Steckenpferden gehöre. Zugleich freut sie sich über ihr eigenes Ergebnis. Sie war als Kandidatin für die CDU im Stadtrat, im Samtgemeinderat und im Kreistag angetreten, zudem als Kandidatin für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin. Fast überall avancierte sie zur Stimmen-Queen, heimste von allen Kandidaten die meisten Stimmen ein. Lediglich im Kreistag liegt sie gemessen an der persönlichen Stimmenzahl auf Platz drei hinter Sabine Tippelt (SPD) und Uwe Schünemann (CDU). Sollte Warnecke bei der Stichwahl am 25. September das Rennen machen und neue Samtgemeindebürgermeisterin werden, müsste sie ihre Mandate allerdings abgeben. Dann würden die Sitze von Nachrückern ihrer Partei besetzt.

Angesichts der Pattsituation im Stadt- und Samtgemeinderat kommt der Stichwahl eine herausragende Bedeutung zu, zumal die Verwaltungschefin im Samtgemeinderat Stimmrecht hat und im Regelfall auch zur Stadtdirektorin in Bodenwerder ernannt wird – wenn denn der Rat so entscheidet. Deshalb setzt auch die SPD jetzt alles in und auf die Stichwahl, um ihre Kandidatin Marie-Luise Nigel zum Erfolg zu führen. Bodenwerders Bürgermeisterin Elke Perdacher (SPD) stellt dies ausdrücklich in den Vordergrund, erwartet zudem konstruktive Gespräche mit Hauke Fickert. Wirtschaftsförderung, vor allem praktizierte Wirtschaftsförderung, sei schon immer ein wichtiges Thema für die SPD gewesen.

Noch gibt es für den Stadtrat keinen Zeitdruck: Die konstituierende Sitzung ist erst Anfang November terminiert.



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