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Zwei Bewerber für den Gemeinderat

AfD-Kandidaten in Emmerthal: „Müssen uns nicht verstecken“

veröffentlicht am 01.09.2016 um 16:30 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:52 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Durchaus zum Erschrecken der etablierten Parteien, wie deren Vertreter in manchen Gesprächen andeuten. Kaum jemand – auch bei Prognosen auf Landesebene – kann abschätzen, wie sich das Wahlverhalten in den kommunalen Parlamenten auswirken wird. Zumindest sieht der 68-jährige Reich Potenzial, dass die AfD im nächsten Gemeinderat – insgesamt sieben Parteien und Wählergruppen stehen auf den Stimmzetteln – vertreten sein wird. „Das weiß ich aus vielen Gesprächen“, sagt der Architekt, der zusammen mit Klages, die auch für den Kreistag kandidiert, inzwischen öffentlich für die Parteiziele wirbt. „Wir wurden nirgendwo vom Hof gejagt“, sagt er.

Die AfD, die bundesweit immer wieder mit rechtspopulistschen Aussagen mancher Parteivertreter in die Schlagzeilen gerät, sieht Reich in einem anderen Licht. „Auf keinen Fall lassen wir uns in die rechte Ecke drängen“, ist für ihn persönlich wichtig. Bei einer kreisweiten Veranstaltung vor einer Woche in Hameln bestätigte der AfD-Landesvorsitzende Paul Hampel mit heftigen Verbalattacken zwar genau diesen Eindruck, doch neigt Reich selbst nicht zu harschen Worten. Bislang parteilos, sei er zunächst durch die Griechenland-Krise, dann durch die Flüchtlingsproblematik zur AfD gekommen. Eigentlich keine kommunalen Themen. Doch glaubt der Kandidat, dass überregionale Entwicklungen letztlich immer auch Einfluss auf die kommunalen Gremien hätten. „Als alteingesessener Emmerthaler fühle ich mich verpflichtet, da mitzuwirken“, sagt er.

Dazu bringen die Kandidaten Reich und Klages ein vom Kreisverband gemeinsam erarbeitetes Programm unter das Wahlvolk, mit dem sie lokale Schwerpunkte setzen wollen. Auf den ersten Blick wirken die Forderungen wie zum Schulsystem, zur Sanierung von Straßen und Brücken oder nach ausreichender Straßenbeleuchtung vergleichbar den Wahlprogrammen der etablierten Parteien. Aber in anderen Formulierungen grenzt die AfD schon aus: bezahlbarer Wohnraum „für die eigene Bevölkerung“ oder eine „Willkommenskultur für eigene Kinder“. Und der lokale Bezug beim Thema Asyl liegt für die AfD nahe. Vom „größten Staatsversagen in der Geschichte der Bundesrepublik“ ist die Rede, wodurch die Kommunen vor „massive Probleme“ gestellt würden.

Kandidat Reich hingegen ärgert sich, dass die AfD in der Öffentlichkeit oft auf das Thema Flüchtlinge reduziert werde: „Das stimmt ja nicht.“



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