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SPD startet mit eingespartem Geld Wettbewerb für höhere Wahlbeteiligung / CDU spendet

Aerzen nahezu wahlkampffreie Zone

veröffentlicht am 29.08.2016 um 16:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:53 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Gerade einmal einige Großplakate der CDU und SPD neben einigen Schildern der kleinen Parteien, das war es dann auch schon. Unabhängig voneinander haben die beiden großen Parteien ihren Etat für die Werbung eingeschränkt. Die Christdemokraten wollen das eingesparte Geld lieber spenden, die Sozialdemokraten hingegen starten damit einen besonderen Wettbewerb, um die Einwohner zum Urnengang zu motivieren: Ortsteile mit der höchsten Wahlbeteiligung erhalten einen Preis.

Das Wahlrecht als Grundlage der Demokratie im Bewusstsein stärken und gleichzeitig etwas für die Ortsteile leisten – das bewegte Dr. Thomas Forche, als er seine Idee im Parteivorstand der SPD vorschlug. Und zwar als überparteiliche Aktion, wie er betont. Letztendlich zähle nicht das Ergebnis einer Partei, sondern die Höhe der Wahlbeteiligung. Forche: „Wenn am Ende beispielsweise in Orten mit vielleicht 50 Prozent dadurch die 60-Prozent-Marke geknackt wird, dann wäre das doch ein gutes Zeichen.“

Indem die SPD vor allem auf kleinere Plakate verzichte, könne sie rund 1500 Euro sparen, rechnet er vor. Dafür sollen Sitzgelegenheiten aus Naturstein finanziert werden. Der Wettbewerb findet in drei Kategorien statt. Neben Aerzen und Groß Berkel als große Ortsteile wird der Preis für Dörfer mit 380 bis 1000 sowie als dritte Gruppe unter 380 Einwohnern ausgelobt. In Absprache mit Verantwortlichen in den Dörfern wie Ortsbürgermeistern oder Vereinen soll dann ein geeigneter Standort gefunden werden. Zunächst habe es rechtliche Bedenken gegeben, sagt Forche. Aber sie seien von einem Experten der Bundespartei in Berlin ausgeräumt worden. Dann sei die Entscheidung im Vorstand vor Ort einstimmig gefallen. „Vielleicht ziehen bei den nächsten Wahlen auch weitere Parteien mit“, hofft Forche.

Grundsätzlich aufgeschlossen steht dem Friedel-Curt Redeker von der CDU offen gegenüber. „Plakate beeinflussen insgesamt gesehen die Wahlen nicht“, glaubt der Kommunalpolitiker, der diese Art der Werbung als „dusselig“ bezeichnet. „Wir setzen auf Personen“ – und zwar nicht als Porträt an Laternenmasten, sondern im Gespräch vor Ort. „Das bringt uns mehr“, sagt Redeker. Das eingesparte Geld – Summe noch offen – soll an zwei Projekte gespendet werden, die mal jüngere, mal ältere Einwohner unterstützen.



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