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FDP-Vorschlag wird Thema im Rat

Hochzeitshaus – Kompromiss ohne Kosten

Hameln. „Der Rat ist mittlerweile zu einem Wanderzirkus geworden. Wir wollen im Hochzeitshaus kein Schlösschen, sondern einen Saal unterbringen, in dem es sich vernünftig tagen lässt. Und das mitten in der Stadt. Wir kommen quasi zum Bürger.“ Wie ein Schnellfeuergewehr schießt FDP-Fraktionschef Hans Wilhelm Güsgen Argumente ab, um dem Ausschuss für Stadtentwicklung den Antrag der Liberalen schmackhaft zu machen. Die möchten, dass das historische Altstadtgebäude „nicht zur Ruine“ wird (wir berichteten) und neben dem Ratssaal weitere Räume der Stadt Hameln, dem Landkreis, Schulen, Vereinen und Verbänden für repräsentative Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Für Planung, Umsetzung und Finanzierung des Projektes – so die Forderung der FDP – sollen 25 000 Euro in den Haushalt 2012 eingestellt werden.

veröffentlicht am 09.02.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.05.2017 um 13:15 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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„Lobenswert“ nennt Claudio Griese den Vorschlag der Oppositionspartei, spricht sich aber für einen „Bürgersaal“ statt eines Ratssaales aus. Das Lächeln in Güsgens Gesicht lässt den Sprecher der aus CDU, Grünen und Unabhängigem bestehenden Mehrheitsgruppe aber Sekunden später erstarren: „Was wir allerdings vermissen, ist ein Gesamtkonzept. Und das fehlt auch im Antrag der FDP.“ Die 25 000 Euro für Planungskosten moniert der Christdemokrat ebenfalls. „Es besteht die Gefahr, Geld in den Sand zu setzen“, begründet er, weil die Liberalen anbieten, von ihrem Antrag Abstand zu nehmen, „wenn sich während der Planungszeit eine seriöse und nachhaltige wirtschaftliche Nutzung des Hochzeitshauses auf andere Weise ergeben sollte“.

Güsgen zeigt sich enttäuscht. „Ich möchte eigentlich nur, dass zwischen Stadt und Landkreis gesprochen wird. Der Bürger sagt: ,Ihr habt uns das Hochzeitshaus versaut‘ und erwartet, dass die Politik sich endlich entscheidet. Es hat Charme, den Landkreis nun mit im Boot zu wissen, denn so ließen sich auch die Kosten wuppen“, legt der FDP-Politiker nach. Er bezieht sich auf Fachbereichsleiter Volker Mohr, der die „grundsätzliche Gesprächsbereitschaft“ des Landrates Rüdiger Butte (SPD) verkündet hat. Allerdings mit der Einschränkung, dass der Rat der Stadt Hameln zunächst eine einvernehmliche Entscheidung treffen solle. Dies habe der Chef der Kreisverwaltung Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann in einem Brief mitgeteilt.

„Landrat und Oberbürgermeisterin können jederzeit miteinander reden. Auch über das Hochzeitshaus, aber dafür müssen wir nicht 25 000 Euro in die Hand nehmen“, sperrt sich Jürgen Mackenthun (Grüne) ebenfalls gegen den FDP-Antrag. Eine solche Geldausgabe bei knapper Stadtkasse werde der Dringlichkeit von Sporthalle Nord und Rathaussanierung nicht gerecht, argumentiert er. Güsgen lenkt ein und schlägt einen Kompromiss vor: kein Geld und damit Verzicht auf die 25 000 Euro Planungskosten – aber dem Kreis die Hand reichen und Gespräche führen.“ Ein Vorschlag, der schließlich einstimmig verabschiedet wird.

Wird aus der ehemaligen EWR-Ausstellungsfläche im Hochzeitshaus bald ein repräsentativer Ratssaal? Die FDP hält an ihrer Forderung fest.

Foto: Dana



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