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Kaum einer kennt „Aktion Baustein“

Hilfe fürs Hochzeitshaus: Idee ist nicht neu

Hameln (CK). Die im vergangenen Jahr von der heimischen FDP ins Gespräch gebrachte Idee, im leerstehenden Hochzeitshaus auf Dauer einen Rats- und Festsaal zu installieren, ist nicht neu. Die völlige Umgestaltung des Hochzeitshauses war vielmehr ein Anliegen, das sich auch die SPD auf ihre Fahnen geschrieben hatte. Allerdings nicht erst jetzt, sondern bereits vor rund 23 Jahren. Bei einer kulturpolitischen Diskussion der Ratsfraktion in der Rattenfänger-Halle jedenfalls hatte die damalige sozialdemokratische Oberbürgermeisterin Christa Bruns erklärt: „Das Herz von Hameln schlägt in diesem Gebäude.“

veröffentlicht am 17.01.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 07.01.2016 um 17:09 Uhr

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Die OB schwelgte im Februar 1990 in Plänen: Ein zweigeschossiger Saal solle den Kern eines „Hauses der Feste und der geselligen Veranstaltungen“ bilden. Dafür hätten seinerzeit nach ersten Schätzungen rund 4,5 Millionen D-Mark ausgegeben werden müssen – Geld, das die Stadt damals nicht hatte und heute auch nicht hat. So fand sich folgerichtig denn auch keine Mehrheit im Rat für das Projekt, weshalb die SPD eine Bürgerinitiative gründen und unter dem Motto „Das Hochzeitshaus – es soll leben“ Geld einsammeln wollte.

Unter anderem lagen auch in Hamelner Schulen Aufrufe aus, mit denen Bürger sogenannte „Bausteine“ für das Hochzeitshaus erwerben sollten. In dem verstorbenen Dr. Hermann Kater (CDU) aus dem Kulturausschuss fand die SPD damals einen prominenten Mitstreiter. Ob aber tatsächlich Geld zusammengekommen ist, daran kann sich heute niemand mehr erinnern, auch Christa Bruns nicht. „Und wenn überhaupt, dann höchstens ein minimaler Betrag“, glaubt sie. Der wäre anschließend vermutlich der Stadtkasse zur Verfügung gestellt worden. Immerhin fasste der Verwaltungsausschuss im Jahre 1994 einen „Vorratsbeschluss“: Danach sollte das Hochzeitshaus umgebaut und auch für gesellschaftliche Veranstaltungen, Ausstellungen oder Kleinkunst nutzbar gemacht werden, angesichts des dann geschätzten Kostenrahmens von zwölf Millionen Mark aber „erst in den Folgejahren“.

Nun also eine Neuauflage von Bürgersinn: Wie bereits berichtet, will sich ein aus dem Arbeitskreis des Museumsvereins hervorgegangener Verein um Mittel bemühen, damit im Hochzeitshaus nach der Insolvenz der Erlebniswelt Renaissance ein großer Festsaal entstehen kann; die offizielle Vereinsgründung soll in den kommenden Wochen erfolgen, Politik und Stadt sollen in das Projekt mit eingebunden werden.

Die Reaktionen aus dem politischen Raum auf diese Initiative sind noch recht verhalten. Die Mehrheitsgruppe im Rat aus CDU, Grünen und Unabhängigen jedenfalls ist in der Meinungsfindung noch überhaupt nicht vorgedrungen. „Wir haben uns das Thema für Februar vorgenommen, weil wir im Januar erst noch die offenen Fragen zur IGS abarbeiten wollen“, kommentiert CDU-Fraktionschef und Gruppensprecher Claudio Griese den Vorstoß aus den Reihen des Museumsvereins. Heinrich Fockenbrock, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag und entschiedener Verfechter eines repräsentativen Ratssaals im Hochzeitshaus, wird ebenfalls kaum konkreter. Immerhin: „Das ist ein interessanter Vorschlag“, sagt der Liberale. Und sichert zu, diesen gemeinsam mit der Stadtratsfraktion der FDP zu prüfen – „sobald uns alle nötigen Unterlagen dazu vorliegen.“ Die dürften auch Kostenschätzungen beinhalten.



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