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Rund 100 Teilnehmer beim Auftakt der Ideenbörse der Stadt

Großes Interesse am künftigen Innenleben des Hochzeitshauses

Hameln (bha). Vielleicht war es die Mischung aus mehreren Faktoren, die gestern Abend so viele Zuhörer in das Hochzeitshaus zog, dass doppelt so viele Stühle benötigt wurden, als vorsichtig eingeplant worden waren: Neugier gepaart mit Heimatverbundenheit und ein ernst gemeintes Interesse an einer Nutzung des repräsentativen Baudenkmals, die Menschen anzieht. Welcher innere Antreiber es auch gewesen sein mag, der Auftakt zur ersten Ideenbörse der Stadt Hameln in dieser Art war ein Erfolg.

veröffentlicht am 29.03.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.11.2012 um 18:39 Uhr

Helmut Griep wünscht sich Ratssitzungen im Hochzeitshaus.
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Rund 100 Gäste waren dem Aufruf der Stadt Hameln in der Dewezet gefolgt und ins Hochzeitshaus gekommen, um sich über die Möglichkeiten zu informieren, die das Gebäude bietet, um zu sehen, welche Spuren die erfolglose „Erlebniswelt Renaissance“ vor drei Jahren hinterlassen hat und um zu erfahren, mit welchen Hindernissen und Chancen im Falle einer Nutzung des Hochzeitshauses zu rechnen ist: Politiker, Gastronomen, Archäologen, engagierte Bürger aus unterschiedlichsten Bereichen. „Es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen“, machte Frank Werner (Dewezet) als Moderator des Abends allen Anwesenden Mut, sich an Ideen zu wagen, die sich in dem Haus verwirklichen ließen.

Ohne Schminke und unmaskiert, stattdessen leicht eingestaubt und vernachlässigt – so zeigte sich das Hochzeitshaus den Teilnehmern beim Rundgang durch die drei Etagen zuzüglich Kellergeschoss. Der Erste Stadtrat Hamelns, Eckhard Koss, und der Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, Wolfgang Kaiser, führten durch die Geschichte und das Innenleben, wo eine Herausforderung sofort ins Auge und Ohr fiel und Fragen aufwarf: Sind die Stockwerke auch einzeln nutzbar? Denn: Sie sind offen, und somit ist oben zu hören, dass es unten laut ist und umgekehrt. Ein Umbau, der drei separate und autarke Ebenen zum Ergebnis hätte, wäre kostspielig, erklärt Kaiser: „Über 800 000 Euro“ koste es, die Etagen abzutrennen. So viel deshalb, weil Technik und Heizung derzeit für alle drei Ebenen zentral gesteuert werden. Zu diesem Zeitpunkt aber, betonen Koss und Kaiser, gehe es nicht darum, Pläne mit ausgefeilten Finanzierungskonzepten einzureichen, sondern erst einmal um die Ideen als solche. Und die scheinen, wie gestern deutlich wurde, schon zahlreich in den Köpfen zu schlummern und darauf zu warten, auf Papier gebracht zu werden.

Ralf Hermes vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland erinnerte lobend an vergangene Zeiten, in der die Stadt gänzlich unkompliziert den Schlüssel für das Hochzeitshaus ausgehändigt habe, so dass der BUND und andere Vereine dort Veranstaltungen, Ausstellungen oder Spielenachmittage organisieren konnten: „Geht das jetzt wieder?“ Diese Angebote und Vereinsanfragen bekämen die volle Unterstützung der Stadt, betonte Koss. „Das würden wir begrüßen!“ Auch Irmgard A. Lohmann bekundete im Namen der Arbeitsgemeinschaft Hamelner Frauenverbände Interesse, das Hochzeitshaus beispielsweise für Vorträge zu nutzen. „Programmkino“, „kleine Ausstellungen“ wurden als Ideen geäußert. „Niederschwellige Angebote“ nennt Eckhard Koss diese Varianten der temporären Nutzung des Hochzeitshauses, die willkommen seien, um überhaupt wieder Leben in das Haus zu bringen. Aber es ist eine langfristige tragfähige Nutzung, die den Verantwortlichen besonders am Herzen liegt. Und nicht nur ihnen …

Fachbereichsleiter Wolfgang Kaiser erklärt, wie das Innere des Hochzeitshauses konstruiert und was für eine Nutzung zu beachten
  • Fachbereichsleiter Wolfgang Kaiser erklärt, wie das Innere des Hochzeitshauses konstruiert und was für eine Nutzung zu beachten ist. Fotos: Wal

Der erste Vorsitzende des Rudervereins „Weser“ Helmut Griep, der als Gast gekommen war, nutzte die Gelegenheit für ein Plädoyer: „Die Stadt muss an dieser Stelle ein Zeichen setzen“, forderte er, ein Zeichen quasi zur Renaissance des Weserrenaissance-Bauwerks. Es müsse wieder als Rats- und Festsaal dienen, wie es einst der Fall war, wünscht sich Griep und spricht damit vielen Teilnehmern aus dem Herzen, wie der Applaus deutlich machte.

Neben Fragen zu baulichen Einschränkungen, zu Miete und Pacht („abhängig von der Nutzung“) und zu denkbaren Umbauten innen („alles ist möglich“), fragte ein Teilnehmer laut, was sich vielleicht viele schon stumm gefragt hatten: „Gibt es eine Prämie für die Ideen?“ Koss’ Antwort: „Ich kann mir vorstellen, dass […] man sich darüber mit der Verwaltung und dem Rat unterhalten kann.“ Angesichts der Haushaltskassen über eine kleine, wohlgemerkt.

Jetzt können sich alle mit ihren tragfähigen Ideen fürs Hochzeitshaus an die Ausarbeitung machen und sie bei der Stadt Hameln einreichen. Welche Kriterien zu erfüllen sind, erläutert ein Informationsblatt samt Grundrisszeichnungen, das unter www.hameln.de heruntergeladen werden kann. Einsendeschluss für die Ideen ist Dienstag, 3. Mai.

Ansprechpartner für weitere Informationen sind Wolfgang Kaiser (Tel.: 202 1480) und Sonja Braun (Tel.: 202 1722).



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