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Stadt Hameln sucht investitionsbereite Betreiber und will Gespräche mit Interessenten vertiefen

Gastronomie soll Hochzeitshaus neu beleben

Hameln (HW). Am 4. März kommt das Inventar des Hochzeitshauses unter den Hammer, wird ein Auktionator versuchen, alles meistbietend an den Mann oder die Frau zu bringen, was noch an das Steuergrab Erlebniswelt Renaissance erinnert. Von der Kaffeemaschine über Flachbildschirme bis hin zu Themeninseln – alles soll raus. Erst dann ist die EWR teure Geschichte, kann das zurzeit geschlossene Hochzeitshaus einer neuen Nutzung zugeführt und wieder geöffnet werden. Und dafür ist die Stadt Hameln zuständig, denn ihr ist das historische Gebäude im Herzen der Altstadt laut Vertrag nach dem Scheitern der EWR wieder zugefallen. Der Insolvenzverwalter der EWR hatte den Mietvertrag zum 31. Januar dieses Jahres gekündigt.

veröffentlicht am 25.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.11.2012 um 18:42 Uhr

W. Kaiser
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Doch was tun mit einer Immobilie, die eigens für die Einrichtung der Erlebniswelt zum Haus im Haus aufwendig saniert worden ist, deren Innenleben aber ohne erneute Investition ad hoc keine uneingeschränkte Anschlussnutzung zulässt? Erst recht, wenn absolute Ebbe in der Stadtkasse herrscht? „Wir haben in der Zwischenzeit nicht tatenlos rumgesessen, sondern versucht, etwas zu finden, damit das Gebäude recht bald wieder eröffnet werden kann“, sagt Eckhard Koss. Und dann lässt Hamelns Erster Stadtrat und Baudezernent die Katze aus dem Sack: „Erdgeschoss und erste Etage sollen hochwertig gastronomisch genutzt werden. Interessenten gibt es bereits, wir werden die Gespräche jetzt verfeinern und weiterführen.“

Aber das wird kein einfaches Unterfangen, weiß auch Koss, denn der künftige Betreiber soll möglichst noch die Bereitschaft mitbringen, Geld zu investieren. Nach Möglichkeit rund 650 000 Euro. Denn das ist die Summe, die mindestens gebraucht wird, um das Hochzeitshaus durch das Zurücksetzen der Hohlräume zwischen den Etagen und das Abhängen der Treppenhäuser überhaupt erst wieder nutzbar zu machen. Erst recht für gastronomische Zwecke. „Und dafür haben wir keinen Cent im Haushalt“, klagt Wolfgang Kaiser. Deshalb schlägt der Fachbereichsleiter Planen und Bauen vor: „Die Investitionen des künftigen Betreibers könnten auf die Pacht angerechnet werden.“

Doch mit diesen 650 000 Euro wären auch nur die nötigsten Investitionen abgedeckt. Drei Fahrstühle, die ausschließlich für die EWR eingebaut wurden und vom Erdgeschoss auf direktem Weg ins Dachgeschoss führen, müssten beispielsweise raus. Auch Heizung, Lüftung und Beleuchtung sind auf das gesamte Haus abgestimmt. „Es gibt meist nur einen einzigen Knopf – für an und aus“, beschreibt Kaiser die Situation und ergänzt: „Da kommt ein ganzer Batzen auf uns zu.“ Und bislang hat der Landkreis keine Bereitschaft signalisiert, sich an den Kosten zu beteiligen, wozu er vertraglich auch nicht verpflichtet ist. Kreiskämmerer Carsten Vetter hat diesbezüglich auf die Haushaltssicherung verwiesen. Das letzte Wort zu diesem Thema allerdings hat die Politik, und damit der Kreistag.

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E. Koss
  • E. Koss

Koss und Kaiser wissen, dass es schwer sein wird, einen Betreiber zu finden, der Bereitschaft zeigt, die erforderliche Summe zu investieren. Deshalb wären sie bereits froh, wenn überhaupt jemand bereit ist, Geld für Investitionen in die Hand zu nehmen. Die oberste Etage soll dann mittelfristig als Ausstellungsfläche hergerichtet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Gedanken, das Hochzeitshaus in Gänze als Hotel zu nutzen, mussten ad acta gelegt werden, weil keine Parkplätze vorhanden sind.

Zur Tourismus Saison 2010 sollte das Hochzeitshaus bereits wieder mit Leben gefüllt sein, doch dieses Ziel wird sich nicht mehr realisieren lassen. Zwar herrscht im Hamelner Rathaus die Zuversicht, schnell einen geeigneten Gastronomen zu finden, „aber auch das braucht Zeit“, wie Koss bekennt. Baudezernent und Planer sind sich einig, dass nur eine gastronomische Nutzung das historische Gebäude wieder mit Leben füllen kann. Kaiser: „Ansonsten ließen sich die Etagen nur als Ausstellungsflächen nutzen. Aber das bringt nichts ein, sondern kostet nur weiteres Geld.“

Das war einmal: Für die gescheiterte EWR soll nach den Vorstellungen der Stadt Hameln ein Restaurant der gehobenen Kategorie das Hochzeitshaus neu beleben.

Foto: Dana



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