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Wochenmarktsprecher Norbert Meyer lehnt entsprechende Vorschläge ab / Lösung für repräsentative Zwecke bevorzugt

„Eine Markthalle im Hochzeitshaus wäre fürchterlich“

Hameln (kar). Eine Markthalle im Hochzeitshaus? „Das ist eine tolle Idee“, begeisterte sich gerade erst Sylvia Goetschke am Dewezet-Lesertelefon. Was bei vielen Verbrauchern durchaus auf Zustimmung stößt, lehnt Wochenmarktsprecher Norbert Meyer vehement ab: „Das wäre fürchterlich.“ Und nennt gute Gründe, warum dieser Nutzungsvorschlag seiner Ansicht nach für das Hochzeitshaus nicht in Frage kommt: „Wir haben in Hameln einen gut funktionierenden Verbrauchermarkt, auf dem Selbsterzeuger ihre Waren anbieten“, stellt er klar. Ein Selbsterzeuger aber könne es sich nicht leisten, sechs Tage in der Woche einen Stand in einer Markthalle zu betreiben. „Das können nur Filialisten“, meint Meyer und umreißt, was das im Hinblick auf das Angebot bedeuten würde: „Es wäre keine Markthalle, sondern eine Esshalle.“ Man brauche nur nach Hannover zu schauen: „Dort ist die Markthalle schon lange kein Verbrauchermarkt mehr, sondern ein Schickimicki-Treffpunkt, wo es ums Sehen und Gesehenwerden geht.“

veröffentlicht am 01.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.05.2013 um 13:10 Uhr

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Ablehnung auf breiter Basis gibt es vonseiten der heimischen Marktbeschicker auch für den Vorschlag, den Wochenmarkt in das Markthallen-Konzept zu integrieren und ihn mittwochs und samstags rund um Hochzeitshaus und Marktkirche aufzubauen. „Wann immer wir in der Vergangenheit den Markt in die Altstadt verlegen mussten, hat es Unmut gegeben“, weiß Meyer: „Hier fehlen die Parkmöglichkeiten für größere Einkäufe. Es schleppt niemand einen Sack Kartoffeln aus der Innenstadt zu Fuß nach Hause.“ Zudem würde der Auf- und Abbau mit Lärm und Behinderungen verbunden sein. „Und was der Einzelhandel dazu sagt, wenn mittwochs und samstags Schaufenster durch Stände verstellt, Kundenwege behindert werden und nach dem Abbau dann auch noch die Reinigungsfahrzeuge anrücken, kann ich mir gut vorstellen.“ Was für die Marktbeschicker aber noch schwerer wiegt: „Wann immer der Standort für den Wochenmarkt verlegt werden muss, ist das schlecht für uns und für die Verbraucher.“ Häufiger Standortwechsel sei der Tod für einen Wochenmarkt, weiß Meyer durch Beispiele aus anderen Städten. „Was aber passiert mit dem Wochenmarkt, wenn die Fläche rund um Hochzeitshaus und Marktkirche für andere Veranstaltungen benötigt wird?“, fragt der Marktsprecher und nennt den Weihnachtsmarkt, Mystica Hamelon oder den Herbst- und Bauernmarkt als Beispiele: „Wenn wir jedes Mal ausweichen müssen, machen die Marktbeschicker nicht mehr mit.“ Zudem sei auch die An- und Abfahrt von Waren an einem Innenstadtstandort problematisch. Als „echtes Hamelner Kind“ regt sich Meyer zudem über einen anderen Aspekt auf: „Das Hochzeitshaus ist ein ganz besonderes historisches Bauwerk, dessen Nutzung würdigen, repräsentativen Zwecken zugeführt werden sollte“, findet er und kritisiert: „Es gibt aber keine schönen Markthallen.“ Und auch Esshallen gebe es auf höchst unterschiedlichem Niveau. Statt krampfhaft nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit zu suchen, sei die Stadt besser beraten, die Vermarktung des Hochzeitshauses in die Hände von HMT und Stadtmarketing zu legen, bis für das Gebäude eine angemessene Lösung mit entsprechendem Finanzierungskonzept gefunden sei. Zwischenzeitliche Nutzungsmöglichkeiten durch so große Projekte wie beispielsweise die Hundertwasser-Ausstellung im kommenden Jahr seien nicht die schlechtesten, findet der Marktsprecher.

Der Wochenmarkt auf dem Rathausplatz:

Für produktbewusste Kunden ist er in Hameln die erste Adresse, bieten hier doch heimische Selbsterzeuger ihre Ware an. Ein Markthallen-Konzept mit integriertem Wochenmarkt in der Altstadt stößt bei den Beschickern auf Ablehnung.

Foto: Dana

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  • Norbert Meyer


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