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Verwaltung fordert Grundsatzentscheidung der Politik und präsentiert Anbaupläne für eine „Bar Celona“

Die Diskussion um das Hochzeitshaus ist neu entfacht

Hameln. „Das Hochzeitshaus verlangt eine dem Ort angemessene, aber reversible Nachnutzung. Es ist übergreifend eine Lösung zu finden, die den Interessen der Stadt Hameln dient, aber auch für andere Optionen offen ist. Und zwar langfristig und nachhaltig.“ Mit diesen Worten hat Volker Mohr gestern Abend vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung sieben Anbau-Varianten vorgestellt, mit denen die Geschäftsführung der Gastronomiekette „Bar Celona“ ihrer Geschäftsphilosophie entsprechend das historische Gebäude im Herzen der Hamelner Altstadt umgestalten möchte. Der Fachbereichsleiter Planen und Bauen im Hamelner Rathaus forderte die Politik auf, eine Grundsatzentscheidung zu treffen und betonte, mit der Präsentation die Diskussion um das Hochzeitshaus neu entfachen zu wollen. „Es geht nicht um Architektur – aber auch“, sagte Mohr, der anschließend die sieben unterschiedlichen Entwürfe kommentierte:

veröffentlicht am 19.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:36 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Variante 1: „Eine sehr leichte Glaskonstruktion mit zentralem Eingangsbereich.“

Variante 2: „Eine abgeschrägte Glaskonstruktion, nur massiver.“

Variante 3: „Sehr kreativ, weil der Entwurf an die Überdachung der Hochzeitshausterrasse erinnert.“ Diese Version sei jedoch nur für den Sommer bestimmt.

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Variante 4: „Für Hameln sehr gewagt.“

Variante 5: „Dieser Entwurf erinnert an die Architektur der 60er-Jahre und wird der Stadt Hameln nicht gerecht, weil sie zu wenig Trennung zwischen alt und neu aufzeigt.“

Variante 6: „Ein Vorbau mit breiter Treppe und verschiebbaren Glaswänden.“

Variante 7: „Ohne Fuge am Gebäude – da besteht noch Handlungsbedarf.“

Noch einmal betonte Mohr, dass es ihm nur darum ginge, vorzustellen, „was Bar Celona vor hat“. Die Geschäftsführer hätten nach wie vor großes Interesse am Standort Hameln.

In Reihen der Politik herrschte ob der Entwürfe zunächst einmal Schweigen, begeistern konnte sich niemand für das gerade Gesehene. Fraktionsübergreifend wurde von einem „sensiblen Bereich“ gesprochen. „Andererseits müssen wir aber auch darauf achten, dass wir uns keine Fesseln anlegen. Es wird ein Balanceakt, Altes zu bewahren und Neues zuzulassen“, erklärte Daniel Schimanski (CDU). Angesichts eines Defizites in Höhe von 22 Millionen Euro werde es für die Stadt in absehbarer Zeit nicht möglich sein, Finanzmittel für das Hochzeitshaus aufzubringen. Deshalb solle mit dem Investor „weiter in eine Richtung“ gearbeitet werden, regte der Christdemokrat an.

Auf Ablehnung stießen sämtliche Varianten bei den Grünen, die zusammen mit CDU und Unabhängigen die Mehrheitsgruppe bilden. Jürgen Mackenthun sprach bezüglich des Hochzeitshauses von dem „sensibelsten Bereich unserer Stadt überhaupt“. Der Grünen-Politiker erinnerte daran, dass in der Vergangenheit alle Umgestaltungen dem Zentrum Charme genommen hätten. Als Beispiele nannte er die Kolle-Häuser und das ehemalige Kreishaus, dessen Fassade heute als Eingang zur Stadt-Galerie dient. „Wir verlieren dadurch immer wieder ein Stück unserer Innenstadt“, erklärte Mackenthun und forderte, die Bürger frühzeitig am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Sein Fraktionskollege Rainer Sagawe forderte, die Bausubstanz unangetastet zu lassen. „Allein der Einzug in dieses Juwel, in dieses Schmuckstück ist Privileg genug“, meinte er und attestierte den Planern „null Fingerspitzengefühl“. Herbert Rode hegt zwar ebenfalls Vorbehalte, erklärte aber für die Sozialdemokraten: „Wir müssen in der heutigen Zeit bereit sein, auch andere Wege zu gehen.“

Was denn der Denkmalschutz zu diesen Entwürfen sagt, wollte Werner Witte als Vertreter des Seniorenbeirates wissen. Doch der ist bis dato noch gar nicht gefragt worden, wie Mohr verkündete. Wichtig sei zunächst der Grundsatzbeschluss der Politik, wiederholte der Fachbereichsleiter und versicherte, dass mittels einer Bürgschaft ein Rückbau vereinbart werden solle. Er bezeichnete es auch als „zumutbar“ 20 bis 25 Jahre mit einem Vorbau zu leben: „Eine Nutzung des Hochzeitshauses sorgt für eine Belebung des gesamten Stadtraumes.“ Die Fraktionen wollen jetzt intensiv beraten.

Blick in eine „Bar Celona“.

Zieht die Gastronomiekette in das Hochzeitshaus ein?

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Diese sieben Entwürfe wurden gestern Abend dem Ausschuss für Stadtentwicklung präsentiert.

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