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OB Lippmann mit Landrat Butte bei Wirtschaftsminister Rösler / EWR droht das endgültige Aus

Bald wieder Gastronomie im Hochzeitshaus?

Hannover/Hameln. „Summen habe ich nicht im Gepäck, aber es war ein sehr nettes Gespräch“, bilanziert Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann unmittelbar nach der Zusammenkunft mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Zusammen mit Landrat Rüdiger Butte (SPD) weilte die Rathauschefin gestern in der Landeshauptstadt, um mit dem Minister die Zukunft der Erlebniswelt Renaissance (EWR) im Allgemeinen und die des Hochzeitshauses im Besonderen zu erörtern.

veröffentlicht am 30.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:26 Uhr

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Hannover/Hameln. „Summen habe ich nicht im Gepäck, aber es war ein sehr nettes Gespräch“, bilanziert Hamelns Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann unmittelbar nach der Zusammenkunft mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Zusammen mit Landrat Rüdiger Butte (SPD) weilte die Rathauschefin gestern in der Landeshauptstadt, um mit dem Minister die Zukunft der Erlebniswelt Renaissance (EWR) im Allgemeinen und die des Hochzeitshauses im Besonderen zu erörtern. „Die EWR wird keine Zukunft mehr haben, denn Rösler hält an seinem Entschluss fest. Das bedeutet für uns, dass das Hochzeitshaus wieder an die Stadt Hameln zurückfällt und ganz neu genutzt werden kann, weil die Förderrichtlinien nicht mehr gelten. Mein primäres Interesse ist es nun, noch in diesem Jahr zunächst die Gastronomie wiederzueröffnen. Dieses Feld schnell wieder zu bespielen ist mein Ziel,“ plant Lippmann. Ein entsprechendes Okay durch den Wirtschaftsminister solle sehr kurzfristig erfolgen.

Am 14. August werden die EWR-Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg die Verwendungsnachweisprüfung der EWR beraten. An diesem Tag wird dann wohl auch der Beschluss gefasst, die EWR aufzulösen. „Dann bleibt keine andere Wahl, als den Weg zum Insolvenzrichter anzutreten“, meint Butte, der noch einmal unterstreicht, dass die Gesellschafter-Landkreise kein weiteres Geld für die EWR in die Hand nehmen werden. Derzeit werde im Wirtschaftsministerium geprüft, inwieweit Fördergelder an die EU zurückgezahlt werden müssen. Laut Butte haben die Gesellschafter-Landkreise mit diesen möglichen Zahlungen nichts zu tun, sie müssten mangels Masse vom Land Niedersachsen getragen werden.

„Wir haben Ideen, nur kein Geld“

Und diese drohende Option habe Rösler vorerst auch davon abgehalten, finanzielle Zusagen an die Stadt Hameln für die Weiternutzung des Hochzeitshauses zu machen, glaubt Lippmann, die diesbezüglich auf weitere, noch nicht terminierte Gespräche mit dem Wirtschaftsminister verweist. „Pläne haben wir genug, aber der Umbau ist das große Problem, weil das Hochzeitshaus ausschließlich auf EWR gemünzt ist. Egal, was wir realisieren wollen, wir brauchen Geld. Und zwar in einer Größenordnung, die die Stadt Hameln nicht liegen hat“, unterstreicht Lippmann und beziffert die erforderlichen Investitionen mit rund 2,5 Millionen Euro.

Rösler wisse jedoch um das „Kleinod in Hameln“ und die damit verbundenen Probleme. Er habe seinen Gästen aus der Rattenfängerstadt aufmerksam zugehört, wie die OB berichtet. Auch der Landrat habe Hilfe signalisiert, da der Landkreis und die Stadt Hameln kommunal verbunden seien. „Aber politisch entschieden ist noch nichts. Wir haben Ideen, nur kein Geld“, so Lippmann, ohne konkret zu werden.

Für Butte ist zwar positiv, dass für das Hochzeitshaus nun eine kurzfristige, nicht EWR-gebundene Nachnutzung möglich erscheint, jedoch schränkt der Landrat ein und kündigt an, dass die Unterstützung des Landkreises auch von den Überlegungen abhängig sei, in welcher Form die historische Immobilie künftig genutzt werden solle. „Die Vertragslage ist eindeutig: Fällt das Gebäude an die Stadt Hameln zurück, müssen wir es besenrein übergeben“, erinnert der Sozialdemokrat, der auch nicht weiß, wie die politisch Verantwortlichen im Kreistag eine Neuausrichtung bewerten werden.

Nicht zuletzt deshalb glaubt Lippmann, noch einen langen Weg vor sich zu haben, bis das Hochzeitshaus einer neuen Nutzung zugeführt werden kann. „Aber wenn die Gastronomie kurzfristig wiedereröffnet wird, ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt die Oberbürgermeisterin, die ab sofort nach möglichen Investoren Ausschau halten möchte.

Hochgestellte Stühle im Restaurant des Hochzeitshauses. Dieses Bild soll nach dem Willen von Susanne Lippmann schon bald der Vergangenheit angehören. Die Oberbürgermeisterin hofft, dass der Gastronomiebetrieb noch in diesem Jahr neu eröffnet werden kann.

Foto: Dana

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