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„Windwärts“ streckt weitere Fühler aus

Bald Windräder bei Halvestorf?

HALVESTORF/HAVERBECK. Die Windräder wären wohl schon von weitem sichtbar, von der Bundesstraße 83 aus bei Fischbeck und Wehrbergen. Die Windwärts Energie GmbH plant offenbar auf einer großen Fläche zwischen Haverbeck, Halvestorf und Helpensen, Windräder zu errichten.

veröffentlicht am 28.08.2018 um 18:38 Uhr
aktualisiert am 28.08.2018 um 19:40 Uhr

Werden auch bei Halvestorf Windkraftanlagen errichtet? Foto: dpa
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Auf einer der Dewezet vorliegenden Karte, die einen Entwurf der Firma Windwärts zeigen soll, ist die Fläche eingezeichnet, auf der die Windräder gebaut werden könnten. Das Areal befindet sich westlich der Landesstraße 433 zwischen Haverbeck und dem Gut Helpensen und erstreckt sich dann über den angrenzenden Hügel über beide Seiten der Hoper Straße. Die Potenzialfläche wird in der Legende mit knapp 53 Hektar angegeben, die Projektfläche mit rund 99 Hektar.

Der Lokalpolitiker Wilfried Binder, der für die SPD im Rat der Stadt sowie im Ortsrat Halvestorf sitzt, hält von dem Plan der Firma aus Hannover, dort Windräder zu bauen, kurzum: „nichts“, wie er im Gespräch mit der Dewezet sagt. Der Abstand von einem Kilometer zu den Wohngebieten, hier Haverbeck, das Gut Helpensen und Halvestorf, sowie zum Wald sei nicht gegeben. Beachtet werden müsse auch die dortige Tiefflugstrecke der Bundeswehr sowie die dort verlaufende Ferngasleitung. Außerdem würde der Camping-Platz in Halvestorf an Attraktivität verlieren. Dazu komme, dass der Rat gerade dabei sei, in Halvestorf ein neues Wohngebiet zu entwickeln (wir berichteten). Dem könnten Windkraftanlagen einen Strich durch die Rechnung machen. „Es sind also viele Gründe, die aus meiner Sicht gegen die Nutzung dieses Gebietes für Windkraftanlagen sprechen“, so Binder, der zudem die Windhöffigkeit für „nicht ausreichend“ halte.

Die Vorgehensweise der Firma Windwärts halte ich daher für sehr zweifelhaft und nicht zielführend.

Wilfried Binder, SPD

Die Windwärts Energie GmbH geht dabei in Halvestorf genauso vor wie in Klein Berkel und im Raum Aerzen. Noch bevor die Kommunen Vorranggebiete für die Windenergie überhaupt ausweisen, suchen die Geschäftsleute nach geeigneten Flächen und verhandeln mit deren Eigentümern. Wie berichtet, sind auf diese Weise am Eichberg bei Klein und Groß Berkel bereits Pachtverträge abgeschlossen worden. Diese Vorgehensweise sei auf dem freien Markt zwar durchaus üblich, wie von Vertretern der Kommunen zu hören war, nach dem Motto „Den Letzten beißen die Hunde“, ist aber in der Politik, zuletzt im Ortsrat Klein Berkel, bereits auf Kritik gestoßen (wir berichteten).

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Kritik, wie sie jetzt auch in Halvestorf laut wird. Zwar hat der Rat 2017 beschlossen, dass die Verwaltung die Ausweisung weiterer Vorranggebiete für Windenergie prüfen solle. Doch weder die Flächen in Klein Berkel noch die bei Halvestorf waren bislang Thema in den politischen Gremien. Auch der Verwaltung liegen „keine Erkenntnisse“ zu den Plänen noch Unterlagen oder Anträge von Windwärts vor. „Die Vorgehensweise der Firma Windwärts halte ich daher für sehr zweifelhaft und nicht zielführend“, befindet Binder.

Windwärts bestätigt die Pläne für Halvestorf. „Die Weiterentwicklung der Flächennutzungspläne für Aerzen und Hameln und damit auch die zukünftige Planung in Hinblick auf die Windenergie stehen allerdings noch ganz am Anfang“, teilt Windwärts-Sprecherin Silvia Augustin auf Anfrage mit. „Wir prüfen daher generell Flächen in der Region, so auch bei Halvestorf, konkrete Pläne sehen wir dagegen in ferner Zukunft.“ So befinde sich auch „das Projekt Groß Berkel/Klein Berkel weiterhin in einem sehr frühen Stadium“. Die dafür nötigen Flächen seien aber „größtenteils gesichert“.



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