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Salzhemmendorf möchte Willkommenskultur verbessern und sucht freie Wohnungen

„Wir sind gut vorbereitet“

Salzhemmendorf. Nach der jüngsten Quotenfestsetzung für Niedersachsen sind ab dem 20. November 2014 bis Ende September 2015 auf die Kommunen insgesamt 30 000 Flüchtlinge zu verteilen. Diese Zahl beruht auf einer Prognose des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Die Landesregierung geht derzeit aber davon aus, dass diese Zahl aufgrund zunehmender Asylbewerbungen auf 39 000 Personen ansteigen könnte. Von 30 000 Flüchtlingen ausgehend, ist der Anteil für den Landkreis Hameln-Pyrmont, einschließlich der Stadt Hameln, auf 631 Flüchtlinge festgelegt worden. „Für Salzhemmendorf besteht eine Aufnahmeverpflichtung von 39 Personen“, so Andreas Hillmer, Amtsleiter Ordnung und Soziales der Gemeinde Salzhemmendorf.

veröffentlicht am 10.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 17:31 Uhr

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Autor:

Christiane Stolte

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Zuweisungen ständig gestiegen. Zum Vergleich: 2011 waren es drei Personen, 2012 acht, 2013 bereits 17 und 2014 insgesamt 26 Personen. Insgesamt leben derzeit 52 Menschen in der Gemeinde, für die ein Asylverfahren eingeleitet wurde.

Innerhalb der Quote von 39 Personen seien im Flecken bis-lang drei vierköpfige Familien aufgenommen und untergebracht worden – in komplett eingerichteten Mietwohnungen. Die Kosten für die Einrichtung durch den Bauhof Salzhemmendorf übernimmt der Landkreis. Etliche Haushaltsgegenstände wurden darüber hinaus von der Bevölkerung und der „Bürgerhilfe Salzhemmendorf“ gespendet.

„Am Tag nach der Unterbringung in ihre Wohnungen begleiten wir die Asylbewerber nach Hameln zum Ausländer- und Sozialamt“, erläutert Hillmer den Part der Gemeinde. Wie aber soll es nach der Unterbringung weitergehen? Welche Schritte sollten oberste Priorität haben? Wer ist bereit, die Flüchtlinge bei ihrer Eingliederung in irgendeiner Form zu unterstützen? Um diese Fragen zu klären, hatte die Gemeinde zu einem „Runden Tisch zum Thema Zuwanderer und Kriegsflüchtlinge“ ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Kindertagesstätten, Kirchen, Schulen, Schulsozialarbeit, Jugendpflege sowie Integrationshelfern und interessierten Bürgern wurden erste Maßnahmen für eine Willkommenskultur entwickelt. „Ich bin überwältigt von der guten Resonanz an der Veranstaltung“, freute sich Clemens Pommerening über das „volle Haus“. Er sei sehr zuversichtlich, dass die angestrebte Willkommenskultur gut funktionieren werde. Im Flecken Salzhemmendorf werde nicht bei null gestartet. „Wir sind gut vorbereitet“, betonte der Gemeindebürgermeister. Bereits im Vorfeld seien Mietwohnungen bezugsfertig eingerichtet worden. Um für Neuaufnahmen gerüstet zu sein, suche die Gemeinde präventiv weitere freie Wohnungen – wohlgemerkt in zentraler Lage, denn die Flüchtlinge sollen sich nicht abgeschoben, sondern mittendrin fühlen.

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  • Fern ihrer Heimat, geflohen vor Krieg und Verfolgung, suchen Asylbewerber ein neues Zuhause. dpa
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  • Dorina Deike möchte Interessierten Starthilfe bei der Arbeit als Integrationshelfer geben. sto (2)

Im Laufe der Auftaktveranstaltung „Runder Tisch“ wurden etliche konstruktive Vorschläge eingebracht. Beispielsweise die Ausbildung sogenannter ehrenamtlich tätiger „Integrationslotsen“, die Einrichtung eines Fahrdienstes, die Eingliederung in die Vereine und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen. Oberste Priorität aber sollte dem Deutschunterricht eingeräumt werden, denn die Sprache sei der Schlüssel zur Eingliederung, wurde argumentiert. Dorina Deike vom „Verein für Kinder und Jugendarbeit Hessisch Oldendorf“, die seit einem halben Jahr einmal wöchentlich in der Grundschule Salzhemmendorf Deutschunterricht für Erwachsene erteilt und Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen und ihren Angelegenheiten hat, erklärte sich bereit, Interessierte über die Arbeit eines Integrationshelfers zu informieren. Ein Termin für dieses Treffen wird noch bekanntgegeben. Wer Interesse hat, die Arbeit des „Runden Tisches“ in irgendeiner Form zu begleiten, kann sich melden in der Freiwilligenagentur Salzhemmendorf bei Katharina Sander unter Telefon 05153/80851.



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