weather-image
13°
Im Projekt „HOH – Hessisch Oldendorf hilft“ wollen Ehrenamtliche Flüchtlinge unterstützen

So wollen Freiwillige den Flüchtlingen in Hessisch Oldendorf helfen

Hessisch Oldendorf. Welche öffentlichen Verkehrsmittel sind zu nehmen, wie kommt man an Fahrkarten, was kosten sie und was bedeutet der Bahnstreik? Mit solchen Problemen haben Flüchtlinge zu kämpfen, wenn sie sich, kaum in Hessisch Oldendorf angekommen und der deutschen Sprache nicht mächtig, zur Erstaufnahmestelle nach Braunschweig begeben müssen. Um ihnen in solchen Situationen helfend zur Seite zu stehen, haben sich 22 Menschen auf Einladung der Kirchengemeinde St. Marien zusammengefunden – weit mehr als erwartet.

veröffentlicht am 18.05.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 11:50 Uhr

270_008_7718601_lkho101_1905_1_.jpg

Autor:

von annette hensel

Je nach Talent und Zeit wollen sie in der Flüchtlingshilfe dort mit anpacken, wo Bedarf ist. Einer von ihnen, Karsten Hoffmann, hat auch gleich ein Logo für das neue Projekt entworfen: „HOH – Hessisch Oldendorf hilft“ steht in weißen und gelben Buchstaben auf rotem Untergrund. In der Runde stellen sich zwei Flüchtlingssozialarbeiterinnen, Bianka Hellmich und Hannelore Woltemate, vor, die der Stadt mit insgesamt sieben Wochenstunden vom Landkreis zur Seite gestellt worden sind.

Die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Hessisch Oldendorf, Anke Mielke, erzählt, wie sich der Neuanfang für Flüchtlingsfamilien gestaltet: Mit einem Vorschuss auf die Asylbewerberleistung in der Tasche kommen sie in die ihnen zugeteilte Wohnung, in der Küche und Möbel bereitstehen, der Kühlschrank aber noch leer ist. Die erste Schwierigkeit für die Neuankömmlinge bestehe dann im Einkaufen.

Laut Fachbereichsleiterin Margareta Seibert sind Hessisch Oldendorf 2015 bislang 40 Flüchtlinge zugewiesen worden. Um konkrete Hilfe leisten zu können, kristallisieren sich vier Aufgabenfelder heraus, für die sich im Gemeindehaus Arbeitsgruppen bilden: Die Arbeitsgruppe Datenbank „Wer braucht was?“ erstellt eine Internetliste, auf der die Stadt hinterlässt, was dringend benötigt wird, und auf der Anbieter eintragen, was sie an Mobiliar, Haushaltsgeräten oder Kleidung zur Verfügung stellen. In der Arbeitsgruppe Patenschaften werden sich sechs Personen gezielt um Flüchtlinge kümmern und ihnen im Alltagsleben helfen oder ihnen auch zeigen, wie man mit Haushaltsgeräten umgeht.

270_008_7718642_lkho102_1905.jpg

Die Arbeitsgruppe Sprachbarrieren begibt sich auf die Suche nach Menschen, die bei administrativen oder auch alltäglichen Fragen dolmetschen, und will auch individuelle Sprachförderung leisten. „Dafür gibt es Möglichkeiten, an Fördermittel zu kommen“, so Kirchenkreissozialarbeiter Martin Barwich. „Meist erst nach anderthalb Jahren, wenn ein gesicherter Anspruch auf Asylrecht besteht, haben Flüchtlinge ein Anrecht auf die Teilnahme an einem Deutschkurs“, betont Seibert.

Die vom Seniorenrat der Stadt initiierten Runden Tische, die sich laut Fritz Holstein schon lange für Flüchtlinge starkmachen wollen, werden gebeten, bei der Wohnungssuche in den Ortschaften behilflich zu sein.

In der Runde wird über die Versicherung ehrenamtlich Helfender und die Teilnahme an einem Integrationslotsenkurs geredet. Als weitere Ideen werden ein Kennenlern-Angebot für Flüchtlingskinder in der Malschule, die Einrichtung eines Flüchtlingscafés oder ein Fahrradeinführungskurs genannt. Klärungsbedarf besteht für die HOH-Gruppe in der Frage, warum Flüchtlinge, die kein Konto eröffnen dürfen, ihr Geld monatlich vom Landkreis aus Hameln abholen müssen und nicht vor Ort erhalten. Ein Mitglied wird sich beim Landkreis und den Geldinstituten kundig machen. Am Ende bildet sich eine Koordinierungsgruppe unter der Leitung des Verwaltungsmitarbeiters Hermann Faust, der demnächst zu einem weiteren HOH-Treffen einladen will. Im kommenden Juli soll es soweit sein.

Bianka Hellmich (re.) und Hannelore Woltemate, Flüchtlingssozialarbeiterinnen des Landkreises, bei der Abstimmung, welches Logo für das Projekt ausgewählt wird.

Dieses Logo steht künftig für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in Hessisch Oldedorf.ah (2)



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare