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Dramatische Lage: Immer mehr Flüchtlinge und immer weniger Wohnraum

Hilferuf der Kommunen

Hameln-Pyrmont (as). Der Hilferuf der Kommunen ist laut und unüberhörbar: Wenn der Flüchtlingsstrom weiter so rasant anschwelle, stoße man sehr schnell an die eigenen Grenzen, heißt es im Landkreis Hameln-Pyrmont. Im Kreis Holzminden wird diese Grenze bereits überschritten – und nicht nur dort. Hintergrund ist die Ankündigung des niedersächsischen Innenministeriums, in der nächsten Woche zusätzlich mehr als 3000 Asylbewerber auf die Kommunen zu verteilen, weil das Erstaufnahmesystem des Landes für Flüchtlinge faktisch zusammengebrochen sei.

veröffentlicht am 06.08.2015 um 13:58 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 14:00 Uhr

Hameln-Pyrmont (as). Der Hilferuf der Kommunen ist laut und unüberhörbar: Wenn der Flüchtlingsstrom weiter so rasant anschwelle, stoße man sehr schnell an die eigenen Grenzen, heißt es im Landkreis Hameln-Pyrmont. Im Kreis Holzminden wird diese Grenze bereits überschritten – und nicht nur dort. Hintergrund ist die Ankündigung des niedersächsischen Innenministeriums, in der nächsten Woche zusätzlich mehr als 3000 Asylbewerber auf die Kommunen zu verteilen, weil das Erstaufnahmesystem des Landes für Flüchtlinge faktisch zusammengebrochen sei.
 Angesichts dieser Entwicklung fordern die drei niedersächsischen kommunalen Spitzenverbände – Landkreistag, Städtetag, Städte- und Gemeindebund – in einer gemeinsamen Erklärung vom Land kurzfristig mindestens 5000 weitere Erstaufnahmeplätze. Sie sprechen von einer „Hauruck-Aktion“ des Landes, die zu einer erheblichen Verschärfung der ohnehin schon extrem angespannten Unterbringungsanlage vor Ort führe. Das Land müsse endlich die Dramatik der Lage anerkennen und auch die Kostenpauschale sofort und ohne weiteres Warten auf den Bund auf mindestens 10 000 Euro erhöhen.
 Der Landkreis Hameln-Pyrmont muss nun nach Angaben der Pressestelle zusätzlich 63 Flüchtlinge aufnehmen. 24 davon würden der Stadt Hameln zugewiesen, 39 auf die weiteren sieben kreisangehörigen Gemeinden. In den verbleibenden Tagen bis zur Ankunft der Frauen, Männer und Kinder am Montag seien die zuständigen Stellen im Kreishaus und in den Rathäusern insbesondere mit der kurzfristigen Beschaffung von ausreichend Wohnraum beschäftigt. Eine besondere Herausforderung werde für die Teams Zuwanderung und Soziale Hilfen bereits die Ankunft der 63 Flüchtlinge am Montag sein, die alle gleichzeitig mit einem Bus der Landesaufnahmebehörde aus Braunschweig zum Hamelner Kreishaus gebracht würden. „Um die Menschen auch weiterhin nicht in Wohncontainern, Sporthallen oder Zeltlagern unterbringen zu müssen, sondern in angemessen ausgestatteten menschenwürdigen Wohnungen, sind wir dringend auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen“, betont die Pressestelle des Landkreises Hameln-Pyrmont.
 Neben Wohnraum sei die Kreisverwaltung auch für ehrenamtliche zwischenmenschliche Unterstützung dankbar, wenn es beispielsweise um Dolmetscherdienste oder um die Betreuung der Flüchtlinge in ihren neuen Wohnorten geht.
 Der Kreis Holzminden muss am Montag 31 weitere Asylbewerber aufnehmen. Für den Monat August sind damit laut Pressestelle insgesamt 51 Personen angekündigt worden. Aufgrund des zeitlich geringen Vorlaufs werde es nicht gelingen, rechtzeitig ausreichend Wohnraum anbieten zu können. Die Notlage mache es erforderlich, früher als geplant mit der vorübergehenden Unterbringung im Zentrum für Migration in Eschershausen zu beginnen.
u Wohnraumangebote im Landkreis Hameln-Pyrmont werden unter 05151/903-0 sowie per E-Mail unter fluechtlingshilfe@hameln-pyrmont.de angenommen, Wohnungsangebote im Landkreis Holzminden per E-Mail (migration@landkreis-holzminden.de) oder unter 05531/707243.



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