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Mit der Ausbildung zum Integrationslotsen wollen Stadt und Volkshochschule Ehrenamtlichen helfen

Flüchtlinge unterstützen – aber wie?

Hessisch Oldendorf. Kosovo, Montenegro, Irak, Syrien – weltweit gibt es derzeit viele Länder, aus denen Menschen aus verschiedenen Gründen fliehen. In Hessisch Oldendorf werden dieses Jahr bis zu 100 Flüchtlinge erwartet – Tendenz steigend. Aber wie fühlen sich Flüchtlinge, die aus ihrem eigenen Land vertrieben werden, die in einem neuen Land eine Wohnung bekommen und ab dann alleine klarkommen müssen? Und: Wie sollen sich die Neuankömmlinge mit deutschen Behörden auseinandersetzen, wenn sie nicht einmal die Sprache beherrschen?

veröffentlicht am 29.05.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 16:25 Uhr

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Autor:

Nelke birke und Christoph Boßmeyer

Im Akkord richten Mitarbeiter der Stadt Hessisch Oldendorf nach Ankunft der Flüchtlinge bezugsfertige Wohnungen ein und bringen Familien dort unter. Aber oft bleibt für die einfachsten Dinge keine Zeit. Wo der nächste Supermarkt ist, wie man die Kinder in Schule und Kindergarten anmeldet, eben wie man sich in einer neuen Stadt zurechtfindet. Um genau dieses Thema drehte sich die Informationsveranstaltung zum Integrationslotsenkurs der Volkshochschule (vhs).

Um Migranten bei der Einfindung zu helfen, setzt Hessisch Oldendorf auf ehrenamtliche Helfer. Diese sollen in dem Kurs lernen, wie sie Flüchtlingen bei Alltagsfragen, Behördengängen und Arztbesuchen oder der Integration in verschiedenen Vereinen behilflich sein können. In den 50 Unterrichtsstunden, geleitet von Christine Schneider und Suna Baris, geht es nicht nur um interkulturelle Kompetenzen und Fakten, sondern auch um Fragen rund um die ehrenamtliche Tätigkeit, wie zum Beispiel: „Was kommt eigentlich auf mich zu und warum oder wie weit will ich mich engagieren?“, erklärt Fred Gorkow, Fachbereichsleiter bei der Volkshochschule. Bezogen auf den Anstieg der Flüchtlingszahlen, sagte Gorkow, dass „sich der Bedarf der Kommunen geändert hat und sie nicht mehr in der Lage sind, diesen ohne Ehrenamtliche aufzufangen“.

Einer der sechs Teilnehmer ist Albert Hobbiesiefken (65) aus Fuhlen. Er betreut bereits eine kosovarische Familie. Gefragt nach seinem Interesse an dem Kurs antwortet er, dass er mehr Grundwissen bekommen wolle. Auch Gina-Maria Braun und Tochter Isabel Braun haben sich im Kultourismusforum eingefunden. Sie wollen Integrationshelferinnen werden, weil es ihnen wichtig ist, „Menschen, die aus verschiedenen Situationen kommen, zu helfen“. Aber auch „Spaß und Erfahrungen“ stünden für die beiden im Vordergrund. „Ich bin neugierig auf etwas Neues“, ergänzt die Mutter.

Die beiden Kursleiterinnen zeigen sich mit der Teilnehmerzahl der Informationsveranstaltung zufrieden. „Ich erhoffe mir, dass wir genügend Teilnehmer finden, und dass Menschen Freude und Spaß an ihrer Tätigkeit haben“, so Schneider. Damit der Kurs wie geplant stattfinden könne, wünschen sich Stadt und vhs aber noch weitere Interessenten. Diese können sich bei Fred Gorkow unter der Telefonnummer 05151/948224 melden. Der Kurs richte sich an Personen, die Flüchtlingen bei der Integration helfen wollen, dabei aber Unsicherheiten verspüren. Die Basis solle geschaffen und für Sicherheit in den wichtigsten Fragen gesorgt werden. Das Angebot richte sich dabei auch an Rentner, die vielleicht mehr Zeit haben, oder Menschen, die auf Begegnungen besser vorbereitet sein wollen, formulierte Gorkow nochmals, für wen der Integrationslotsenkurs in Hessisch Oldendorf gedacht sei. Außerdem, so Gorkow, sei ein Austausch mit der Kirche geplant, die einen ähnlichen Kurs für ehrenamtliche Helfer anbietet, die Flüchtlingen bei der Integration helfen wollen.



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