weather-image
10°
So laufen die ersten Stunden der neu angekommenen Flüchtlinge

Ein Rucksack, eine Tasche, ein neues Zuhause

Weserbergland (sak). Sie kommen aus dem Sudan, von der Elfenbeinküste, aus Montenegro, Georgien, dem Kosovo und Liberia: die insgesamt 63 Flüchtlinge, die am Montag im Hamelner Kreishaus begrüßt wurden. Eigentlich fast ein Tagesgeschäft. Doch die „besondere Herausforderung heute besteht darin, dass es so viele sind“, sagt Sandra Lummitsch, Pressesprecherin des Landkreises.

veröffentlicht am 10.08.2015 um 16:06 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 11:33 Uhr

Die meisten der 63 Flüchtlinge kommen aus dem Sudan und von der Elfenbeinküste. Sie sprechen Arabisch und Französisch – jedoch kein Deutsch. Dana (3)

Weserbergland (sak). Sie kommen aus dem Sudan, von der Elfenbeinküste, aus Montenegro, Georgien, dem Kosovo und Liberia: die insgesamt 63 Flüchtlinge, die am Montag im Hamelner Kreishaus begrüßt wurden. Eigentlich fast ein Tagesgeschäft. Doch die „besondere Herausforderung heute besteht darin, dass es so viele sind“, sagt Sandra Lummitsch, Pressesprecherin des Landkreises.
 12 Uhr: Zwei große Reisebusse biegen auf den Parkplatz. Die Flüchtlinge steigen aus, sammeln ihr Gepäck – das zum Großteil aus gestopften Tüten und Rucksäcken besteht – und folgen den Mitarbeitern ins Kreishaus. Die erste Kontaktaufnahme geschieht auf Englisch, wobei durch die Dolmetscher auch in Arabisch, Russisch und Französisch übersetzt werden könnte. „Es sind keine Integrationslotsen. Sie sind freiwillig gekommen, um zu helfen“, erklärt eine Mitarbeiterin des Kreishauses.
 In einem Konferenzraum sitzen die 65 Neuankömmlinge – die Jüngste von ihnen ist erst etwa sechs Jahre alt – und warten darauf, zu erfahren wo sie ab nun unterkommen. Die Namen werden aufgerufen. Jeder Flüchtling bekommt ein Schild auf die Brust geklebt. Darauf: der Name und der Vermerk, ob die Person ab nun in Hameln, Bad Münder, Aerzen oder Coppenbrügge wohnen wird. Von den 63 Flüchtlingen, werden 22 in Hameln, acht in Bad Münder, neun in Aerzen, acht in Salzhemmendorf, sechs in Coppenbrügge, vier in Emmerthal und sechs in Bad Pyrmont unterkommen. Welche Gemeinde wie viele Flüchtlinge aufnehmen muss, wurde nach einem Schlüssel entschieden. „Und zweitens auch nach der Frage: Wo ist noch Platz? Daher hat Hessisch Oldendorf zum Beispiel niemanden zugewiesen bekommen“, sagt Lummitsch.
 Aus den Gemeinden sind Mitarbeiter des Rathauses oder andere Ansprechpartner vor Ort, um die Flüchtlinge in Empfang zu nehmen. Man verständigt sich auf Englisch, mit Händen und Füßen, einem Lächeln. Mit ihrem Gepäck und einer kleinen Willkommensmappe in der Hand geht es für die Flüchtlinge weiter in Richtung ihrer neuen Heimat auf Zeit. Sie alle bekommen dort eine Arztbescheinigung und 150 Euro in bar. „Dann werden sie in ihre neuen Wohnungen gebracht, die letzte Woche zum Teil noch spontan organisiert wurden“, erklärt eine Mitarbeiterin des Hamelner Rathauses, die die 22 Flüchtlinge für die Stadt in Empfang nimmt. Und: „Wir haben erst letzten Donnerstag erfahren, wie viele Personen in Hameln bleiben werden, ob es Familien oder Einzelpersonen sind.“ Für Einzelpersonen sei es immer schwieriger etwas zu finden, als für Familien, erklärt Lummitsch. Und auch, wenn alle Flüchtlinge eine sichere Bleibe gefunden hätten: „Bedarf ist immer da“, sagt Lummitsch.
 Die 63 Flüchtlinge – die genaue Bezeichnung lautet ab jetzt Asylantragssteller – haben nun sechs Monate Zeit, sich in ihrer neuen Heimat einzuleben. Dann wird sich entscheiden, ob sie in Deutschland bleiben dürfen, oder ob sie vielleicht zurück in ihr Heimatland müssen.

Die erste Begrüßung findet im Eingang des Kreishauses statt.
  • Die erste Begrüßung findet im Eingang des Kreishauses statt. Foto: Dana
Hab und Gut in Tüten verstaut.
  • Hab und Gut in Tüten verstaut. Foto: Dana


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt