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Ehrenamtliche bieten Flüchtlingen Sprachunterricht und praktische Unterstützung

Angebote der Helfer sind willkommen

Aerzen. Während andere Kommunen noch beim Thema Flüchtlingshilfe im Planungsstadium sind, gibt es im Bereich der Gemeinde Aerzen schon vielfältige Angebote, um Asylbewerber praktisch zu unterstützen. Das wurde beim dritten „Runden Tisch Asyl“ deutlich, zu dem Bürgermeister Bernhard Wagner die ehrenamtlichen Helfer eingeladen hatte.

veröffentlicht am 01.05.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 16:27 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan

Während im Kernort das Lernangebot der deutschen Sprache durch ehemalige Lehrkräfte im evangelischen Pfarrhaus als Einzelunterricht konzipiert ist, setzen sowohl Groß Berkel als auch Grupenhagen auf Gruppenangebote, die sich grundsätzlich an alle lernwilligen Neubürger richten. In Königsförde dagegen helfen Übersetzerprogramme, Sprachbarrieren zu überbrücken. Während Neuankömmlinge vom Helferteam erst einmal begrüßt und eventuell mit den Dingen des täglichen Bedarfs ausgestattet werden, begleiten die Ehrenamtlichen die Asylbewerber, die schon einige Zeit in der Gemeinde wohnen, vor allem bei Besuchen von Behörden und Ärzten oder beim Einkaufen.

„Im Behördendschungel oder in größeren Fachkliniken sind die Asylbewerber oft hoffnungslos überfordert. Hier sind die Helfer gefragt, die mit dem entsprechenden Nachdruck für Veränderungen bei Verwaltungsmaßnahmen sorgen können“, so die Erfahrung von Renate Oetzmann und Reinhard Burdinski in Groß Berkel. Für schnelle und unbürokratische Hilfen stellt die katholische Kirche 1000 Euro zur Verfügung, die über Pastor Thomas Mayer von der evangelischen Kirchengemeinde in Aerzen abgerufen werden können. Ein Lob sprachen alle Mitglieder des „Runden Tisches“ den Mitarbeitern des Landkreises aus – bis auf eine Ausnahme. Der vorgebrachten Kritik wollen die für die Gemeinde Aerzen in Asylfragen zuständigen Landkreis-Mitarbeiter Nils Ehrenberg und Hannelore Woltemate, die erstmals an dem Informationsaustausch teilnahmen, unverzüglich nachgehen. „Ansonsten stehen die Mitarbeiter uns stets mit Rat und Tat zur Seite“, so die überwiegende Erfahrung der Ehrenamtlichen.

Positive Rückmeldungen konnte der Bürgermeister vom Wohnungsmarkt geben: „Mittlerweile melden sich vermehrt Privatpersonen bei der Verwaltung und stellen Mietwohnraum für Familien und Einzelpersonen zur Verfügung.“ Sehr unterschiedlich gestaltet sich die Integration der Neubürger in die Dorfgemeinschaft. Aus Groß Berkel berichtete Burdinski, dass alle Kinder regelmäßig die Schule besuchen, auch die, in deren Heimatkultur Schulbildung keinen hohen Stellenwert hat. Der TSV Groß Berkel begeisterte mehrere Kinder aus Asylbewerberfamilien besonders mit seinem Handball-Angebot. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Grupenhagen gewann dank der Einquartierung von Asylbewerbern in der alten Schule ein talentiertes neues Mitglied und konnte einen Musikschüler an ein Instrument heranführen. „Für unsere Neubürger sind unsere gelebten dörflichen Traditionen etwas völlig Unbekanntes“, erzählen Gisela Bartsch und Bettina Wellhausen aus Grupenhagen unter Hinweis auf Osterfeuer oder Maibaum. „Aber sie sind für alles offen.“ Wie willkommen und wohl sich einige Grupenhagener Neubürger in ihrer neuen Heimat fühlen, zeigte sich erst jüngst in ihrer Entscheidung, wie Renate Alpers berichtet: Der Möglichkeit, in eine Großstadt zu ziehen, erteilten sie eine Absage – und blieben lieber im Dorf.



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