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Menschen dezentral in Privatquartieren untergebracht / Stadt sucht langfristig Immobilien

Aktuell 60 Flüchtlinge

Obernkirchen. Das Problem, angesichts zahlreicher Anfragen Quartiere für Bürgerkriegsflüchtlinge aus den aktuellen Krisengebieten dieser Welt zu finden, macht derzeit zahlreichen Landkreisen und Kommunen Kopfzerbrechen. In Hameln-Pyrmont hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf Anweisung der Bundesregierung angeboten, Flüchtlingen Wohnungen und Häuser der abgezogenen britischen Soldaten zur Verfügung zu stellen; in Schaumburg wird inzwischen die Option nicht mehr ausgeschlossen, Flüchtlinge notfalls auch in Wohn-Containern unterzubringen.

veröffentlicht am 20.01.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 11.08.2015 um 12:29 Uhr

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Autor:

Thomas Wünsche

Anders in Obernkirchen. „In Obernkirchen leben aktuell bereits etwa 60 Flüchtlinge“, berichtet Oliver Schäfer. Der Bürgermeister und Rathauschef auf Nachfrage der Redaktion: „Sie sind dezentral in mehr oder minder großen Wohnungen nahezu über das gesamte Stadtgebiet verteilt.“ Diese dezentrale Unterbringung gilt gemeinhin als die beste Form, weil sie einer „Gettoisierung“ vorbeugt.

Überhaupt sei die Bergstadt beinahe traditionell eine Kommune, in der auch in der Vergangenheit immer vergleichsweise viele Flüchtlinge gelebt hätten; das liege nicht zuletzt daran, dass es in Obernkirchen viele Hauseigentümer gebe, die dafür schon immer Privatquartiere bereitgestellt hätten. Einen signifikanten Anstieg der Flüchtlingszahlen durch die jüngsten Ereignisse in Syrien habe es dagegen nicht gegeben.

Fakt sei zwar, dass der Landkreis Schaumburg immer bemüht sei, neue Wohneinheiten für Flüchtlinge zu finden, aber: „Der Schwerpunkt des Landkreises“, so der Bürgermeister, „liegt dabei aktuell auf denjenigen Kommunen in Schaumburg, die im Vergleich mit den Städten deutlich weniger Menschen aufgenommen haben.“ Die Bergstadt habe dabei – nach den drei großen Städten Stadthagen, Rinteln und Bückeburg – mit besagten 60 Menschen den vierhöchsten Anteil an Flüchtlingen; gleichwohl sei das noch immer deutlich unter ein Prozent der Bevölkerung.

Schäfer: „Wir als Stadt haben keine eigenen Immobilien mehr, in denen wir Kapazitäten bereitstellen könnten.“ Mögliche Probleme beim Zusammenleben von Flüchtlingen und Einheimischen in der Bergstadt sind Schäfer bislang nicht zu Ohren gekommen; auch die Unterbringung sei reibungslos verlaufen. Gründe, warum der Rathauschef mit Blick auf die Bergstadt lieber von einer „Flüchtlingsthematik“ als einer „Flüchtlingsproblematik“ spricht.



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