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Willamowius kämpft vergeblich: Vakante Stelle des Fachbereichsleiters wird nicht wiederbesetzt

Schwarz-Grün bleibt beharrlich beim Nein

Hameln (HW). Die Sozialdemokraten und auch Stadträtin Gabi Willamowius legten sich mächtig ins Zeug, um die im Rathaus vakante Stelle des leiters im Fachbereich 3 (Bildung, Jugend und Kultur) schnellstmöglich erneut auszuschreiben und wiederzubesetzen. Sie forderten von Christdemokraten, Grünen und Unabhängigem eine „Kehrtwende“, doch die Mehrheitsgruppe blieb beharrlich bei ihrem Nein. Den amtierenden Fachbereichsleiter abzusetzen, sei eine Entscheidung der Verwaltungsspitze gewesen, argumentierte Gruppensprecher Claudio Griese (CDU). Und seine Stellvertreterin Ursula Wehrmann ergänzte: „Auch wegen der bevorstehenden Verwaltungsstrukturreform wäre es unsinnig, jetzt eine weitere Führungsfigur ins Boot zu holen. Und natürlich dürfen wir die prekäre finanzielle Situation der Stadt nicht außer Acht lassen.“ Die Fraktionschefin der Grünen betonte zudem, dass die Hamelner Schulleiter den Wunsch geäußert hätten, dass die einzelnen Abteilungen des Fachbereiches 3 wieder zusammengeführt werden müssten. Deshalb, und auch um weitere Personalkosten zu sparen, solle Stadträtin Willamowius auch die Fachbereichsleitung übernehmen.

veröffentlicht am 22.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.05.2013 um 13:39 Uhr

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Die aber sprach von „zwei verschiedenen Paar Schuhen“ und warnte davor, den sensiblen Bereich der Bildung zum Spielball der Politik zu machen. Die Aufgaben der Stadträtin und die eines Fachbereichsleiters seien völlig unterschiedlich, argumentierte Willamovius. Sie sei für die strategische Ausrichtung zuständig, die Fachbereichsleitung für die Umsetzung. Vorwürfe, sie habe den Fachbereich mit der Gründung zahlreicher Abteilungen zerschlagen, wies die Dezernentin als „skandalös“ zurück. Sie habe für eine Neuausrichtung gesorgt, „weil es keine belastbare Organisationsstruktur“ gegeben habe.

„Bereits in der letzten Ratsperiode haben wir einmütig und fraktionsübergreifend festgelegt, dass im Bereich Bildung nicht gespart werden darf. Und nun treffen wir mit dieser Thematik bei der Mehrheitsgruppe auf eine Totalablehnung. „Das schadet der Bildung und auch den anderen Bereichen“, monierte Volker Brockmann. Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten bezeichnete das Verhalten von CDU, Grünen und Unabhängigem als „grob fahrlässig“ und kündigte daraus erwachsene Defizite und Schäden an. „Seien Sie sicher, dass wir Sie und die Öffentlichkeit, vor allem die Eltern und Schüler, immer wieder darauf hinweisen werden“, sagte Brockmann und unterstellte der Gruppe „Starrsinnigkeit“ und „Konzeptlosigkeit“. Auch könne nach Meinung des SPD-Politikers weder von einer neuen Stelle noch von Haushaltskonsolidierung die Rede sein, weil die Position des Fachbereichleiters im Stellenplan verankert sei.

Pirat Jörgen Sagawe unterstellte der Mehrheitsgruppe „schizophrene Argumente“ und sprach von einem „chirurgischen Eingriff in die Verwaltung ohne Ziel“. Auch aus Reihen der FDP mussten CDU, Grüne und Unabhängiger geharnischte Kritik einstecken. „Was wir hier erleben ist eine Mehrheitsgruppe, die in der Personalpolitik nicht weiß, was sie will“, sagte Hans Wilhelm Güsgen. Die Politik der Gruppe werde auf den Köpfen der Verwaltungsmitarbeiter ausgetragen. Der Fraktionsvorsitzende der Liberalen orakelte zudem ein Einknicken der Gruppe in einem Dreivierteljahr. „Dann werden wir, wie beim Stadtbaurat, die Stelle neu ausschreiben, um sie wiederzubesetzen. Es ist nur vergebene Zeit“, erklärte Güsgen.

Erst als sich kein geeigneter Bewerber gefunden hatte, habe die Gruppe beschlossen, auf eine Wiederbesetzung der Stelle zu verzichten, monierte Kurt Meyer-Bergmann. „Da hätten Sie auch schon früher Flagge zeigen können. Wir brauchen im Fachbereich 3 jemanden, der den Hut auf hat“, sagte der SPD-Politiker.

Jörgen Sagave war am Ende um eine friedliche Lösung bemüht: „Eine Zerschlagung des Fachbereiches ist nicht zielfördernd“, meinte der Pirat. Er riet allen Beteiligten, sich noch einmal an einen Tisch zu setzen, um eine Lösung zu finden. Vergeblich – mit 21 Nein- und 17 Ja-Stimmen wurde der Antrag der SPD-Fraktion auf Ausschreibung und Wiederbesetzung der vakanten Stelle abgelehnt.

Hat den Fachbereich 3 im Hamelner Rathaus neu strukturiert: Stadträtin Gabi Willamowius

Montage: Dana



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