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Mehrheitsgruppe kritisiert Personalpolitik der OB / Protestbrief von Schulleitern und Vereinen

„Lippmann will Druck auf uns ausüben“

Hameln (ni). Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann hat die Verantwortlichkeiten für den Fachbereich Bildung, Familie und Kultur neu verteilt. Eine „Notbremse“, weil die Stelle des Fachbereichsleiters „laut Beschluss der Mehrheitsgruppe vakant bleiben soll“, wie sie ihre Entscheidung selbst begründete und erklärte, die von Stadträtin Gaby Willamowius in diesem Bereich geleistete Aufbauarbeit werde nun „auf Eis gelegt“ (wir berichteten). Dass künftig „fachfremde“ Führungskräfte für Schulfragen und Kitaprobleme, kulturelle Angebote und soziale Einrichtungen der Stadt zuständig sein sollen, trägt Lippmann massive Kritik auf breiter Front ein.

veröffentlicht am 16.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.05.2013 um 13:39 Uhr

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Weil sie die von Lippmann vorgenommene „Umschichtung“ für eine „folgenschwere Fehlentscheidung halten“, haben 14 Hamelner Schulleiter und diverse Jugendorganisationen, Museumsverein und Theaterfreunde, Kunstkreis und Stadtelternrat jetzt einen bösen Brief an Lippmann geschrieben. 23 Unterschriften trägt das Papier, in dem die Unterzeichner der OB vorwerfen, die von ihr vorgenommene Umschichtung stehe „in einem krassen Widerspruch“ zu der konzeptionellen Neuausrichtung des Fachbereichs. Statt „klarer Schwerpunktsetzung und innovativen Akzentuierungen nehmen wir wahr, dass dieser von Politik und Verwaltung als zentral bezeichnete Bereich zergliedert und darüber in die Bedeutungslosigkeit geführt wird“, heißt es in dem Brief. Auch der Hinweis, dass die OB offensichtlich nicht besonders pfleglich mit ihren Mitarbeitern umgeht, fehlt in dem Schreiben nicht: Im Zuge der Umstrukturierung des Fachbereichs seien „über Jahre erfolgreich und kompetent handelnde Personen beschädigt“ worden. Gemeint ist damit unter anderem der ehemalige Fachbereichsleiter Andreas Breitkopf, der seinen Posten räumen musste und jetzt als Abteilungsleiter (mit Fachbereichsleiter-Bezügen) Dienst tut. Gemeint ist wohl auch der einstige Abteilungsleiter Hans Bolte, der von den Schulleitern als ausgewiesener Experte in Schulverwaltungsfragen geschätzt wurde und der künftig als stellvertretender Abteilungsleiter im Rathaus arbeitet.

Die 23 Unterzeichner des Briefes fordern die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, „umgehend diesen Schritt der Aufteilung des Fachbereichs rückgängig zu machen“. Die Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und Unabhängigen im Hamelner Rat täte nichts lieber als genau das. Doch weil die von Lippmann getroffenen Entscheidungen allesamt in die Personalhoheit der Oberbürgermeisterin fallen, bleibt der Politik nur die Möglichkeit eines Gegenvorschlages. Und der liegt jetzt auf dem Tisch. Danach soll Dezernentin Gaby Willamowius, die als eigentliche Fachfrau für den Bereich Bildung, Familie und Kultur bei der Neuausrichtung des Fachbereichs federführend war, auch die Aufgaben der Fachbereichsleitung wahrnehmen. „Bei zwei so erfahrenen Mitarbeitern wie Abteilungsleiter Andreas Breitkopf und seinem Stellvertreter Hans Bolte dürfte das eigentlich kein Problem sein“, sagen CDU-Fraktionschef Claudio Griese und seine grüne Partnerin Ursula Wehrmann übereinstimmend. Zumal dann nicht, wenn Willamowius von ihrer derzeitigen Zuständigkeit für den Fachbereich Recht und Sicherheit entlastet werde und Lippmann dieses Ressort wieder übernimmt – „so, wie sie es vor dem Amtsantritt von Frau Willamowius ja auch schon getan hat“, so Wehrmann.

Die Verantwortlichkeiten für den Fachbereich Bildung, Familie und Kultur aufzusplitten und sie fachfremden Führungskräften zu übertragen halten Wehrmann und Griese für eine „untragbare Lösung“. Aber auch für eine, die Susanne Lippmann bewusst gewählt habe. „Sie will damit Druck auf uns ausüben, die Fachbereichleiterstelle doch noch zu bewilligen“, sind beide überzeugt. Doch sie wollen sich nicht unter Druck setzen lassen „Einen neuen Fachbereichsleiter“, sagt Griese energisch, „wird es mit uns nicht geben“.

Stadträtin Gaby Willamowius war federführend bei der Neuausrichtung des Fachbereichs Bildung, Familie und Kultur.

Foto. Dana



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