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Sechs neue Anlagen bei Lichtenhagen in der Diskussion

Rat streitet über Windkraft

OTTENSTEIN. Wird es bald neue Windkraftanlagen auf der Ottensteiner Hochebene geben? Das Thema wurde am Dienstag auf der Sitzung des Gemeinderates behandelt. Bürgermeister Manfred Weiner wünschte sich, dass die Gemeinde Ottenstein eine Stellungnahme an den Landkreis verfasst, dass keine weiteren Windkraftanlagen auf der Hochebene gebaut werden sollen. Der Landkreis ist die zuständige Behörde, die neue Anlagen genehmigt. Doch so wie sich der Bürgermeister, der sich vehement gegen neue Anlagen aussprach, das wünschte, ging es nicht aus.

veröffentlicht am 23.05.2018 um 14:30 Uhr

Wird es bald mehr Windkraftanlagen auf der Ottensteiner Hochebene geben? Noch ist die Sache nicht klar. Pläne dafür gibt es aber schon. Foto: ms
Maike Lina Schaper

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Maike Lina Schaper Reporterin zur Autorenseite
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Im Rat wurde das Thema kontrovers diskutiert. Die Ansicht von Bürgermeister Weiner über neue Windkraftanlagen ist in der Gemeinde hinlänglich bekannt. Nicht zum ersten Mal diskutierte die Politik über Windkraft. „Wir haben genug geleistet für die Energiewende“, sagte Weiner schon Anfang 2015 im Gemeinderat, als es um den Bau eines weiteren Windrades in der Gemarkung Lichtenhagen an der Grenze zum Pyrmonter Bergdorf Eichenborn ging. Und auch am Dienstagabend wurde er sehr deutlich: „Ich will keine weitere Windkraft“, und „Diese Aktion dort kann und werde ich nicht unterstützen“.

Die aktuelle Diskussion drehte sich darum, dass 53 Landeigentümer ihre Flächen zwischen Ottenstein und Lichtenhagen für den Bau mehrerer neuer Windenergieanlagen zur Verfügung stellen wollen. Von den Landbesitzern sollen immerhin 45 in der Region wohnen. Mit dem Anführen dieser Zahl wehrte sich Ratsherr Heinrich Timmermann gegen die Argumentation von Bürgermeister Weiner, die Beteiligten wollten die Anlagen nur zum Kapitalerwerb bauen und müssten sie selbst nicht sehen. Sowohl Timmermann als auch die Ratsmitglieder Andreas Siegmann und Thomas Meyer gehören zu den 53 Landeigentümern, auf deren Land in Zukunft neue Windkraftanlagen stehen könnten.

Sieben Anlagen, wie von Weiner bisher angenommen, sollten es aber nicht werden, heißt es von Timmermann. Maximal sechs würden in das ins Auge gefasst Gebiet passen. Betreibergesellschaft von fünf Anlagen wäre die wpd windmanager GmbH & Co. KG aus Bremen, eine Anlage soll als Bürgerwindanlage gebaut werden, sagt Timmermann. Mittelfristig, so Timmermann weiter, würden auf der Hochebene allerdings zwölf Windkraftanlagen abgebaut werden, da diese nicht repowert, also durch neue, effektivere ersetzt werden könnten. Dies ginge nicht, da sich die gesetzlichen Abstände zu Wohngebäuden zukünftig durch das neue Raumprogramm des Landkreises auf 850 Meter vergrößern würden. Dieses Raumordnungsprogramm sollte der Landkreis Holzminden Ende 2019 verabschieden.

Was den Bau der sechs Windkraftanlagen zwischen Ottenstein und Lichtenhagen angeht, wird in nächster Zeit allerdings noch nichts passieren. Derzeit werde laut Timmermann zunächst ein avifaunistisches Gutachten angefertigt. Das heißt, dass das Areal als Lebensraum von Vögeln und Fledermäusen ins Blickfeld genommen wird. Dafür braucht es ein Jahr.

Während Weiner anführte, dass bereits vor einigen Jahren etliche Unterschriften gegen den Bau neuer Windkraftanlagen in Eichenborn gesammelt wurden, führte Timmermann ins Feld, dass es gegen das aktuelle Vorhaben keine Bürgerinitiative wie damals gäbe und er zugesichert habe, eine Bürgerversammlung in Lichtenhagen zu veranstalten, wenn es etwas Neues gebe. Dafür, eine Versammlung abzuwarten und die aktuelle Meinung der Bürger abzufragen, plädierte auch die stellvertretende Bürgermeisterin Diana Lönnecker. Kurzerhand stellte Timmermann einen Antrag, die Diskussion über die Windkraft im Gemeinderat zu vertagen und eine Informationsveranstaltung in Lichtenhagen abzuwarten. Mit sieben von elf Stimmen erhielt Timmermanns Antrag die Mehrheit. Das Windkraftthema war damit für den Abend – zumindest offiziell – vom Tisch.



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