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Mutmaßlichen Tresorknackern werden mehr als 50 Taten vorgeworfen

Nach Einbruchserie - Spezialkräfte nehmen Verdächtige fest

HAMELN. Spezialkräfte der Polizei haben am frühen Mittwochmorgen gegen 4 Uhr zwei mutmaßliche Tresor-Knacker geschnappt. Sie sollen gerade von einem „Bruch“ gekommen und auf dem Weg nach Hause gewesen sein. Den beiden Männern werden mehr als 50 Einbrüche zur Last gelegt. Zehn Taten sollen die auf Seniorenheime spezialisierten vermeintlichen Serientäter allein in Hameln begangen haben.  Auch in Bad Nenndorf und Springe waren sie aktiv.

veröffentlicht am 26.01.2017 um 12:23 Uhr
aktualisiert am 26.01.2017 um 13:16 Uhr

Bereitschaftspolizei im Einsatz: Mit einem Kran werden Tresore geborgen, die die Einbrecher in Flüssen versenkt hatten.
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Auch in Bad Nenndorf, Springe, Hildesheim, Peine, Braunschweig, Gifhorn, Salzgitter und Goslar sollen die Deutschen (51 und 54 Jahre alt), die in Hildesheim wohnen, ebenfalls „gearbeitet“ haben. Der Gesamtschaden beläuft sich nach vorsichtigen Schätzungen auf mehr als 100000 Euro. Der Jüngere ist nach Informationen der Dewezet „polizeibekannt“ und bereits wegen diverser Straftaten in Erscheinung getreten.

Ermittlern der Polizeiinspektionen Hameln-Pyrmont/Holzminden und Hildesheim sei es nach monatelanger akribischer Arbeit gelungen, eine überregionale Serie von spektakulären Einbrüchen zu beenden, sagte Oberkommissar Jens Petersen am Donnerstag. Den beiden Tatverdächtigen wird vorgeworfen, im Zeitraum von Juli 2016 bis Januar 2017 über fünfzigmal in Alten- und Pflegeheime sowie in die Jugendhilfeeinrichtung „Wendepunkt“ in Hameln eingebrochen zu sein. Einige Heime wurden mehrfach heimgesucht. Die mutmaßlichen Diebe stiegen ausschließlich in die Büros der jeweiligen Verwaltung ein. „Die Zimmer der Bewohner haben die Einbrecher nicht betreten“, erzählt Petersen. Die Täter waren nur an den Panzerschränken interessiert.

In der Regel bohrten die Einbrecher nachts Löcher in Fensterflügel und Terrassentüren. In einigen Fällen wurden auch Hebelwerkzeuge benutzt. Die Tresore wurden entweder an Ort und Stelle geknackt oder abtransportiert. Das Vorgehen der Täter nennt Petersen „dreist“. Am „Wendepunkt“ an der Leuthenstraße in Hameln wurden vier je fünf Meter lange Holzlatten, die von einer nahegelegenen Baustelle gestohlen worden waren, benutzt. An der Gorch-Fock-Straße rissen die Diebe einen Schildermast aus seiner Verankerung. Das Metallrohr sollte offenbar als Hebel Verwendung finden. „Die Verdächtigen ließen sich selbst dann nicht aus der Ruhe bringen, als einmal ein sperriger Tresor mit einem lauten Knall zu Boden fiel“, erzählt Petersen.

Die meisten Beutestücke wurden abseits des Tatortes gewaltsam geöffnet, geplündert und in Flüssen, beispielsweise in der Innerste bei Hildesheim, versenkt. Taucher der Zentralen Polizeidirektion holten am Mittwoch mehrere Tresore aus dem Wasser.

In mühevoller Kleinarbeit war es den Ermittlern gelungen, die vor ihnen liegenden Puzzleteile zusammenzusetzen. Tatzusammenhänge zwischen den weit voneinander entfernt liegenden Tatorten wurden erkannt. Potenziell gefährdete Einrichtungen wurden informiert, das Personal sensibilisiert. Erste Indizien deuteten darauf hin, dass die Gesuchten aus Hildesheim stammen. Ende Oktober gerieten die beiden Männer nachts im Landkreis Hameln-Pyrmont, ganz in der Nähe eines Alten- und Pflegeheimes, in eine Polizeikontrolle. Die Beamten, die von der Einbruchserie wussten, sammelten wertvolle Informationen für die weiteren Ermittlungen, sodass sich schließlich ein Gesamtbild ergab.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch schlugen schließlich Spezialkräfte aus Hildesheim zu. „Die Männer waren offenbar gerade auf dem Heimweg, nachdem sie in der Nacht eine weitere Tat im Bereich Peine verübt hatten“, berichtet Oberkommissar Petersen. In dem von den Hildesheimern benutzten Fahrzeug sei diverses Beweismaterial sichergestellt worden. Noch am selben Tag wurden Wohnungen durchsucht und Beweise gesichert. Die Auswertung der Spuren und der sichergestellten Gegenstände werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es. „Die beiden Männer werden sich wegen gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls und anderer Delikte verantworten müssen“, sagte Petersen. Der Erste Kriminalhauptkommissar Frank Beißner, Leiter des für Einbruch und Diebstahl zuständigen 2. Fachkommissariats in Hameln sagte, ausschlaggebend für den Ermittlungserfolg sei unter anderem „die enge und konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Dienststellen“ gewesen.



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