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Gesundheitsamt wird nur ein Fall pro Woche gemeldet

„Grippe bisher an uns vorbeigegangen“

HAMELN-PYRMONT. Wer sich gegen Influenza impfen lassen möchte und das noch nicht getan hat, der sollte das schnellstens tun, denn: Derzeit rollt eine Grippewelle durchs Land. Am Landkreis Hameln-Pyrmont ist sie bisher vorbeigegangen.

veröffentlicht am 27.01.2017 um 11:30 Uhr
aktualisiert am 27.01.2017 um 17:01 Uhr

Eine Ärztin spritzt einer Patientin eine Grippeschutzimpfung – noch ist es nicht zu spät. Foto: dpa
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Wer sich gegen Influenza impfen lassen möchte und das noch nicht getan hat, der sollte das schnellstens tun, denn: Derzeit rollt eine Grippewelle durchs Land. In mehr als einem Viertel (26 Prozent) der am Landesgesundheitsamt untersuchten Proben, die von niedergelassenen Ärzten eingeschickt wurden, konnten nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums in der vergangenen Woche Influenza-Viren nachgewiesen werden. Der Landkreis Hameln-Pyrmont ist davon verschont geblieben. „An uns ist die Influenza bislang vorbeigegangen“, sagt Diplom-Gesundheitswissenschaftlerin Monika Steudle, die im heimischen Gesundheitsamt arbeitet. „Seit Ende Dezember wird uns ein Fall pro Woche gemeldet.“ Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande die Zahl der Erkrankungen in die Höhe schnellt. „Leider steigt die Zahl der Grippe-Erkrankungen in Niedersachsen deutlich an. Ich wünsche all jenen, die bereits unter einer Grippe leiden – ob jung, ob alt –, eine schnelle Genesung“, sagt Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. „Den besten Schutz gegen eine Influenza-Erkrankung bietet die Impfung“, so die Ministerin: „Eigentlich sollte die Impfung im Oktober und November erfolgen, aber wer sich bislang noch nicht hat impfen lassen und zu einer Risikogruppe gehört, sollte dies jetzt noch nachholen.“

Gleiches sagt auch Monika Steudle: „Jetzt, wo es bei uns noch nicht zum Ausbruch gekommen ist, ist der optimale Zeitpunkt.“ Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, erklärt: „Bei unseren Laboruntersuchungen sehen wir, dass in diesem Jahr bislang der Influenza-Subtyp A H3N2 das Geschehen dominiert. Dieser Subtyp ist auch Bestandteil der saisonalen Impfstoffe.“

Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC geht davon aus, dass von dem Influenza-Subtyp A H3N2 Menschen über 65 Jahre besonders stark betroffen sein könnten, so dass gerade diese Altersgruppe von einer Impfung profitieren kann. Da die Grippewelle oft bis Anfang April dauert, ist eine Impfung auch jetzt noch sinnvoll, obwohl der volle Impfschutz erst 14 Tage nach der Impfung besteht.

Die Influenza-Schutzimpfung wird durch die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) insbesondere für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Dazu zählen unter anderem alle Personen, die älter als 60 Jahre sind, Menschen mit Diabetes, mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane oder des Nervensystems, sowie mit Herz-Kreislauferkrankungen und mit Störungen des Immunsystems. Schwangere sollten sich ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft impfen lassen. Außerdem empfiehlt die STIKO denjenigen eine Impfung, die einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, da sie viele Kontakte mit anderen Menschen haben. Dazu gehören insbesondere Menschen, die medizinisch und pflegerisch in Krankenhäusern arbeiten und die Influenzaviren auf abwehrgeschwächte Patientinnen und Patienten übertragen können.

Um sich und andere vor einer Erkrankung zu schützen, gibt es verschiedene Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehört regelmäßiges Händewaschen, besonders wenn man sich an Orten aufgehalten hat, an denen viele Menschen aufeinandertreffen, wie in Bussen, Bahnen oder in Stadtzentren. „Man sollte immer in die Armbeuge und nicht in die Hand husten“, sagt Diplom-Gesundheitswissenschaftlerin Monika Steudle. Wer an einer Grippe leidet, ist – anders als bei einem grippalen Infekt – schwer krank. Auf eine Influenza-Virusinfektion weist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl, Husten und Gliederschmerzen hin. Wenn die Erkrankung besonders schwer verläuft, sollte das weitere Vorgehen mit einem Arzt abgestimmt werden. Eine Behandlung mit Antibiotika ist bei einer Influenza nicht sinnvoll, da der Erreger ein Virus und kein Bakterium ist.



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