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33-Jährige mit Rosenschere erstochen – Urteil im Holzmindener Fall bestätigt

Acht Jahre Haft für Mord nach Kneipentour

HOLZMINDEN. Fast ein Jahr nach der Tötung der damals 33 Jahre alten Katrin H. in Holzminden ist das am 16. Juni gesprochene Urteil rechtskräftig geworden. Die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Hildesheim hatte den alkoholkranken Martin P. (32) aus Deensen nach acht Verhandlungstagen zu acht Jahren Haft verurteilt.

veröffentlicht am 13.12.2016 um 17:54 Uhr
aktualisiert am 13.12.2016 um 18:45 Uhr

Der Angeklagte Martin P. während des Prozesses in Hildesheim mit seinem Anwalt. Foto: bs
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die Eltern des Opfers, die in dem sogenannten „Hafenmord-Prozess“ als Nebenkläger aufgetreten waren, hatten Revision eingelegt. Nach Angaben von Richter Felix Muntschick war von ihnen insbesondere beanstandet worden, dass Martin P. nicht wegen Mordes verurteilt wurde. Der Bundesgerichtshof hat die Revision nun als unbegründet verworfen. Dieser Beschluss sei einstimmig erfolgt, sagte der Gerichtssprecher.

Nach den Feststellungen des Hildesheimer Schwurgerichts hatte Martin P. die Frau in einer Kneipe kennengelernt und später auf dem Heimweg in der Nähe des Hafenmeister-Hauses bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und dann durch Stiche in den Hals getötet. Tatwaffe war eine Rosenschere. Ein Streit soll die Tat ausgelöst haben. Dass er Katrin H. am frühen Morgen des 28. Dezembers 2015 gewürgt und erstochen hat, hatte Martin P. eingeräumt. Die Frage nach dem Warum ließ er unbeantwortet. Der Angeklagte sprach von Filmrissen – vor allem, wenn es um das Motiv ging. „Inhalt und Ursache“ der Auseinandersetzung hätten sich nicht mehr aufklären lassen, sagt Richter Muntschick. Weil dem Angeklagten von einem medizinischen Gutachter eine Persönlichkeitsstörung attestiert worden war, ging die Kammer von einer verminderten Schuldfähigkeit aus, was eine Milderung des Strafrahmens zur Folge hatte.

Martin P., der nach einer zerrütteten Kindheit mit Alkohol und Drogen gerade eine Ausbildung im Zierpflanzenbau begonnen hatte, war Katrin H. kurz vor dem Jahreswechsel zufällig begegnet. Nach einer Feier ihres Dart-Clubs hatte die Frau gemeinsam mit Bekannten Station in einer Kneipe gemacht, in der sich auch Martin P. aufhielt. Beide kamen ins Gespräch, tranken zusammen und wechselten später das Lokal. Auf der Straße muss es dann zu dem Konflikt mit tödlichem Ausgang gekommen sein. Minutenlang und mit aller Kraft würgte der Mann nach eigener Aussage die Frau, bis sie nicht mehr atmete. Viermal stieß er ihr danach die Schere in den Hals. Der Vorsitzende Richter Peter Peschka erklärt: „Die Frau muss etwas gesagt oder getan haben, was ihn gekränkt hat, was ihn erregt hat.“ Damit habe der zurückgezogen lebende Einzelgänger wegen seiner Persönlichkeitsstörung – vom Borderline-Syndrom ist die Rede – nicht umgehen können. Im Affekt und unter dem Einfluss von viel Alkohol habe sich Martin P. zur Tötung der Frau entschlossen. „Was da durch den Kopf des Angeklagten gegangen ist, ließ sich nicht klären.“ Fest stehe zumindest: Der Angeklagte hat wohl nicht versucht, sich Katrin H. sexuell zu nähern. Auch dafür, dass ihn das Opfer schlimm beleidigt haben könnte, gebe es keine Anhaltspunkte.



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