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Tote Wölfe

2018 mehr tote Wölfe in Niedersachsen als in anderen Bundesländern

REGION. Wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz mitteilt, wurden in diesem Jahr mehr tote Wölfe vorgefunden als in jedem anderen Bundesland, in dem Wölfe vorkommen.

veröffentlicht am 16.05.2018 um 17:07 Uhr

Laut NLWKN wurden in Niedersachsen 2018 so viele Wölfe getötet wie in keinem anderen Bundesland. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

„Wir haben in diesem Jahr auffallend viele tote Wölfe", erklärt Verena Harms, stellvertretende Leiterin des Wolfsbüros. „Mehr als in den anderen Bundesländern mit Wolfsvorkommen." In Sachsen wurden seit Anfang des Jahres acht Wölfe tot aufgefunden, in Brandenburg elf. In Niedersachsen ist die Zahl auf 14 gestiegen.
Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurde eine illegale Tötung eines Wolfs bestätigt. Bei einem bereits am 7. März gemeldeten und auf einem Feld im Landkreis Celle, in der Nähe von Bonstorf, gefundenen toten Wolf bestand der Verdacht auf einen illegalen Abschuss. Allerdings befand sich der Kadaver in einem Zustand, bei dem nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Endgültig klären konnte das nur eine Untersuchung des Kadavers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin und eine DNA-Analyse im Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt, dem nationalen Referenzlabor für Wolfsgenetik.
Junge Wölfin durch 18 Schrotkugeln getötet
Das Untersuchungsergebnis: Es handelt sich zum einen um eine junge Wölfin, ein Nachkomme des Rudels Wietzendorf, zum anderen wurden 18 Schrotkugeln in dem Kadaver gefunden. Todesursache ist damit eindeutig ein illegaler Abschuss. Das Polizeikommissariat Bergen hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz (§71).

Laut NLWKN ist es der 14. tote Wolf in Niedersachsen im Jahr 2018. Zwölf Wölfe kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, zwei wurden illegal erschossen. Insgesamt gab es seit 2003 43 tote Wölfe in Niedersachsen, davon wurden sechs illegal getötet. Eine Übersicht über die in Niedersachsen tot aufgefundenen Wölfe stellt das Amt unter folgendem Link bereit: KLICK.

Am Vormittag des 3. Mai wurde der Polizei und dem Wolfsbüro des NLWKN erneut ein toter Wolf gemeldet. Gefunden wurde das Tier im Landkreis Harburg an der Autobahn A7, Anschlussstelle Egestorf. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Rüden, der bei einem Verkehrsunfall getötet wurde. Eine Unfallmeldung liegt der Polizei nicht vor.
Nach Unfall sofort bei der Polizei melden
Die in Niedersachsen tot aufgefundenen Wölfe werden über das Wolfsbüro zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Das IZW untersucht im Rahmen des bundesweiten Totfundmonitorings alle toten Wölfe in Deutschland und schickt zur DNA-Analyse Gewebeproben an das Senckenberg-Institut. Mit den Ergebnissen der pathologischen und genetischen Untersuchungen können Aussagen zur Todesursache, zum Gesundheitszustand, zum Alter, zur Herkunft und zur Rudelzugehörigkeit getroffen werden. Im Fall von Verkehrsunfällen mit Wölfen sollten sich die betroffenen Autofahrer bei der Polizei melden. Diese informiert auch die weiteren zuständigen Stellen. 
Für die illegale Tötung eines Wolf sieht § 71 Abs. 1 BNatSchG als Strafrahmen eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Dieser Strafrahmen orientiert sich am gleichen Strafrahmen wie bei Jagdwilderei (§ 292 StGB) und bei Zuwiderhandlungen gegen Schonzeitvorschriften (§ 38 BJagdG).

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