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Anzahl der Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln im öffentlichen Dienst verschwindend gering

Kaum Migranten in den Rathäusern

Landkreis. Die gute Absicht ist da. Zumindest auf Bundesebene. Die Bundesregierung möchte den Anteil von im öffentlichen Dienst angestellten Migranten erhöhen. Nicht nur, weil Migranten als wichtige Brückenbauer zwischen Bürgern und Verwaltung dienen können, und der öffentliche Dienst dadurch seine interkulturelle Kompetenz verstärken würde. Sondern auch, weil in Anbetracht des demografischen Wandels ein absehbarer Fach- und Nachwuchskräftemangel droht, dem durch eine Erweiterung des Bewerberkreises durch geeignete Migranten entgegengewirkt werden könne. Ein Blick auf die Zahlen des Landkreises Schaumburg und seiner Gemeinden belegt: Der Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst ist verschwindend gering.

veröffentlicht am 16.10.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:06 Uhr

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Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

Das Gros der im öffentlichen Dienst angestellten Migranten in Schaumburg (Stand 2012) ist nicht mit Verwaltungsaufgaben befasst, sondern verdient sein Geld als Arbeiter auf dem Bauhof, Erzieher in Grundschulen, Kindergärten und Kindertagesstätten und als Hausmeister oder Reinigungskraft in den öffentlichen Gebäuden.

So hebt sich die Stadt Rinteln zwar mit einer relativ hohen Migrantenquote von den übrigen elf Gemeinden ab – immerhin 40 der 255 Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund, also knapp 16 Prozent. Aber nur drei dieser Mitarbeiter arbeiten in der sogenannten Kernverwaltung, sind also mit verwaltungstechnischen Aufgaben betraut. Sie machen lediglich 1,18 Prozent der Mitarbeiter aus.

Erst nach Rodenberg (11,11 Prozent) und dem Auetal (7,01 Prozent) folgt Bückeburg mit dem viertgrößten Migrantenanteil im öffentlichen Dienst. Aber auch hier sind nur elf der 209 Mitarbeiter Migranten (5,26 Prozent), keiner von ihnen ist in der Kernverwaltung angestellt.

Nach Sachsenhagen (4,4 Prozent), Obernkirchen (3,74 Prozent) und Nienstädt (3,33 Prozent) folgt die Kreisstadt Stadthagen erst auf Platz 9. Sechs der 222 Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund (2,7 Prozent), nur zwei von ihnen arbeiten in der Kernverwaltung. In der Verwaltung von Bad Nenndorf sind zwei der 139 Mitarbeiter Migranten (1,44 Prozent), keiner arbeitet in der Kernverwaltung.

Die Samtgemeinden Niedernwöhren, Lindhorst und Eilsen verfügen über keinerlei Migranten in ihrem Mitarbeiterstab.

„Natürlich ist es wünschenswert, Menschen mit Migrationshintergrund dort einzusetzen, wo es von Vorteil ist“, sagte Bettina Burger, Pressesprecherin der Stadt Stadthagen, zur Datenerhebung. „Ansonsten haben natürlich Eignung und Leistung Priorität.“ Eine Argumentation, die auch aus anderen Gemeinden zu vernehmen war.

Der Landkreis Schaumburg beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. Wie viele dieser Angestellten jedoch über einen Migrationshintergrund verfügen, ist laut Pressesprecher Klaus Heimann allerdings nicht zu sagen, da darüber keine Daten erfasst würden. Dies soll sich im Zuge des „Nationalen Aktionsplan Integration“ der Bundesregierung ändern.

Infokasten Was will der Bund?

Im Jahr 2012 ist das erklärte Ziel des Bundes, mehr Migranten im öffentlichen Dienst zu beschäftigen, im „Nationalen Aktionsplan Integration“ verankert worden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde eine Strategie entwickelt: Bei den Migranten selbst soll demnach das Interesse am öffentlichen Dienst gesteigert werden. Gleichzeitig sollen Hemmnisse bei der Auswahl und Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund abgebaut und die Beschäftigten im öffentlichen Dienst für interkulturelle Vielfalt sensibilisiert werden. Darüber hinaus sollen die Möglichkeiten der Datenerhebung zum Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst geklärt werden. Weiter will der Bund in Stellenausschreibungen Migranten direkt ansprechen und Personalentscheider und Betriebsräte zur diskriminierungsfreien Personalauswahl schulen.pk



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