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Integration von Flüchtlingsfamilien auf dem Dorf am Beispiel von Meinsen-Warber

„Insgesamt betrachtet sehr gut geklappt“

Meinsen/Warber. „Integration geht mitunter auch durch den Magen“, hat Stephan Hartmann erkannt. Was habe daher näher gelegen, als die Bewohner der Flüchtlingsübergangswohnungen in Meinsen-Warber mit Nachbarn und weiteren Gästen zu einem gemeinsamen Grillfest einzuladen. „An diesem Abend wollten wir bei Speisen und Getränken gemütlich zusammensitzen sowie das positive Miteinander stärken und weiter voranbringen“, erläutert der Vorsitzende des Ortsvereins Bückeburg der Arbeiterwohlfahrt und Zuwanderungsberater des AWO-Kreisverbandes.

veröffentlicht am 23.09.2014 um 16:26 Uhr
aktualisiert am 23.09.2014 um 19:10 Uhr

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Autor:

von herbert busch

In dem an der Warberschen Straße vom Landkreis angemieteten Sechsfamilienhaus wohnen derzeit rund 25 aus Syrien, Tschetschenien und Albanien stammende Menschen. Wegen der von AWO-Flüchtlingssozialarbeiter Mehmet Ruzgar betreuten Neubürger hatte es in dem Bückeburger Ortsteil einige Aufregung gegeben – aber auch eine große Welle der Hilfsbereitschaft.

Die Hilfe wird unter dem Dach der evangelisch-lutherischen Landeskirche von der örtlichen Gemeinde koordiniert. „Es geht zunächst vor allen Dingen darum, den Flüchtlingen Orientierungshilfen zukommen zu lassen“, erklärt AWO-Kreisgeschäftsführerin Heidemarie Hanauske. „Wir wollen Brücken bauen in die Gesellschaft hinein und ihnen die Ängste nehmen.“

Darüber hinaus, legt Hanauske dar, kümmerten sich die ehrenamtlich agierenden Helfer zusammen mit Ruzgar auch um vermeintlich profane Dinge wie die Erledigung von Behördenangelegenheiten oder die Anmeldung der Neuankömmlinge in Kindergarten und Schule. Zudem stellten sie Spielsachen, Fahrräder und Einrichtungsgegenstände zur Verfügung.

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  • Kinder der Flüchtlingsfamilien tragen mit bunten Seifenblasen zum Gelingen des Grillfestes bei. bus (2)

Selbstverständlich seien die Anfänge nicht vollends unproblematisch verlaufen, räumt Ortsbürgermeister Dieter Wilharm-Lohmann ein, „aber insgesamt betrachtet hat es sehr gut geklappt“. In diesem Zusammenhang sei dem rund ein Dutzend Personen umfassenden Unterstützerkreis ein großes Lob auszusprechen.

Die Helfer planen momentan, im Gemeindehaus einen Sprachkurs anzubieten. „Das zweimal pro Woche vorgehaltene Angebot richtet sich in erster Linie an die Erwachsenen“, gibt Raimund Knoll zu verstehen. Der pensionierte Gymnasiallehrer will die Deutschkenntnisse auf unkonventionelle Art und Weise vermitteln. „Nicht so sehr auf die Grammatik achten, sondern mit Hilfe von Bildern Begriffe vorstellen und einfache Sätze formulieren“, verdeutlicht der Pädagoge.

Während des Grillfestes klappte die Verständigung zwischen Gastgebern und Gästen nicht zuletzt durch die Unterstützung von vier Blindow-Schülerinnen, die sich sowohl auf Arabisch und Türkisch als auch auf Kurdisch und Aramäisch verständigen konnten. Sie teilten den Nachbarn mit, dass das von Haj Hussein-Mahfuza aufwendig zubereitete Gericht in deren Heimat nur bei großen Feierlichkeiten aufgetischt wird. Und auch die auf dem Grill zubereiteten Rinderwürstchen stünden nicht ständig auf dem Speiseplan.

Klaus Böhm vom Kreissozialamt, Fachdienst Eingliederungshilfe, sprach angesichts des harmonischen Miteinanders von einem Vorzeigeobjekt. „Wir haben bislang von keinerlei Beschwerden Kenntnis bekommen.“ Was sicher auch mit dem Einsatz von Mehmet Ruzgar in Verbindung zu bringen sei. Der Sozialarbeiter verfügt vor Ort über ein Büro und ist auf Nachfrage sowie während einer regelmäßigen (immer mittwochs von 16.30 bis 17.30 Uhr) organisierten Sprechstunde Ansprechpartner für alle Interessierten.

„Ich kümmere mich darum, dass die Bewohner selbstständig werden und ich mich mit der Zeit gewissermaßen überflüssig mache“, beschrieb Ruzgar seine Tätigkeit. Augenscheinlich mit Erfolg: Eine der fünf Familien steht seinen Angaben zufolge kurz vor dem Umzug in eine eigene Wohnung.



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