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Abenteuerlustig und wissbegierig – Rajah Wirasekara

„Ich bin immer bereit, den ersten Schritt zu tun“

Heeßen. Von den Schweizer Bergen über das britische Seebad Blackpool bis Verden an der Aller in Norddeutschland – der Mann ist in knapp 50 Jahren weit herumgekommen. Nicht nur in Europa. Heute lebt Rajah Wirasekara (72) in Heeßen, seine Wurzeln jedoch liegen mehr als 8000 Kilometer westsüdwestlich von hier: in Sri Lanka. Hier hat er Karriere gemacht. Und dann kommt der zweite Weihnachtstag im Jahr 2004. Der Tsunami im Indischen Ozean soll seinem Leben abermals eine Wendung geben.

veröffentlicht am 30.10.2014 um 11:49 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:53 Uhr

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Autor

Thomas Meinecke Redakteur zur Autorenseite

„Manchmal muss man sich nur bücken, um eine Chance zu schnappen“, erklärt Wirasekara, weshalb er als junger Mann eine Reise um die halbe Welt angetreten hat. Die Chance kommt 1965 als Angebot, in einer Konserven- und Tiefkühlfabrik in der Schweiz ein Praktikum zu machen.

Abenteuerlust ist auch Teil des Spiels. Ohne Deutschkenntnisse tritt der Singhalese sein auf ein Jahr befristetes Praktikum in Europa an. In der Konservenfabrik am Rande der Alpen bemerkt der Praktikant, dass dort andere junge Menschen sind, die neben der täglichen Arbeit auch Theorieunterricht bekommen. Lehrling sein – eine Chance auch für Wirasekara? Ja, jedenfalls mit Sondergenehmigung des Schweizer Staates. „Ich habe dann an die Behörde geschrieben – und die hat mir das erlaubt.“

Drei Jahre später will der ausgebildete Konserven- und Tiefkühlfachmann seine Fähigkeiten vertiefen. Deshalb geht Wirasekara nach Blackpool an der Irischen See, wo er Lebensmitteltechnologie mit dem Schwerpunkt Lebensmittelchemie studiert. Während dieser drei Jahre spezialisiert er sich, vertieft seine Kenntnisse in den Fächern Lebensmittelhygiene und Qualitätssicherung.

Ende 1970 geht Wirasekara zurück in die Schweiz, in die französische Schweiz – um auch diese Sprache zu lernen. Er arbeitet für die Schweizer Großhandelskette „Migros“, als er zwei Jahre später vier Angebote aus Deutschland erhält. Nach fünf Jahren in den Bergen zieht es Wirasekara nun ins Flachland. In Verden an der Aller baut ein amerikanischer Konzern gerade seine Deutschland-Niederlassung auf. Der Mars Incorporated kommt der polyglotte Fachmann für Lebensmitteltechnik und Qualitätssicherung gerade recht. Als das Unternehmen in den 1980er Jahren am Mindener Hafen mit der Effem GmbH eine Trockenfutterfabrik eröffnet, ist Wirasekara in leitender Funktion mit von der Partie. Er weiß: „Änderungen bringen auch Chancen.“

Ende der 1990er Jahre nutzt Wirasekara seine Kontakte zum Sprung in die Selbstständigkeit. Als Berater für Qualitätsmanagement betreut er Kunden in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, in Ungarn und in Polen. Dabei kommt ihm eine Devise zupass: „Ich bin bereit, den ersten Schritt zu tun. Ich warte nicht, bis jemand mich anspricht. Ich tue das, und dann macht mein Gegenüber schon zwei …“

Rajah Wirasekara hat viel Unterstützung erfahren. Und lange schon hilft er anderen: Er engagiert sich bei den Rotariern, ist Familienpate im Kinderschutzbund, gehört dem Vorstand des Buddhistischen Bundes Hannover an und ist Mitglied im Freundeskreis Bückeburg-Sablé. Als der Weihnachtstsunami 2004 auch Teile seiner alten Heimat verwüstet und dort 40 000 Menschen sterben, gründet er den Sahana-Förderverein Flutopfer- und Wiederaufbauhilfe und hilft seither seinen Landsleuten.

Kontakt: www.sahana-germany.org



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