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SZ/LZ-Serie: Was wäre Schaumburg ohne seine ausländische Küche? / Heute: griechisch

Den Ouzo mit Wasser genießen

Wendthagen. „Lefti, der singende Wirt“, so wurde Lefteris Angelis genannt, als er vor fast 25 Jahren das Restaurant „Dionysos“ im beschaulichen Wendthagen eröffnete. Wie so viele Griechen, die sich als Gastwirt selbstständig machten, hatte er vorher mit einer Restauration nur insoweit zu tun, als dass er selbst gern aß, trank, grillte und eine Frau hatte, die köstliche griechische Hausmannskost kochen konnte, darunter den beliebten Auberginenauflauf Moussaka. „Die Zubereitung von Gyros, die mussten meine Eltern selbst erst lernen“, sagt sein Sohn Michael Angelis, der heute zusammen mit seiner Frau Chantal das Restaurant führt. „In Griechenland wurde das kaum gegessen.“

Damals war es kein Problem, dass die Speisekarte sich auf rund zwölf typisch griechische Gerichte beschränkte. Die Gäste liebten Souvlaki und Bifteki, sie tranken Retsina, alternativ den ungeharzten Demestica, oder den lieblichen Imiglykos, und genossen den freigiebig ausgeschenkten Ouzo, ohne zu ahnen, dass 20 Jahre später eine ganze Palette hervorragender griechischer Weine im „Dionysos“-Angebot stehen würden.

„Auch heute noch geht es sehr familiär bei uns zu“, so Michael Angelis. „Aber die Ansprüche der Gäste an das Essen sind eindeutig gestiegen, sowohl was die Raffinesse der Zubereitung als auch was die Vielfalt betrifft.“

veröffentlicht am 16.08.2014 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:24 Uhr

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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite

Im Saal, wo man regelmäßig allerlei Feste feiert, wird die „Schaumburger Hochzeitssuppe“ ebenso serviert wie Kaninchen auf griechische Art, die Akropolis-Platte ebenso wie das Jägerschnitzel, Calamares wie Zanderfilet. „Was die deutschen Vorlieben klar von denen der Griechen unterscheidet: Sie wollen am liebsten die eine große Mahlzeit“, sagt der Wirt. „Wir Griechen dagegen lieben es, wenn der ganze Tisch mit ,Mezedes‘, also Tapas vollgestellt ist, bei denen alle immer wieder zugreifen. Das Essen zieht sich dann stundenlang hin, und fast immer sind die Verwandten und Freunde dabei.“ Neulich, als er mal wieder auf seiner Heimatinsel Kos zu Besuch war, traf sich jeden Abend eine riesengroße Runde am reich gedeckten Tisch der Tante. „Gemeinsam zu essen und zu reden, das spielt wirklich eine große Rolle bei uns.“

Im „Dionysos“ kann man das griechische Lebensgefühl sehr schön nachempfinden in den gemütlichen, mit den klassischen „Gemälden“ ausgestatteten Gasträumen und fast noch mehr im eindrucksvollen Biergarten, der am Hang liegt und an warmen Sommertagen einen so unglaublichen Blick in die Weite ermöglicht, dass man gar nicht wieder gehen möchte.

Wer sich dann noch am großen Buffet bedient und den obligatorischen Ouzo nicht wie einen kalten Schnaps herunterkippt, sondern ihn gelassen und temperiert, mit einem Schluck Wasser gestreckt genießt, der wird sich den Griechen zugehörig fühlen und der Art, wie sie das Essen genießen. Noch immer hilft die Mutter Chrisanthi in der Küche aus (der als Entertainer so beliebte Vater Lefteris starb überraschend vor sieben Jahren), von ihr haben Michael und Chantal Angelis viel gelernt, so wie sie wiederum von ihrer Mutter in die Geheimnisse der griechischen Küche eingeweiht wurde. Michael Angelis erweiterte sein Wissen und Können als gelernter Restaurantfachmann, der unter anderem im Wolfsburger „Ritz“ arbeitete. „Wir lassen uns auf so gut wie alle Wünsche der Gäste ein“, sagt er. „Nur Zungenragout, nein, da ist eine Grenze erreicht, das muss man sich in einem deutschen Restaurant bestellen.“



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