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Aber für Rindfleisch und Langusten braucht es eine staatliche Sondererlaubnis

Auf Kuba tanzt man Kalorien weg

Rinteln. Droben im Nordwesten Kubas, eine Autostunde von Havanna entfernt, erblickte die Rintelnerin Teresa Breiden das Licht der Welt. Seit 20 Jahren lebt sie nun schon in Deutschland, die letzten zehn davon im von ihr geschätzten Weserstädtchen, doch noch immer schwärmt sie von der typischen Küche ihres Heimatlandes.

veröffentlicht am 01.11.2014 um 00:00 Uhr

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Autor:

Karl-Heinz Thenhart

Wegen ihrer hier geborenen und aufgewachsenen Kinder kocht sie hauptsächlich bodenständige moderne Gerichte, doch zu Festen im Kreise von Freunden (und Feste, betont sie, feiere man in Kuba, wie sie fallen) werden karibische Delikatessen aufgetischt. Die Lage ihrer Heimatstadt lässt Einflüsse aus dem nahen Mexiko und des vis-à-vis liegenden Florida erahnen. Überraschenderweise spielt Schärfe in der kubanischen Küche nicht die hierzulande vermutete Rolle. Kubaner lieben zwar ihre große Zahl an Gewürzen, doch die in Mexiko beheimateten superscharfen Paprikas sucht man vergebens.

Die üppige Vegetation bringt viele Spielarten an Obst- und Gemüsesorten sowie Salaten hervor, deren intensive Aromen betörend sind und überdies mit Vitaminreichtum gesegnet sind; wie etwa die hierzulande unbekannte Malanga, ein Stärke lieferndes Aronstabgewächs mit hohem Vitamin-C-Gehalt.

Die Knollen der Malanga werden in Scheiben geschnitten und in Salzwasser gekocht und hernach getrocknet und zusammen mit abgeschabtem Schafsfleisch püriert. Dieses Püree gilt als Heilmittel für kranke Kinder, in seiner Wirkung vergleichbar mit dem in deutschen Speiseplänen stehenden Kartoffel-Möhren-Stampf.

Nach dem typischen kubanischen Gericht befragt, fällt Teresa Breiden ohne zu zögern „Arroz Moro“ (auch „Arroz con Gris“ genannt) ein. Dieses Reis-und-Bohnen-Gericht wird in etlichen Variationen zubereitet und darf auf keiner Speisekarte fehlen. Jedes gute Restaurant bietet es an mit je eigener Zubereitung. Meistens enthält es Schweinefleisch, Gemüse (Zucchini, Paprika, Auberginen, Avocados, Karotten), Süßkartoffeln, gebratene Bananen, Zwiebeln, Knoblauch und Gewürze (Oregano, Kümmel, Muskat). Wer’s schärfer mag, der gibt „Cachucha“ (bekannt als Bischofsmütze oder Glockenchili) bei.

Sehr beliebt als Nachtisch sind gereifte „Tachinos“ (große Bananen), die mit Honig versetzt auf Kuchen gegessen werden. Eine andere, besonders bei Kindern beliebte Schleckerei ist „Dulce de Leche“. Man kocht dafür Zucker, Vanille und Milch, die sauer sein muss, zu einer Creme.

Man isst auf Kuba zwar gerne Fleisch, doch in Maßen. Ein Kuriosum stellt aber gewiss die (nicht religiöse) Tabuisierung des Rindfleischs dar: Wer ohne staatliche Sondererlaubnis in der Öffentlichkeit welches verkauft, erwirbt oder verzehrt, kann hart bestraft werden bis hin zu einer Haftstrafe. Das gilt übrigens auch für den Umgang mit Langusten. Dieses Verbot (der historischen Prohibition ähnlich, auch bezüglich des blühenden Schwarzhandels) berührt die kubanischen Köche jedoch erstaunlich wenig.

An jedem Wochenende finden in jedem Winkel des Landes Märkte statt – auch sonntags, bis 12 Uhr. Bauern beschicken wie ehedem mit ihren Ernte- und Zuchtprodukten die Marktplätze und sorgen für reges Treiben und gute Laune.

Der Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten ist auf einer Insel naturgemäß sehr beliebt, vor allem Aale, Calamares und die eigentlich abgabequotierten Langusten. Am liebsten jedoch tafelt der Kubaner Schweinefleisch. Kein Wunder also, dass Teresa Breidens als ihre Lieblingsgerichte „Chuleta de Cerdo“ (Schweinekotelett) mit grünen Bohnen oder eine „Caldosa“ (Gemüsesuppe mit Reis, Schweinefleisch und Süßkartoffeln) nennt.

Eine für gesundheitsbewusste deutsche Esser ungewohnte Mahlzeit heißt „Chicharrones de puerco“. Übersetzen könnte man diese Spezialität mit „knusprig gebratene Schweineschwarten“. Ein Hochgenuss für Feinschmecker ohne Gallenprobleme!

Die Kalorien tanzt man auf Kuba aber dank Salsa, Son und Rumba locker weg.

Teresa Breiden aus Kuba lebt seit zehn Jahren in Rinteln. Doch zu Festen im kleinen Kreis tischt sie immer noch gerne die typische Küche ihres Heimatlandes auf.kx



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