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Zurück zur schwarzen Kunst

Kinderleicht-Akademie zu Besuch im Druckerei-Museum

HAMELN. Im Rahmen der Dewezet-Kinderleicht-Akademie waren am Donnerstag junge Gäste zu Besuch im Druckerei Museum: Die Generation, die Meister an Smartphone, Tablet und Computer ist, zeigte sich begeistert von der alten Technik - und lernte viel über die „Schwarze Kunst“, Gutenberg und die Arbeit eines Setzers.

Autor

Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

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Wer was wissen will, der fragt das Internet, das weiß heute jedes Kind. Doch wie wurden eigentlich Informationen verbreitet, bevor es den Computer gab? Das ist eine Frage, die heute zum Standardfragen-Katalog von Kindern gehört. Ausführliche Antworten gab es gestern im Druckerei-Museum am Hefehof im Rahmen der Dewezet-Kinderleicht-Akademie von Jürgen Seeger. Er war früher Leiter der Dewezet-Druckerei und ist heute Vorsitzender des Druckerei-Museums. Die jungen Gäste staunten nicht schlecht angesichts von Setzkästen und -maschinen, diversen Druckerpressen oder dem antiquierten Fernschreiber. Und der erste Apple-Computer aus dem Jahr 1984 (!) ruft bei einem jungen Besucher historisch inspiriertes Staunen hervor: „Wow, mit Diskettenlaufwerk!“

Dass viele der Museumsstücke den begleitenden Großeltern noch geläufig sind, macht bewusst, wie rasant sich die Informationsverbreitung in den letzten 30 Jahren verändert hat. „Viele Berufe, wie den des Setzers, gibt es heute nicht mehr“, erklärt Seeger. Ein Grund für ihn, die Tradition der „Schwarzen Kunst“ lebendig zu erhalten. Dafür stellt und beantwortet er gerne Fragen. Hier eine Auswahl:


Was ist die „Schwarze Kunst“?
Sie beschreibt eine Tätigkeit, bei der mit Druckerschwärze ein Abdruck auf Papier hergestellt wird. Im handwerklichen Bereich ist der Begriff mit der Entwicklung der beweglichen Lettern (Buchstaben) und des Buchdrucks verbunden, „schwarz“ bezieht sich auf die die Druckerschwärze“. Allerdings brachte der Begriff zur Zeit Gutenbergs auch zum Ausdruck, dass die Menschen in der Kunst des Setzens und des Druckens etwas Geheimnisvolles und mit magischen Kräften Verbundenes sahen.


Wer war Gutenberg?

Im Jahre 1445 erfindet Johannes Gutenberg in Mainz die Buchdruckkunst mit beweglichen Lettern. Damals eine Revolution, denn sie bildet den Beginn der Verbreitung von Information im größeren Stil. Gutenberg zerlegte den Text in Einzelelemente wie Klein- und Großbuchstaben, Satzzeichen, Ligaturen und Abkürzungen, wie sie aus der Tradition der mittelalterlichen Schreiber allgemein üblich waren. Diese Einzelelemente wurden als seitenverkehrte Lettern in beliebiger Anzahl gegossen, schließlich zu Wörtern, Zeilen und Seiten zusammengefügt. Innerhalb von vier Jahren stellte Gutenberg 180 42-zeilige Bibeln her. Dafür goss er 290 verschiedene Figuren. Heute existieren noch 49 Exemplare, wovon zwei im Besitz des Gutenberg-Museums sind.


Was macht ein Setzer?
Kurz gesagt: Er stellt aus einem angelieferten Manuskript eine fertige Vorlage für den Druck her. „Ein Setzer musste gut sein in Rechtschreibung und Rechnen, und er musste gestalterische Fähigkeiten besitzen“, sagt Seeger „und für die Abschlussprüfung musste der Lehrling pro Stunde 1200 Lettern fehlerfrei setzen können.“

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