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Innenstadt liegt bei bundesweiter Passantenbefragung über dem Durchschnitt

Gute Noten für Hamelns City

HAMELN. Wie attraktiv ist die Einkaufsstadt Hameln? In einer deutschlandweiten Passantenbefragung des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln, kommt Hameln bei den Innenstadtbesuchern überdurchschnittlich gut an. Insgesamt erhält die Stadt die Note 2,3 und liegt damit über dem Gesamtdurchschnitt von 2,7.

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Michael Zimmermann Volontär zur Autorenseite

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Die Sorge vor Verödung und aussterbenden Innenstädten wächst angesichts der technologischen Entwicklung und des demografischen Wandels. Um herauszufinden, wie die Kunden einkaufen und was sie sich wünschen, ließen die Stadt Hameln und der Handelsverband Hannover an zwei Tagen im September 2016 mehr als 500 Passanten in der Hamelner Innenstadt von einem Meinungsforschungsinstitut befragen. Die ausgefüllten Bögen sendeten sie an das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln, und die Ergebnisse flossen in die bundesweite Studie „Vitale Innenstädte 2016“ ein. Im Vergleich der insgesamt 121 deutschen Städte, die an der Studie teilnahmen, kommt Hameln bei den Innenstadtbesuchern überdurchschnittlich gut an. Insgesamt erhält die Stadt von den Kunden die Note 2,3 und liegt damit über dem Gesamtdurchschnitt von 2,7.

„Hameln punktet als Einkaufsstadt mit einem vielfältigen Einzelhandelsangebot, spannender Gastronomie und einem attraktiven Ambiente in der Innenstadt“, fasst Holger Wellner, Kreisverbandsvorsitzender und Vizepräsident des Handelsverbandes Hannover die Studie bei der Präsentation am Donnerstagabend zusammen. Verbesserungsbedarf gibt es allerdings bei den Parkmöglichkeiten, der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Ausstattung der Fußgängerzone und dem Freizeitangebot. Zwar bleibe der Handel der wichtigste Grund, in die Stadt zu fahren, die Befragten würden aber inzwischen ein umfassendes Freizeiterlebnis suchen.

Der durchschnittliche Hameln-Besucher ist laut der Studie 48,5 Jahre alt. Alle Altersklassen sind vertreten, allerdings sind die unter 25-Jährigen im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe deutlich schwächer repräsentiert. Zwei Drittel der Besucher kommt täglich oder mehrmals die Woche in die City, aber nur etwa 40 Prozent verbringt dort mehr als zwei Stunden. Gut die Hälfte der Besucher kommt von außerhalb und zu 56 Prozent mit dem Auto in die Stadt.

Die Mehrheit der Befragten nennt die Innenstadt als ihre bevorzugte Einkaufsstätte. Nur bei Unterhaltungselektronik, Spielwaren und im Bereich Wohnen/Einrichten weichen viele auf Fachmärkte am Stadtrand oder das Internet aus.

Auch die Zahl der gezielten Käufe ist hoch: Über 30 Prozent besuchen nur ein bis zwei Geschäfte. Dieser Trend zeichne sich bundesweit ab, so Wellner. „Die Kunden kommen heute immer öfter gezielt und vorinformiert in die Läden.“ Der Schaufensterbummel und die Produktauswahl fänden stärker im Internet statt. Darauf müsse der Handel reagieren und die Kunden auch online informieren und kompetent beraten.

Kundenbindung, Einkaufserlebnis, Service und Aufenthaltsqualität seien für den stationären Einzelhandel wichtiger denn je, mahnt Stadtmanager Dennis Andres. „Immerhin 13 Prozent der Befragten geben an, verstärkt online einzukaufen und die Hamelner Innenstadt seltener zum Einkaufen zu besuchen.“ Langfristig müsse daran gearbeitet werden, Hameln im digitalen Zeitalter attraktiver zu machen und für alle Altersgruppen die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Die Studie biete eine gute Grundlage, um mit vereinten Kräften nachhaltige Projekte zu entwickeln, die Hameln für Bewohner und Besucher lebendiger und lebenswerter machen, ist Hamelns Erster Stadtrat Hermann Aden sicher. Nun müsse gezielt geschaut werden, wo noch Luft nach oben ist.

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