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Pilz lässt Douglasien und Lärchen faulen

Friedhof Wehl: 20 Bäume werden gefällt

HAMELN. Auf den ersten Blick sieht man den hochgewachsenen Douglasien und Lärchen am Friedhof Wehl die Krankheit nicht an, die ein Baumkontrolleur im Auftrag der Stadt an ihnen festgestellt hat. Doch die Bäume sind von einem Pilz befallen. Es ist ein Pilz, der dazu führt, dass Stamm und Wurzel faulen. Dadurch stellen diese Bäume ein Sicherheitsrisiko für die Besucher des Friedhofs dar. Deshalb sollen die Bäume gefällt werden, 20 an der Zahl.

Autor

Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite

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Zwei der Douglasien wurden von einem Gutachter untersucht. Er stellte fest, dass die Standfestigkeit beider Bäume „zumindest mittelfristig nicht mehr gewährleistet ist“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung. Grund für die unzureichende Standfestigkeit sei ein Pilz, der sich schnell ausbreite. Der Gutachter riet dazu, die Bäume noch in diesem Jahr abzuholzen. Dazu kam es bislang zwar nicht. Aber: „Diese beiden Bäume und auch die anderen befallenen Bäume standen und stehen unter ständigen Beobachtung“, teilt Stadtsprecher Thomas Wahmes auf Anfrage mit.

Laut Vorlage sei „die Standfestigkeit der anderen betroffenen“, aber „nicht näher untersuchten Bäume“ aufgrund des Pilzbefalls auch nicht mehr gewährleistet. Um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, wolle die Friedhofsverwaltung alle 20 Bäume noch im Winter 2016/17 im Rahmen einer Aktion fällen lassen.

Die Vorbereitungen dafür werden bereits getroffen. „Aufgrund der örtlichen engen Situation auf dem Friedhof und der Größe der Bäume wird der Einsatz eines Autokranes und eines Baumkletterers erforderlich sein“, sagt Wahmes. Die dadurch entstehenden Kosten können noch nicht genau beziffert werden. „Wir gehen von einer Kostengröße von deutlich unter 10 000 Euro aus“, so der Stadtsprecher.

Ein Teil der Kosten soll mithilfe des Forstamtes durch den Verkauf des anfallenden Stammholzes der gefällten Bäume gedeckt werden. Aus diesem Grund soll die Fällung auch so bald wie möglich erfolgen. Denn Zeit ist Geld. Je später die Bäume gefällt werden, desto fortgeschrittener ist der vom Pilz verursachte Schaden am Holz. Dadurch verliert das Holz an Wert und wäre laut Wahmes nur noch als Industrieholz zu verkaufen, wodurch laut Vorlage nur noch ein deutlich geringerer Preis beim Verkauf erzielt werden könnte. Zu welchem Anteil die Kosten durch den Verkauf des Holzes aller Voraussicht nach gedeckt werden können, lässt sich laut Stadtverwaltung noch nicht sagen. Erst „wenn die Stämme geschnitten am Boden liegen“, könnten „Aussagen zum möglichen Erlös gemacht werden“, sagt Wahmes. „Wir hoffen aber, dass wir rund 30 bis 50 Prozent der Kosten wieder durch den Holzverkauf hereinholen können.“

Befallen sind die Bäume von einer Pilzart namens „Kiefern Braunporling“. Davon sind meist Nadelbäume betroffen. „Das Problem ist, dass die Bäume noch relativ vital aussehen, aber durch Schädigung der Haltewurzeln die Statik der Bäume konkret beeinträchtigt ist und deshalb die Verkehrssicherheit mittelfristig nicht mehr gewährleistet werden kann“, erläutert Wahmes.

Am Mittwoch (30. November) befindet der Verwaltungsauschuss über das Vorhaben der Stadtverwaltung.

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