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Traditionsbauwerk soll im kommenden Jahr saniert werden

Am Glockenturm in Baarsen nagt der Zahn der Zeit

BAARSEN. Weit hörbar tönt der Klang seiner Glocke pünktlich um 7, 12 und 18 Uhr über das Pyrmonter Bergdorf und die Hochebene. Doch Baarsens stählerner Glockenturm, der in seiner Konstruktion an einen Hochspannungsmast erinnert, ist nicht mehr standsicher: Erst unlängst war eine Nachbarin Zeugin, wie eine der Versteifungsverstrebungen mit lautem Gepolter aus der Konstruktion stürzte.

Autor

Joachim Zieseniß Reporter Bodenwerder zur Autorenseite

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„Aus Sicherheitsgründen muss der Turm unbedingt repariert werden“, versichert deshalb auch Baarsens Ortsvorsteher Paul von der Heide. Rund 15 000 Euro werden für die Renovierung von Baarsens Wahrzeichen wohl benötigt. Das Geld wird die Stadt Bad Pyrmont zur Verfügung stellen. Denn nach der Eingemeindung der Bergdörfer nach Bad Pyrmont am 1. Januar 1973 hat die Kernstadt im Tal solche Kosten für ihre Ortsteile auf dem Berge zu übernehmen. Bürgermeister Klaus Blome hat den Eisenturm in Baarsen deshalb schon persönlich in Augenschein genommen. Die 15 000 Euro müssen jetzt noch in den Haushalt eingestellt werden.

Wie Ortsvorsteher von der Heide erklärt, gab es früher in allen weit auseinander liegenden Pyrmonter Bergdörfern solche Glockentürme. Das Kirchspiel Neersen bildete seit vielen Jahrhunderten den kirchlichen Mittelpunkt für die fünf Pyrmonter Bergdörfer Baarsen, Eichenborn, Großenberg, Kleinenberg und Neersen. Während Neersen seit 1536 einen steinernen Glockenturm an der Kirche hatte, mussten sich die andern Dörfer anderweitig behelfen, wenn es galt, die Einwohner bei der Feldarbeit über Feuer und Gefahren im eigenen Ort zu informieren oder bei Todesfällen die Sterbeglocke zu läuten. Während eine zeitlang dazu Glocken auf den Schulgebäuden dienten, wurden im vorigen Jahrhundert eigene Glockentürme gebaut. So beispielsweise 1926 in Großenberg. 1949 erhielt laut von der Heide Baarsen seinen jetzigen Glockenturm, der vom örtlichen Schmiedemeister im Heißnietverfahren konstruiert wurde. Während die Nieten bis heute halten, wurden später zusätzliche Verstrebungen geschweißt. Und diese Schweißnähte sind nun durchgerostet, wie von der Heide berichtet. Möglicherweise habe dabei das Montieren der neuen, heute elektrisch betriebenen Glocke vor elf Jahren eine Rolle gespielt, mutmaßt der Ortsvorsteher.

Sollten die Kosten durch die anstehenden Haushaltsberatungen gehen, könnte im Frühjahr Sanierungsstart sein.

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