Dossier Wochenmarkt

Schon den Römern schmeckten die Galloways
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Sie sind robust, hornlos, haben ein dichtes, zottiges Fell und ihre Heimat ist ursprünglich Schottland. Genauer gesagt: Südwestschottland. Deshalb tragen die Rinder auch den Namen der Landschaft, aus der sie kommen: Galloway. Längst findet man sie (fast) überall auf der Welt. Auch auf deutschen Weiden. Denn: Die Haltung von Galloways wird immer beliebter, können sie doch das ganze Jahr über draußen bleiben. Ihre dicke Haut, das doppelschichtige Fell mit seinem langen, gewellten Deckhaar und der angepasste, sparsame Stoffwechsel machen die Galloways so widerstandsfähig, dass selbst die Minusgrade harter Winter für sie kein Problem sind. Sie grasen bei jedem Wetter im Freien. Schon die Römer, die sich von 43 bis 440 n. Chr. auf den britischen Inseln eingenistet hatten und die Provinz Britannia bis zum Hadrianswall besetzt hielten, wussten das vorzügliche Fleisch der schwarzen Rinder zu schätzen.

Hamelner Wochenmarkt-Kunden – fast zwei Jahrtausende später – auch. Die Fleischerei Matzeik aus Porta Westfalica bietet mit „Galloway vom Weinsberg“ Bio-Qualitätsfleisch aus eigener Zucht: „Alle unsere Produkte werden aus reinem Galloway-Rind hergestellt, ohne Zusätze von Schweinefleisch“, stellt Max Matzeik klar. Die Zuchtbullen des Familienbetriebes kommen direkt aus Schottland: „Wir züchten ausschließlich den schwarz-schottischen Typ“, sagt Matzeik und erklärt, dass dies die älteste Fleischrinderrasse der britischen Inseln ist: „Sie wird schon im historischen Herdbuch von Castle Douglas aufgeführt.“ Stolz erzählt Matzeik auch von züchterischen Erfolgen des Familienbetriebs: „Unser Zuchtbulle Tiptop vom Weinsberg ist bei der Grünen Woche in Berlin Bundesreservesieger geworden.“

220 Galloways, darunter 75 Mutterkühe, grasen auf den Matzeikschen Weiden von Porta Westfalica bis Rahden. Warum gerade Galloways? „Es ist eine extensive Fleischrinderrasse, die sich ideal für die Bio-Vermarktung eignet, weil sie genügsam ist und das ganze Jahr über draußen bleiben kann“, so Max Matzeik. Genügsam heißt: Die Galloways fressen ausschließlich Gras und Heu, brauchen keine Zusatznahrung, liefern trotzdem eine sehr gute Fleischqualität und haben mit drei Jahren Schlachtreife ein verhältnismäßig langes und – wie Max Matzeik hervorhebt – glückliches Leben draußen in der freien Natur auf großen Weideflächen. Eine Massentierhaltung in Ställen gibt es hier nicht.

Dafür aber an Produkten alles, was sich Fleischliebhaber nur wünschen können: Vom Hackfleisch und Gulasch über Schmorbraten, Wiener, Knacker oder Bratwürste bis hin zu Sülze, Salami, Saftschinken und Wurstaufschnitt. Alles ausschließlich von Galloway-Rindern aus eigener Zucht.

„Für uns ist wichtig, dass gesunde Tiere auf intaktem Land aufwachsen, denn gesunde Nahrungsmittel dienen auch der Gesundheit des Menschen“, sagt Max Matzeik. Und so gibt es in dem Familienbetrieb auch keine Fleisch- und Wurstwaren aus konventioneller Herstellung, sondern reine Biokost, „hergestellt nach den hohen Richtlinien von Biopark“, so Matzeik. Das komme auch beim Verbraucher gut an, denn die Produkte sind nicht nur frisch, sondern auch frei von Gluten und Laktose und so für Allergiker und Kleinkinder kein Problem.

Neben dem üblichen Angebot gibt’s bei Matzeiks extra für die Grill-Saison fix und fertige Galloway-Grillsteaks – „Zwei Minuten von jeder Seite grillen, dann ist das Fleisch optimal und innen noch rosig“ – und frische, ungebrühte Rindsbratwürste nach Merguess-Art: „Die sind mit Rosmarin, Thymian und Paprika gewürzt“, sagt Max Matzeik. Genau das Richtige für alle, die es herzhafter mögen.

Vom Hamelner Wochen- markt berichtet Karin Rohr

Galloways trotzen jedem Wetter: Die ursprünglich aus Schottland stammenden Rinder mit dem zottigen Fell sind robust, genügsam und bleiben das ganze Jahr draußen auf der Weide. „Das macht diese Rasse ideal für die Bio-Vermarktung“, sagt Max Matzeik, der sich auf Galloways spezialisiert hat. Fotos: Dana

Artikel vom 05.05.2010 - 19.00 Uhr
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