Bückeburg

LaLeLu: Stimmband-Akrobaten der Extraklasse

Bückeburg (bus). Was soll man von einem Abend erwarten, der einem „die vier schlechtestgelaunten A-cappella-Sänger der Welt“ verspricht? – Tobias Pech, Jan Miesmacher, Sören Niederlage und Sanna Nölmann. Und der zudem ein Programm in Aussicht stellt, das die Künstler mit „Pech im Unglück“ betiteln.

Um es gleich vorweg zunehmen: Wenn es sich bei den Künstlern in der Realität um Tobias Hanf, Jan Melzer, Sören Sieg und Sanna Nyman handelt, das Programm im Rahmen der „Nachtausgabe“ über die Bühne geht und die vermeintlich schlechte Laune bereits bei der Eingangsnummer sachte Lachsalven hervorruft, sollte man sich auf ein rundum hinreißendes Vergnügen einstellen, dem das Publikum am Ende der Vorstellung stehenden Applaus spendieren wird.

Einen prächtigeren Auftakt hätte Monika Luhmann, die Organisatorin und künstlerische Leiterin der von der Volksbank in Schaumburg und der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung offerierten Veranstaltungsreihe, dem Auftakt der 2012er Nachtausgabe-Staffel (der, nebenbei bemerkt, nach zwei Vorverkaufsstunden ausgebucht war) kaum bescheren können. Das aus Hamburg angereiste Quartett „LaLeLu“, ein A-cappella-Komödiantenvierer der stimmbandakrobatischen Extraklasse, begeisterte die Zuhörer mit einer fabelhaften Mixtur aus perfektem Satzgesang, originellen Arrangements, spaßigen Rollenspielen und überraschenden Stimmimitationen derart, dass sie die sympathischen Gäste erst nach der dritten Zugabe auf den Heimweg entließen.

Bis dahin bekam das Auditorium, mal gesungen, mal gesprochen, jede Menge Erkenntnisse und Tipps über und für das nicht immer einfache alltägliche Miteinander zu hören. „Ultimative Lebensberatung und Werbung um Verständnis für benachteiligte Minderheiten“, wie „LaLeLu“ zu verstehen gab.

Beispielsweise: Ein guter Tag für den Adler ist kein guter Tag für das Huhn. Oder: 79 Prozent der Deutschen glauben an Ufos - die restlichen 21 Prozent sind in diesen Ufos hierher gekommen. Und: Glauben Sie nicht, dass ein Westfale Salsa tanzen kann, ohne dass ein Brasilianer darüber lachen muss. Glauben Sie nicht, dass das, was Sie bei einem solchen Tanzkurs lernen, nach Salsa aussieht – es wird nach Bückeburg aussehen, im besten Fall nach Auetal. Respektive: Je kleiner der Lurch desto größer seine Hoffnung, ein Krokodil zu sein.

Ferner: Der eine steigt, der andere fällt / wer weiß, wie lange sich der Wulff noch hält. Obendrein: Wenn Sie einen Bart haben - blasen Sie nicht ins Feuer. Testen Sie die Tiefe des Wassers nicht mit beiden Füßen. Trauen Sie nie einem dünnen Koch. Außerdem: Fragen Sie immer Ihre Frau um Rat – und tun Sie dann das Gegenteil. Wenn Sie zwei Hasen jagen, werden Sie keinen fangen. Auch: Fährt der Bauer übers Eich / Hörnchen, ist es platt sogleich. Plus: Siehst du den Chef im Moore winken / wink zurück und lass ihn sinken. Zudem und zum Schluss: Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Artikel vom 09.02.2012 - 00.00 Uhr
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