Garten + Terrasse

Zinnien, Physalis, Paprika: Es glänzt im späten Licht
Von Saskia Gamander

Leuchtend grün und gelb: Paprika

Die besonderen Freuden eines Spätsommers sind bunt gemixt: Da blühen Dahlien und Schmucklilien (Agapanthus) um die Wette, da leuchten die „Früchte“ der Lampionblume (Physalis) orangefarben im späten Licht, als wenn sie Igel und Eichhörnchen den Weg weisen wollten, und Tomaten wie Paprika glänzen wie blank poliert. Die letzten Tage des Augusts bieten besondere Momente für Gartengenießer – auch bei Regen. Und gerade in diesem Jahr ist alles ein bisschen anders.

Anders deshalb, weil das nach dem letzten harten Winter fast schon erfroren geglaubte Sonnenauge doch noch aus dem Boden gekrochen und emporgewachsen ist. Heliopsis blüht eigentlich ab Mitte Juni schon, doch in diesem verrückten Gartenjahr dann doch erst ab der zweiten Augusthälfte. Bei halbwegs stabiler Wetterlage dürfte es sich dann sogar bis in den Oktober von seiner schönsten Seite zeigen. Die Dahlien tun das ohnehin. Auch sie sind ein wunderbarer, farbiger Kontrast zu manch grauem Regentag. Wer fleißig gießt und Verblühtes ausknipst, wird noch lange Freude am Blütenreigen haben. Das gilt auch im Falle der Geranien (Pelargonium). Immer fleißig zupfen und freuen, bitteschön. Jeder Tag des Spätsommers sollte so ausgekostet werden.

Prächtig leuchtende Zinnien (Zinnia) und nimmermüde werdende Löwenmäulchen (Antirrhinum), dazu ein erster Duft der Firne überreifen Obstes und die in diesem Sommer ausnahmsweise auch erst jetzt richtig in Wallung kommenden Engelstrompeten (Brugmansia) – in diesem Spätsommer treffen mehrere Dinge gleichzeitig aufeinander, die sonst zeitlich versetzt zu beobachten sind. Auch Sommerflieder (Buddleja), vom Frost des Winters arg gebeutelt, hat sich von unten heraus noch entwickelt, auch wenn die oberen Äste und Zweige erfroren sind. Jetzt blüht der Schmetterlingsflieder, spät – aber besser spät als nie. Selbst der Klatschmohn (Papaver rhoeas) bringt hier und dort noch ein paar Blüten hervor, nicht mehr so groß und rein, aber doch ganz ansehnlich. Sein kleiner Bruder, der Goldmohn (Eschscholzia), ist ohnehin unermüdlich…

Ein paar Tipps, um die Freude am Spätsommer zu verdoppeln:

Verblühtes ausputzen – das bewirkt, dass die Pflanzen noch neue Blüten bilden. Gilt quasi für jede Pflanze.

„Säufer“ wie etwa Dahlien, Fuchsien und Engelstrompeten reichlich gießen, aber ab September nicht mehr düngen.

Auf Standfestigkeit von Topfpflanzen achten. Viele sind jetzt größer, haben einen höheren Schwerpunkt und fallen bei Wind leichter um.

Zinnien, Dahlien, Sonnenblume, Sonnenauge: Schnittblumen für die Vase im Wohnzimmer gibt es jetzt reichlich. Keine Bange vor dem Schnitt; es ist reichlich Blütenflor vorhanden.

Ernte geht auch anders: Zum Beispiel sind die Physalis-Lampions eine sehr schöne Dekoration für die spätsommerlich gedeckte Kaffeetafel. Und sie halten lange. Selbst nach einem Jahr verlieren sie nicht ihre Farbe.

Leuchten wie Lampions, sind ja auch welche: Die „Früchte“ der Lampionblume. Fotos: sas

Artikel vom 27.08.2010 - 04.27 Uhr
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