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Von Akelei bis Ziest: Im September ist beste Pflanzzeit für die Stauden
Von Jens Meyer

Schafgarbe (Achillea) blüht in vielen unterschiedlichen Farben, und es gibt sie auch in unterschiedlich hohen Sorten. Fotos: ey

Großartige Staudenpflanzen bereichern jeden Garten. Dabei liegt ihr Vorteil nicht nur im schier unfassbar unterschiedlichen Blüten- und Blattreigen, sondern begründet sich ebenso in ihrer relativ einfachen Handhabe. Einmal gepflanzt machen Sie bei guten Standortbedingungen kaum noch Arbeit. Jetzt im September ist die optimale Pflanzzeit gekommen.

Winterharte Staudenpflanzen kriechen nach der Frostperiode wieder aus dem Boden hervor, wachsen zu teils stattlicher Größe heran, blühen wochenlang und je nach Art von Frühjahr bis zum Herbst und verschwinden mit dem Schnitt knapp über dem Boden wieder in der Winterruhe. „Kein Garten ohne Stauden.“ Diesen Satz hat der legendär gewordene Pflanzenzüchter Karl Foerster bereits in der ersten Hälfte des zurückliegenden Jahrhunderts geprägt, und er gilt bis heute. Aber was sind denn Stauden eigentlich?

Typisch ist der verdickte Wurzelstock (Rhizom). An seiner Spitze trägt er Knospen, aus denen im Frühjahr neue Triebe entstehen, die sich mit der Zeit vermehren. Im Verlaufe der Jahre wird der Wurzelstock größer und sollte dann geteilt werden, wenn die Pflanze gelbe Blätter aufweist oder sie kaum noch schöne Blüten entwickelt hat. Diese „Verjüngung“ regt den Neuaustrieb in der nächsten Vegetationsperiode deutlich an; manche Pflanzen werden sogar noch schöner als vorher.

Der Blütenreichtum von Staudenpflanzen ist unübertrefflich. Auf die Größe der Pflanze kommt es dabei nicht an. Zwar ist ein zwei Meter hoher, dunkelviolett-farbener Rittersporn eine höchst schmuckvolle Erscheinung, jedoch stehen die nur bis 40 Zentimeter kleinen Kissenastern im leuchtenden Blau oder warmem Karmesinrot der Wirkung des Rittersporns in nichts nach. Allein die Komposition ist entscheidend.

Hohe Stauden wie Rittersporn, Sonnenauge oder Duftnessel gehören in den hinteren Bereich eines Beetes, während die niedrig wachsenden Pflanzen wie Schafgarbe, Bergaster oder Mädchenauge unbedingt weiter vorn stehen sollten, damit sie nicht verdeckt werden.

Auch auf das Blatt kommt es an, nicht nur auf die Blüte. Ein Paradebeispiel für diese Tatsache ist die Gattung der Funkien. Auch sie zählt zu den Stauden (und im Übrigen zur Familie der Spargelgewächse). Ihre Blüten an hohen Stängeln mögen hübsch sein, doch ihre Blattzeichnungen sind viel beachtenswerter. Gerippt, gestreift, panaschiert, mehrfarbig: Es gibt viele schöne Sorten, die – und das ist noch ein großer Vorteil dieser besonderen Stauden – den der Sonne abgewandten Bereichen des Gartens Farbe und Leben verleihen. Farne sind hier optimale Begleiter.

Stauden pflanzen: Entsprechend der Planung werden die Pflanzen zunächst auf dem Terrain dort hingestellt, wo sie gepflanzt werden sollen. Die sogenannten „Leitstauden“, also im Grunde die größten von allen, werden zuerst gepflanzt. Zum Schluss die bodendeckenden pflanzen.

Stauden pflegen: Grundsätzlich gilt, Verblühtes zu entfernen, damit die Pflanzen neue Blüten bilden können. Manche, wie etwa der Rittersporn, werden nach der ersten Blüte 15 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten. Zum Herbst hin entwickelt er dann einen zweiten Blütenreigen.

Stauden stützen: Hohe Sorten wie Rittersporn oder Eisenhut benötigen eine Stütze (Stab reicht), denn sie knicken bei Regen und Wind schnell um und ab.

Stauden verjüngen: Je nach Art muss dieser Spatenstich (Obacht: Bei vielen Stauden empfiehlt es sich, den Wurzelstock auszugraben und mit der Hand zu teilen, um die Wurzeln nicht zu sehr zu verletzen) aber nur alle drei bis sechs Jahre erfolgen.

Stauden kaufen: Nur beim Fachmann! Die Vielfalt an Farben, Größen und Arten ist riesig – den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Da braucht’s eine Beratung. Der Fachhandel hält außerdem immer wieder neue hübsche Sorten verschiedener Staudenpflanzen vor.

Großartige Stauden für unterschiedliche Lagen

Schafgarbe (Achillea), sonniger Standort, Wuchshöhe bis 100 Zentimeter, den ganzen Sommer lang schimmernde Blütenstände, verschiedene Farben

Anemone (Anemone), Halbschatten, von kleinwüchsig bis 130 Zentimeter hohen Sorten (zum Beispiel „Lady Ardilaun“), ganze Blütenkolonien in Frühjahr und Herbst, verschiedene Farben

Elfenblume (Epimedium, Foto), Halbschatten bis Schatten, toller Bodendecker mit wunderschöner Blattzeichnung, die sich nach der Blüte (zum Beispiel „E. perralchicum „Frohnleiten“)

Akelei (Aquilegia), Standort sonnig bis halbschattig, wunderschöne Farbtöne und Farbwechselspiele – Akelei samt sich selbst aus und verändert dann auch ihr Erscheinungsbild

Astilbe (Prachtspiere), sonnig bis halbschattig im humosen Boden, eindrucksvolle Blüte in vielen Farben im Hochsommer, bis 120 Zentimeter hoch

Sonnenbraut (Helenium), pralle Sonne, bis 120 Zentimeter, verschiedene Gelbtöne, auch kupfer- und ockerfarben

Roter Sonnenhut (Echinacea), voll sonnig, bis 130 Zentimeter, purpurfarbene Blüten mit gelbem Herz, Schmetterlings-, Bienen- und Hummelverführer

Sonnenauge (Heliopsis, Foto),Sonne und Halbschatten, bis 200 Zentimeter und höher, strahlend gelb, gute Schnittblume

Taglilie (Hemerocallis), sonnige Lage, bis 100 Zentimeter hoch, Blatt und Blüten wirken sehr exotisch, viele wunderschöne Farben

Fackellilie (Kniphofia), will sonnig stehen, je nach Sorte bis 140 Zentimeter hoch, „Raketenblüten“ in Gelb, Gelb-Orange und auch Rot (wird auch Raketenblume genannt)

Purpurglöckchen (Heuchera), Halbschatten bis Schatten, niedrig wachsend, guter Bodendecker, interessantes Farbspiel der Blätter

Eisenhut (Aconitum), Sonne bis Halbschatten, je nach Sorte bis 130 Zentimeter hoch, alle fünf bis sechs Jahre teilen

Indianernessel (Monarda), sonnig, die schönsten Sorten werden nicht höher als 80 Zentimeter, sehr exotisches Antlitz, Blüten essbar, viele verschiedene Farben

Rittersporn (Delphinium), sonnig, bis 200 Zentimeter hoch, die blauen Sorten sind immer noch die schönsten

Katzenminze (Nepeta), volle Sonne, von flachwüchsig bis 120 Zentimeter hoch, „Staude des Jahres 2010“ – nicht zu Unrecht, tolle Blautöne

Türken-Mohn (Papaver), bis 120 Zentimeter, sonnig bis Halbschatten, teils riesige Blütenkelche (bis 15 Zentimeter Durchmesser, lachsfarben und knallrot, wunderschön

Lungenkraut (Pulmonaria), Halbschatten bis Schatten, bleibt niedrig, gute Unterpflanzung, sehr robust

Salbei (Salvia), volle Sonne, bis 100 Zentimeter Wuchshöhe, satte Farben und lange Blühdauer

Steinbrech (Saxifraga), Halbschatten bis Schatten, guter Bodendecker für Vorgärten, hübsche Blüten im Frühling

Skabiose (Skabiosa), sonnige Lage, aber feuchter Boden nötig, Wuchshöhe von 40 bis 90 Zentimeter, sieht wie dahingekleckst und sehr natürlich aus, verschiedene Farben

Ziest (Stachys), auch Eselsohr genannt, vollsonnige Lage, Blätter wie mit einem Fell überzogen, sehr hübsches, teils silbriges Aussehen

Farne – viele Arten für den Schatten

Funkien (Hosta), unbedingt Schatten, vom Minipflänzchen bis zum Maxiblatt alles vorhanden, sogar blau schimmernde Sorten – kein Garten ohne…

Artikel vom 02.09.2010 - 19.00 Uhr
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