Garten + Terrasse

Kälteschutz und kuscheliges Igelbett: Laub ist ein lebenswichtiges Material
Von Saskia Gamander

Der Herbst hat seine guten Seiten. Einerseits gibt er mit den schwindenden Blütenstauden, die knapp über dem Boden abgeschnitten werden, neue Sichtachsen in den Beeten frei und erlaubt damit stellenweise eine Überplanung des Bestehenden. Andererseits entlaubt diese Jahreszeit alle nicht immergrünen Gehölze. Tausende, Zehntausende, Hunderttausende, ja unzählige Blätter fallen in den Gärten jetzt zu Boden.

Dass das Laub zuweilen nur den Weg auf den Kompost findet, ist gleich in doppelter Hinsicht suboptimal. Zu viele Blätter machen die Kompostqualität „spröde“, weil das Verrotten zu lange dauert. Außerdem aber können mit Blättern einige gute Maßnahmen getroffen werden – sogar lebenswichtige. Mit den folgenden Punkten tut man Gutes für den Garten:

Erstens: Junge Gehölze, die spät gepflanzt wurden und noch keine Zeit hatten, standfest anzuwurzeln, werden mit einer dicken Laubschicht vor zu viel Kälte geschützt. Dazu wird einfach ein Ring aus Kaninchendraht um das Stämmchen geformt und rundherum das Laub verteilt. Achtung: Nicht zu viel und zu fest stopfen, damit noch genug Luft bleibt und Feuchtigkeit entweichen kann. Das beugt Schimmelbildung vor.

Zweitens: Nach demselben Prinzip lassen sich frostempfindliche Pflanzen schützen, zum Beispiel Rosenstämmchen, Feigenbäumchen oder auch die in den vergangenen beiden, sehr kalten Wintern immer wieder in Mitleidenschaft gezogenen Schmetterlingsflieder. Gerade an nicht gut geschützten, windigen Plätzen benötigen solcherlei Gehölze Schutz vor beißenden Frösten jenseits der Minus-13-Grad-Grenze.

Drittens: Laubhaufen im Garten bieten Nützlingen wie Igeln und vielen Insekten eine gute Deckung gegen Kälte, Wind und Nässe. Daher ist sogar davon abzuraten, den Garten blattlos und wie geleckt in die Winterpause zu schicken. Damit die Blätter in stürmischen Zeiten nicht davonfliegen, sollten Äste und Zweige – etwa von Nadelgehölzen – darüber gelegt werden.

Viertens: Frostfeste Kübelpflanzen bleiben bekanntlich draußen. Buchs, Clematis, Rosen gehören dazu. Hier ist ein Winterschutz empfehlenswert. Blätter bieten ihn, am besten in Verbindung mit einem durchlässigen Vlies, das ums Gefäß gebunden wird. Laub hineinfüllen (auch hier: nicht zu viel, aber genügend) – fertig. Wichtig: Eine Öffnung lassen, um ab und zu gießen zu können.

Natürlich kann Laub auch auf den Kompost, aber bitte schichtweise und nicht zu dick. Die Erfahrung zeigt, dass Blätter vergleichsweise lange Zeit benötigen, um zu verrotten.

Artikel vom 14.10.2011 - 04.35 Uhr
drucken
Diesen Artikel versenden


   
versenden

Artikel kommentieren






Übersicht | Nachrichten | Lokales | Sport | Kultur | Bilder | Service | Anzeigenmarkt | Impressum
© Deister- und Weserzeitung Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
Eine starke Gruppe: Deister- und Weserzeitung | Pyrmonter Nachrichten | Dewezet Bodenwerder | Schaumburger Zeitung | Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung | Neue Deister-Zeitung | Wesio | Weserbergland.Com | Medien 31