Garten + Terrasse
Der Winter war schneller, jetzt ab in den Keller… Von Saskia Gamander
Das ging jetzt aber wirklich schnell: Plötzlich legte sich Raureif über das Land, plötzlich bildete sich eine dünne Eisschicht auf den Fensterscheiben des Gewächshauses. Es ist Winter im goldenen Oktober. Stauden und Gehölzen, immergrünen Hecken und Zwiebelpflanzen ist das vollkommen egal. Aber Kübelpflanzen, die nicht frostfest sind, müssen jetzt ins Winterlager. Engelstrompeten, Fuchsien und andere Pflanzen haben durch den ersten Nachtfrost noch keinen Schaden genommen – aber noch eine frostige Nacht wird ihnen nicht gut bekommen.

Fuchsie, Engelstrompete und Knollen-Begonie (Bild oben): Alle drei sind nicht winterhart und sollten jetzt an einen frostfreien Ort gestellt werden. Die Schmucklilie (Bild unten rechts) muss kühl, trocken und dunkel stehen und darf nicht umgetopft werden, damit sie auch im nächsten Jahr wieder schön blüht. Die Knollen der Dahlien (Bild unten links) werden ausgegraben und dunkel sowie trocken gelagert. Fotos: sas, ey, Wal
Die Ansprüche sind sehr unterschiedlich
Die Ansprüche der beliebtesten Kübelpflanzen sind vollkommen verschieden. Grundsätzlich reicht ein Standort in der Garage oder im Keller. Egal, wo sie stehen: Die Kübelpflanzen sollten nicht vergessen werden, weil sie – wenn auch nur wenig – Wasser brauchen. Selbst die bis auf das nötigste herunter geschnittenen Engelstrompeten sollten einmal pro Woche einen Schuss Wasser bekommen.
Apropos Schnitt: Außer Oleander, Schmucklilien und Zier-Banane vertragen alle Kübelpflanzen einen Schnitt. So treiben sie im nächsten Jahr besser aus. Auch ein Umtopfen und das damit verbundene Setzen in frische Erde fördert das Wachstum. Umgetopft wird erst nach der Winterzeit. Ausnahme auch hier: die Schmucklilie. Sie mag’s eng und unverändert in ihrem Kübel. Wer sie umsetzt, riskiert, dass sie zwei Sommer lang keine Blüten ansetzt.
Wie werden unsere beliebtesten Kübelpflanzen überwintert? Eine Übersicht:
Fuchsie (Fuchsia): Überwinterung im dunklen Raum bei sechs bis acht Grad Celsius, ideal ist ein Keller, braucht wenig Wasser
Geranie (Pelargonie): dunkel stellen, nicht gießen bei drei bis sechs Grad Celsius
Engelstrompete (Brugmansia): dunkel überwintern bei fünf bis zehn Grad Celsius, kleine Wassergaben einmal pro Woche, Rückschnitt bis kurz vor die Verzweigung der ersten Y-Achse
Zier-Banane (Ensete ventricosum): gießen, aber nicht vernässen, bei 10 bis 15 Grad Celsius hell stellen
Oleander (Nerium oleander): nicht austrocknen lassen, nur so viel wie nötig gießen an einem halbdunklen Ort bei 5 bis 10 Grad Celsius
Wandelröschen (Lantana camara): Lichtbedarf von hell bis dunkel, beste Überwinterung bei 5 bis 10 Grad Celsius
Zylinderputzer (Callistemon citrinus): sehr hell stellen, nicht austrocknen lassen, bei 5 bis 10 Grad Celsius
Schmucklilie (Agapanthus praecox): je dunkler sie steht, desto mehr verwelken die Blätter, das macht aber nichts, denn sie entwickelt neue, Standort: 5 bis 8 Grad Celsius
Echter Jasmin (Jasminium officinale): Lichtbedarf sekundär, 5 bis 8 Grad Celsius
Zitronenbäumchen (Citrus): sehr hell stellen, 10 bis 15 Grad Celsius, mäßig aber stetig gießen
Hortensie (Hydrangea): im kalten Keller überwintern, kaum gießen
Feige (Ficus carica): fühlt sich im Winterlager bei 0 bis 5 Grad Celsius am wohlsten, stetig, aber wenig gießen
Enzianstrauch (Lycianthes rantonnetii): braucht 5 - 15 Grad im Hellen, wird dunkel überwintert, reichen im Schnitt 5 - 8 Grad
Dahlien (Dahlia): Die Knollen werden aus dem Erdreich gegraben, dunkel und trocken gelagert
Knollen-Begonien: bis kurz über die Erde zurückschneiden, den Topf an einem dunklen Ort überwintern
Kakteen sind nicht ganz so empfindlich, dennoch gehören sie natürlich im Winter an einen frostfreien Ort – er sollte werder zu hell noch zu warm sein (also nicht die Fensterbank im Wohnzimmer!)