Garten + Terrasse
Der Hibiscus züngelt in vielen Farben und GrößenVon Jens Meyer
Eine wahrhaftige Schönheit, noch dazu mit exotischem Flair, ist der Hibiscus. Aus strahlend-farbigen Blüten züngeln von Art zu Art unterschiedlich lang die Staubblätter an aufrecht stehenden Röhren. Das lässt den Hibis-cus besonders markant erscheinen. Wie so oft sind die außergewöhnlichen Eibisch-Arten nicht frosthart. Sie benötigen selbst im Winter keinen dunklen, kühlen Platz, sondern wollen bei 10 bis 15 Grad Celsius an einem halbwegs hellen Ort stehen. Der Chinesische Roseneibisch (Hibiscus Rosa-sinensis) dankt solch gnädige Unterbringung durchaus mit einem Winterblütenreigen.
Mit anderen Worten: (Hobby)gärtner, die die anstrengende Schlepperei der Kübelpflanzen im Frühjahr und Herbst aus und ins Winterlager satt sind, sollten sich die Sache mit dem Hibiscus reiflich überlegen, zumal die Pflege dieser Pflanzen auch während des Sommers mit erhöhter Wasserzufuhr und wöchentlicher Düngung nicht gerade gering ausfällt. Aber von nichts kommt bekanntlich auch nichts.
Aber man muss deshalb noch lange nicht auf die sehenswerte Hibiscusblüte verzichten, denn immerhin gibt es ja auch den Straucheibisch oder Garteneibisch (Hibiscus syriacus), der bis zu zwei Meter hoch und breit wird und dessen Blätter an die der Chrysanthemen erinnern. Von Weiß über Rosa bis zum tiefen Violett reicht die Farbskala, die bis Ende September anhält. Nur in der Jugend sind die Straucheibische frostempfindlich, später durchstehen sie auch tiefe und lange Frostperioden und bilden mit anderen Gehölzen unter anderem einen gelungenen Sichtschutz an Grundstücksgrenzen. Während die Schmetterlingsflieder in den vergangenen beiden Wintern zum Beispiel vielerorts jäh zugrunde gegangen sind, haben Hibiscus-sträucher die frostigen Zeiten überstanden und stehen nun in schönster Blüte, so als wenn es nie Winter gewesen wäre.
„Blue Bird“, blauviolett und mit tiefmagentafarbenem Mittelfleck, ist eine besonders schöne Sorte, auf die auch die professionellen Gärtner des Berggartens in Hannover schwören. „Duc de Brabant“ blüht blaurot mit dunkelrotem bis bordeauxfarbenem Mittelfleck. Sehr attraktiv sehen die Blüten von „Red Heart“ aus. Sie sind größer als viele ihrer „Schwestern“, strahlend-weiß und mit weinrotem Rand.
Bei den Standortansprüchen ist zu beachten, dass die Straucheibische nährstoffreiche Lehmböden bevorzugen. Gepflanzt wird am besten noch im August oder aber im Frühjahr, um möglichen Frostschäden der Jungpflanzen zuvorzukommen. Der Straucheibisch sollte auf jeden Fall genügend Zeit haben, um anzuwurzeln und zu Kräften zu kommen.
In strahlend-schönen Farben blühen zurzeit die nicht winterharten Hibiscuspflanzen auf Terrassen und Balkonen (links). Die Straucheibische, frostfest und erdverwachsen (kleines Bild: die Sorte „Blue Bird“) stehen den mondän wirkenden Exoten im Topf in puncto Schönheit aber in nichts nach.
Fotos: ey