Garten + Terrasse
Bitte nicht drauftreten: Erste Blümchen sprießenVon Jens Meyer
Draußen ist schon wieder Frost, aber drinnen warten Gartenbesitzer händeringend auf den Wetterwechsel, um endlich die Pflanzzeit zu eröffnen. Doch Obacht in den Beeten: Wer sich wie die Axt im Walde benimmt, zerstört die ersten zarten Schösslinge, denn Zwiebelpflanzen recken sich schon dem Himmel empor. Der lange Winter hat ihnen nichts ausgemacht, und auch die frostigen Nächte jetzt stören sie nicht. Die einzige Gefahr droht ihnen von den Gartenbesitzern selbst. Grund ist das allzu engagierte Graben, Hacken und Harken.
Grundstücksbesitzer und Hobbygärtner kennen ihren Garten nach vielen Jahren aus dem Effeff und wissen, wo sich die Blütenteppiche von Traubenhyazinthen, Narzissen und Tulpen ausbreiten. Aber was ist mit neu gepflanzten Zwiebeln, die im vergangenen Herbst in die Beete eingearbeitet worden sind? Eine Gedächtnisstütze liefern hier Gartenaufzeichnungen. Wer sich ein Album anlegt – eine Kladde reicht ja schon – ist klar im Vorteil, denn er kann dann in seinen eigenen Aufzeichnungen nachschlagen und schauen, wo welche Pflanzen wachsen. Dementsprechend vorsichtig wird er bei Neuanpflanzungen und Beetbeackerung agieren.
Dieses Prozedere lohnt sich nicht nur bei Zwiebelpflanzen; auch Sommerblüher wie Rittersporn, Eisenhut, Akelei oder Stockrosen, deren Samen und Pflanzen überwintert haben, werden mit den ersten warmen Frühlingstagen geweckt und wachsen dann teils zu recht üppigen Exemplaren heran. Sie benötigen Platz. Wer in den kommenden Tagen und Wochen den Boden lockern will oder bereits Neuanpflanzungen plant, sollte diese vorhandenen Pflanzen in seine Planung und Vorgehensweise mit einbeziehen.
Grundsätzlich gilt: Zwiebelblumen werden mit den Jahren umso schöner, je weniger sie bei ihrer Entwicklung gestört werden. Das bedeutet, dass sie am besten dort gepflanzt werden, wo der Boden nicht ständig bearbeitet wird. Sie dienen daher zum Beispiel als Unterbepflanzung von Gehölzen gut; im Staudenbeet wird’s schon schwieriger. Im Gemüsegarten sind sie absolut am falschen Ort.