Garten + Terrasse

Aster la vista: Hier blüht der Herbst
Von Saskia gamander

Astern – die unterschätzten Gartenschönheiten. Mit ihrem überbordenden Flor tupfen sie noch Ende Oktober Beete aus, in denen sonst Stauden blühen, die schon so weit weg sind wie der Sommer selbst. Sie sind außerdem eine formidable Bienenweide. So spät im Jahr gibt es für die Bestäuberinsekten ja auch nicht viel anderes mehr.

Die Welt der Astern ist nicht so einfach, wie sich ungeübte Gartenbesitzer das oft denken. Denn neben der beliebten Raublatt-Aster (Aster novae-angliae), deren aufrechte Wuchsform durchaus Höhen von 180 Zentimetern erreichen kann und die mehrfarbig, sogar in Kirschrot (Sorte „Andenken an Alma Pötschke“) als wertvolle Leitstaude in Mischbeeten gilt, gibt es im Bereich dieser Korbblütler auch andere sehr beliebte Gartenarten: Die niedrig wachsende Berg-Aster (Aster amellus) zählt zum Beispiel dazu. Mit ihrer maximalen Höhe von kaum 60 Zentimetern gibt sie sonnigen Staudenbeeten einen farbig-fröhlichen Rahmen, zum Beispiel in kräftigem Purpur der Sorte „King George“. Auch beliebt ist die Kissen-Aster (Aster dumosus), ebenfalls niedrig wachsend, aber als Beeteinfassung weniger geeignet, weil sie ausladend wird. Im Unterschied zu diesen herbstblühenden Arten entwickelt die Alpen-Aster (Aster alpinus) ihren Flor als Frühlingsbote im Mai. Was sie aber allesamt eint, ist die strahlenförmige Anordnung ihrer Blüten; eine jede wirkt wie ein fröhliches Lachen.

Besondere Ansprüche an den Boden stellen Astern nicht. Sie können sogar zur Plage werden. Wer den dicht unter der Erdoberfläche sich ausbreitenden Rhizomen (Wurzelstock) von Zeit zu Zeit nicht rigoros Einhalt gebietet, wird nach einigen Jahren zwar eine Asternschwemme haben, aber auch keine Struktur mehr im Beet. Deshalb ist es gut und richtig, nach der Blüte die Pflanzen dort, wo sie in Zukunft nicht wachsen sollen, aus dem Boden herauszuziehen und das Erdreich auch zu bearbeiten, um Wurzelreste zu entfernen. Sollen sie stehen bleiben, werden die Pflanzen nur dicht über dem Boden abgeschnitten.

Die Schwierigkeit der hochwachsenden herbstblühenden Astern-Arten liegt schlichtweg in der Planung. Sie entwickeln sich nach und nach, schließlich – im Spätsommer – sehr stark. Nebenstehende Stauden, die kleiner sind, sollten bis dahin ihre Blütezeit schon gehabt haben. Rau- und Glattblatt-Astern lassen sich dennoch gut kombinieren, zum Beispiel mit hochwachsenden Anemonen. Herbstblühenden Sorten Anemonen und Astern kommt nicht mehr und nicht weniger die Aufgabe zu, den Sommer zu verlängern. Sie sind sozusagen das A & A der Herbstblüte und sorgen für Ahs und Ohs.

Artikel vom 06.10.2011 - 17.23 Uhr
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