Freizeit TW
Der Ober-Gaucho unter den Trainern: Diego MaradonaEr war die wohl schillernste Trainerfigur des Turniers, wollte Großes erreichen und musste dank überragender Leistung der deutschen Nationalelf im Viertelfinale mit seiner Mannschaft vorzeitig abreisen: Diego Maradona. Der argentinische Nationalcoach wollte mit seiner Mannschaft wieder Fuß fassen im Fußballleben, nachdem der einstige Weltfußballer sich durch etliche Skandale selbst ins Abseits befördert hatte. Doch daraus wurde nichts. Maradona blieb beim Spiel gegen Deutschland eben so blass wie Lionel Messi, sein Star auf dem Feld, ebenso Weltfußballer, doch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 konnte der Argentinier nicht punkten. Kein Tor ging auf sein Konto. Die Argentinier, die Weltmeister werden wollten, verschwanden in der Versenkung. Was aus Maradona wird, ist ungewiss: Im Gegensatz zu Jogi Löw wird ihm wohl kein Verdienstkreuz seines Landes verliehen – hatte er den Mund doch eher zu voll genommen, als bescheiden zu sein. Bei der Pressekonferenz zum Spiel Deutschland gegen Argentinien Anfang März verwies Diego Maradona Nationalelf-Debütant Thomas Müller von der Pressekonferenz. Der Ober-Gaucho hatte sich darüber aufgeregt, dass dieser blutjunge Typ neben ihm am Mikro sitzt. Maradona war nicht aufzuhalten und verließ den Medienraum. Erst als er darüber aufgeklärt worden war, dass Müller gerade eben gegen sein Team gespielt hatte, kehrte Maradona zurück. „Ich wusste nicht, dass das ein Spieler war“, erklärte Maradona ungewöhnlich kleinlaut: „Normalerweise ist da nur der Nationaltrainer. Ich entschuldige mich beim Spieler.“
Nun kam die Revanche: In der dritten Minute des Viertelfinalspiels läutete Müller mit seinem Kopfballtor Diegos Heimreise ein.