Motormarkt

Wolf im Schafspelz mit 260 PS und fetten Endrohren
Von Burkhard Assmus

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Man muss sich mit einem Mazda3 MPS nicht immer auf der Überholspur bewegen – doch es macht Spaß. Manuel Franke weiß, wovon er spricht: Er fährt seit geraumer Zeit einen Mazda3 MPS, Baujahr 2007, und begutachtet jetzt das aktuelle Modell mit Argusaugen.

Von außen macht der Mazda3 MPS eher einen unschuldigen Eindruck. Auch wenn er schon zu erkennen gibt, dass er keiner von der braven Sorte sein will. Zweifel an seiner Unschuld lassen der große Heckspoiler, die großen Auspuffendrohre mit mehr als zehn Zentimetern Durchmesser, die 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, die um 20 Millimeter weiter ausgestellten Kotflügel und vergrößerten Kühllufteinlässe in der Frontpartie sowie die Lufthutze auf der Motorhaube aufkommen. „Understatement ist trotzdem noch angesagt, kommen doch Mitbewerber viel aggressiver daher“, weiß Manuel Franke. Doch in der Kompaktklasse zählt der Mazda3 MPS deshalb auch als Wolf im Schafsfell oder auch „GTI-Killer“. „Sein Auspuffsound könnte sonorer sein, sein Wendekreis kleiner. Doch der Turbo-Klang unter Volllast entschädigt für Einiges“, schwärmt 3er-Fahrer Franke. Recht hat er: Aus 2261 Kubikzentimeter Hubraum entfaltet der Renner 260 PS und ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern. Bei zügiger Fahrweise ist der 60-Liter-Tank sehr schnell leer, doch auch dahinbummeln im sechsten Gang ist möglich.

Der MPS möchte seine Kraft ausleben. Beim Anfahren und auch beim Kuppeln während der Fahrt fordert er in der Art eines kompromisslosen Sportwagens die volle Aufmerksamkeit des Fahrers. Beim Überholen kann er seine inneren Werte voll zur Geltung bringen. Innerhalb von 6,1 Sekunden beschleunigt er von 0 auf 100 km/h. Leider verbraucht er dann auch gerne mal knapp 10,5 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer. Tja, auch bei einem Kompakten gibt es ohne Energie eben keine Leistung. Trotz seiner erwartungsgemäß straffen Fahrwerksabstimmung eignet sich auch dieser MPS für längere Strecken. Er bietet dem Fahrer und seinen Beifahrern die nötige Bequemlichkeit, solange der Fahrer darauf verzichtet, die dynamischen Qualitäten des Mazda bei jeder Gelegenheit zu demonstrieren.

Der Innenraum zeigt Wertigkeit. Es geht komfortabel und funktional zu. Die Bezüge der ausgeprägten Sportsitze sind mit einer Stoff-Leder-Kombination veredelt, die keine Extrakosten verursachten. Sie unterstreichen den sportlichen Auftritt nachhaltig, auch mit ihren Sitzwangen, die angenehmen Seitenhalt versprechen und tatsächlich bieten. Für die Pedalerie verwendete Mazda stilgerecht Aluminium.

Der MPS verfügt über eine recht umfangreiche Serienausstattung. Hierzu gehören unter anderem das 6-Gang-Schaltgetriebe, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, das Sportfahrwerk, der Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Tempomat und ein automatisches Lichtsystem. Optional kann noch ein „Plus-Paket“ für 2 090 Euro geordert werden. Es beinhaltet ein BOSE-Sound-System mit 6fach-Wechsler und zehn Lautsprechern, Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung und Bluetooth, BiXenon-Haupt-Scheinwerfer mit Kurvenlicht sowie schlüssellosem Zugangs- und Startsystem mit Start/Stopp-Knopf. Für 720 Euro gibt es noch ein Navigationssystem. So ausgestattet ist der Renner aus Japan dann für exakt 30 700 Euro zu haben – inklusive jeder Menge Fahrspaß und dem „Wolf-im-Schafsfell-Syndrom“.

Deutlich zu erkennen: die Front ist dynamischer geworden.

Veränderungen sind auch hier ersichtlich.Fotos: asp

Artikel vom 08.02.2012 - 03.47 Uhr
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