Eilsen
Weihnachten kein Geschenk? Das muss nicht sein!Unterstützen die Aktion „Weihnachtswünsche“: Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach (l.) und Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann, hier mit Kerstin Gorenc (2.v.l.) und Heide Möller vor dem Tannenbaum des Kinderhilfsvereins. Foto: tw
Bückeburg (tw). Bittere Armut gibt’s nicht nur jenseits der Grenzen Deutschlands, es gibt sie auch vor der eigenen Haustür. Konkret: in Bückeburg. Diese – traurige – Tatsache vor Augen, haben Heide Möller und Kerstin Gorenc vom Kinderhilfsverein „Chic für Chancen“ (CfC) eine Weihnachtswünscheaktion ins Leben gerufen. Dabei kann jeder Bürger einem armen Kind, das sonst am Heiligen Abend leer ausgehen müsste, das Geschenk seiner Wahl machen.
Möller: „Wir haben an den Schulen Wunschzettel verteilt und im Laden ,2ndLux’, Lange Straße 26, die Wünsche von zunächst 60 Bedürftigen an einen Tannenbaum gehängt.“ Besagte Kindernamen sind dem Hilfsverein sowohl von der Graf-Wilhelm-Schule als auch der Grundschule am Harrl und der Grundschule Petzer Feld übermittelt worden. Damit die Intimsphäre gewahrt bleibt, tragen die in Weihnachtsengel eingetüteten Wunschzettel nur den Vornamen der Knirpse und eine Nummer; die Nachnamen liegen den Schulleitungen vor.
„Die Weihnachtsengel mit den Kinderwünschen können von Spendern bis zum 12. Dezember vom Tannenbaum genommen werden; sie besorgen den Kleinen dann das gewünschte Präsent, packen es in Geschenkpapier“, sagt Gorenc. Der Kinderhilfsverein hat Wert daraufgelegt, dass keine lebenden Tiere als Wunsch notiert werden und die Geschenke in einem „bezahlbaren Rahmen“ bleiben; sie dürfen einen Wert von 30 Euro nicht übersteigen. Die Finanzierung der restlichen Wünsche, die keinen Privatspender gefunden haben, übernimmt CfC.
Die Übergabe der Präsente soll dann kurz vor Weihnachten bei Kakao und Keksen in den Schulen unter Ausschluss der Öffentlichkeit erfolgen. Zwei Prominente, die bereits Weihnachtsengel vom Tannenbaum genommen haben, sind Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach und Eilsens Bürgermeister Bernd Schönemann; letzterer ist Mitglied im Hilfsverein. Jeder der beiden Rathauschefs erfüllt drei Kinderwünsche.
Die Idee, die Aktion in Bückeburg ins Leben zu rufen, hatte Christa Borgmann, ein Mitglied der ersten Stunde. Die Aktion geht auf Steilvorlagen aus Extertal/Bösingfeld und Rinteln zurück; in Nordlippe läuft sie unter dem Namen „Weihnachtsbaum der Nächstenliebe“, in der Weserstadt seit dem Start 2008 unter dem Namen „Silvesterinitiative“. In beiden Fällen ist sie erfolgreich. In Rinteln etwa konnten im vergangenen Jahr 120 arme Kinder beschert werden.
Doch die Aktion Weihnachtswünsche, die in Bückeburg von nun an jedes Jahr laufen soll, ist nicht die einzige Wohltat des Kinderhilfsvereins in der kalten Jahreszeit. Denn: Ebenfalls über die oben genannten Schulen läuft ein Projekt, bei dem CfC 50 bedürftigen Bückeburger Steppkes 50-Euro-Gutscheine für Winterschuhe/-Stiefel sowie Sportschuhe bereitstellt; sie können bis 31. Dezember bei Quick-Schuhe eingelöst werden. Bleibt nachzutragen: „Aktionen wie diese sind für CfC nur möglich, weil wir Spenden aus der Geschäftswelt erhalten“, sagt Möller. Die jüngste stammt von Barbara Wedderhoff (Anti-Aging-Konzept, die die Erlöse aus einem „Zauberzeit“ genannten Event in den Dienst der guten Sache gestellt hat.
Ganz wichtig: Sollten sich – wie erhofft – viele Spender finden, die die Weihnachtsengel mit den Wünschen in der Lange Straße 26 vom Tannenbaum klauben, will der Kinderhilfsverein nachlegen. Gorenc: „Wir möchten die Lücken auffüllen, in dem wir auch die Herderschule sowie die Bückeburger Kindergärten in unsere Aktion mit einbeziehen.“