Aerzen - Emmerthal

Wasserleiche im Rechenbecken entdeckt

Grohnde (ube). Ein Wachmann hat am Montagabend um 20 Uhr im Rechenbecken des Kernkraftwerkes Grohnde eine Leiche entdeckt. Der Mann informierte umgehend die Polizei. Ermittler der Tatort-Gruppe trafen wenig später am Fundort ein, stellten erste Untersuchungen an und befragten den Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. Bei Redaktionsschluss war immer noch unbekannt, wer der Mann ist – und woran er starb. Heute um 11.30 Uhr werde der Tote im Rechtsmedizinischen Institut der Medizinischen Hochschule Hannover obduziert, sagte Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki gestern auf Anfrage der Dewezet. Das für Todesursachenermittlungen zuständige Fachkommissariat 1 des Zentralen Kriminaldienstes in Hameln bearbeitet den Fall.

Weil der Tote in einer Tiefe von etwa fünf Metern lag, musste das Tatort-Team eine Bergungsmannschaft der Feuerwehr Kirchohsen anfordern. Die Helfer wurden um 21.35 Uhr alarmiert. 19 Freiwillige rückten mit drei Einsatzfahrzeugen aus. „Wir haben die Leiche zunächst ganz vorsichtig mit dem Greifer, der sich im Rechenbecken befindet, aus dem Wassereinlaufkanal nach oben geholt“, erklärte Kirchohsens Ortsbrandmeister Thomas Jordan. Feuerwehrleute legten den Toten dann in eine sogenannte Rettungswanne und bargen diese mit einem Gabelstapler.

Ein Bestatter brachte den Toten zur Pathologie des Kreiskrankenhauses Hameln. Dort fand noch in der Nacht zu gestern eine polizeiliche Leichenschau statt. Offenbar hatte der Mann keine Papiere bei sich. Heute untersuchen Gerichtsmediziner die Leiche.

Nach der Autopsie wird vermutlich feststehen, ob der Mann Opfer eines Unfalls oder eines Verbrechens geworden ist.

Nichts deutet derzeit darauf hin, dass es sich bei dem Toten aus der Weser um den seit dem 25. November vermissten Geschäftsmann (59) aus Bad Pyrmont handelt.

Auch eine Frau wird immer noch vermisst: Die Wasserschutzpolizei Hameln hat bereits viele Stunden nach der 82-Jährigen gesucht. Mit dem Streckenboot „W 9“ hatte die Besatzung an zwei Tagen die Weser zwischen Hameln und Bodenwerder und zwischen Hameln und Minden abgefahren.

Die Seniorin ist seit dem 11. Dezember spurlos verschwunden (wir berichteten). Auch sämtliche Suchaktionen an Land waren ohne Erfolg geblieben.

Bestatter und Feuerwehrleute bringen den Transportsarg zum Leichenwagen. Immer noch ist die Identität des Toten unbekannt.

Rechts: Die Leiche, die im Rechenbecken des Kernkraftwerkes lag, wurde von Feuerwehrleuten mit einem Gabelstapler geborgen. Foto: ubo

Artikel vom 02.02.2010 - 19.00 Uhr
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