Weserbergland

Kreis braucht 1,4 Millionen für Straßenerhalt

Hameln-Pyrmont (HW). Jährlich rund 1,4 Millionen Euro müsste der Landkreis Hameln-Pyrmont bis 2016 aufwenden, um den Ist-Zustand des insgesamt 171 Kilometer langen Kreisstraßennetzes zu erhalten und nicht weiter verkommen zu lassen. „Dabei bliebe allenfalls der Status Quo erhalten“, sagte Markus Brockmann. Der Leiter des regionalen Geschäftsbereichs Hameln der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr überbrachte diese Hiobsbotschaft gestern den Mitgliedern des Ausschusses für Regionalplanung/Bau/Verkehr und bezog sich dabei auf Messungen, die mit Hightech-Fahrzeugen eines Darmstädter Ingenieur-Büros durchgeführt worden sind. Besonderer Bedarf bestehe in der Sanierung diverser Ortsdurchfahrten. Die müssten teilweise erneuert werden, „weil keine Substanz mehr da ist, auf die wir aufbauen könnten“, so Brockmann. Der Behördenleiter forderte die Politik auf, eine Erhaltungsstrategie festzulegen: „Wir brauchen ein verlässliches Budget, um planen und ein Konzept für die nächsten vier Jahre vorlegen zu können.“

Soll es zu einer Verbesserung der Kreisstraßen kommen, schlüge dies mit jährlich 1,8 Millionen Euro zu Buche. Geld, das der Landkreis nicht hat. Der kann angesichts der angespannten Haushaltslage noch nicht einmal die erforderlichen 1,4 Millionen Euro aufbringen, wie Dr. Helmut Burdorf (Grüne) betonte. Der stellvertretende Sprecher der aus SPD, Grünen und Piraten bestehenden Mehrheitsgruppe im Kreistag kündigte an, dass die Notwendigkeit einer Aufstockung des Etats zwar gesehen werde, mehr als etwa 600 000 Euro pro Jahr aber nicht möglich seien. „Sie können mehr fordern, aber es wird nicht gehen“, sagte Burdorf in Richtung Brockmann und bezeichnete die genannten Summen als „völlig unrealistisch“.

„Wir fordern gar nichts. Wir wollen nur eine Entscheidungshilfe geben“, wehrte sich der Behördenleiter. Um planen zu können, bedürfe es gewisser Eckpunkte. „Beispielsweise, ob der Schwerpunkt bei den Ortsdurchfahrten oder auf der freien Strecke liegen soll“, erläuterte Brockmann und merkte an: „Wenn weniger Geld fließt, bricht die Welt nicht zusammen. Aber man muss sich klar darüber sein, dass irgendwann die Straßen hin sind.“ Der Kreistag stehe vor der Frage, die Qualität der Straßen „nach unten zu fahren, zu halten oder womöglich zu verbessern“.

„Eigentum verpflichtet“, merkte Ausschussvorsitzender Curt-Friedel Redeker (CDU) an und forderte die Kreistags-Fraktionen auf, angesichts der noch anstehenden Haushaltsberatungen den neuen Sachstand in die Überlegungen mit einfließen zu lassen.

Ist in das Mehrjahresprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden: Die Kreisstraße 12 von Tündern nach Hameln.

Foto: Dana

Artikel vom 22.02.2012 - 06.00 Uhr
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